Erster Irène-Lejeune-Preis für das Bayerische Junior Ballett München geht an Olja Aleksić

Irène-Lejeune-Preis 2026_Olja Aleksić bei der Preisverleiung_(c)Marie-Laure Briane

Der diesjährige Irène-Lejeune-Preis wird erstmals an ein Mitglied des Bayerischen Junior Balletts München am Beginn seiner künstlerischen Bühnenlaufbahn verliehen. Die Auszeichnung, die mit 5.000 Euro dotiert ist, würdigt herausragende Leistung, Talent, Persönlichkeit, Teamgeist und künstlerische Ausdruckskraft und fördert gezielt die Weiterentwicklung der Preisträgerin.

Olja Aleksić, geboren in Belgrad (Serbien), begann ihre Ausbildung an der Lujo Davičo School in Belgrad (2014–2018) und war Mitglied der Kompanie „Youth Ballet“ des Belgrade Dance Institute (2019–2021). 2022 zog sie nach München, um ihre Ausbildung an der Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München fortzusetzen, die sie 2025 abschloss.

Schon seit Beginn ihres Studiums in München machte Olja durch Solorollen bei den Matineen der Heinz-Bosl-Stiftung im Nationaltheater München auf sich aufmerksam: zunächst im zentralen Duett von Kinsun Chans gefeiertem «JIT», im Folgejahr als führende Solistin in Ray Barras Version der Einstudierung von Marius Petipas Grand Pas de Hongrois aus «Raymonda».

Seit der Spielzeit 2025/26 ist Olja Mitglied des Bayerischen Junior Balletts München.

Mit dieser Auszeichnung setzt der Irène-Lejeune-Preis ein deutliches Zeichen für die Förderung von Nachwuchstalenten in München und unterstreicht das jahrzehntelange Engagement von Dr. Lejeune für die Ballettszene.

Weitere Infos finden Sie unter https://www.danceforyou-magazine.com/eine-entscheidung-die-haltung-zeigt/

Irène-Lejeune-Preis 2026_Olja Aleksić in Raymonda_(c)Marie-Laure Briane

Wir trauern: Angelika Mann, „die Lütte“, ist gegangen

Liebe Lütte, liebe Angelika, wir nehmen Abschied von dir. Mit dir geht auch ein Teil unseres Hauses. Nicht irgendein Teil, sondern ein warmer Kern: dieser unverwechselbare Mix aus Witz, Präsenz, Rhythmus – und der seltenen Gabe, ein ganzes Theater in Sekunden in ein Wohnzimmer zu verwandeln. Klein an Statur, ja. Aber auf der Bühne: groß, frei, unübersehbar.

Angelika Mann (Foto: derdehmel)

Für uns warst du über viele Jahre das Gesicht, der Puls und der „Wumms“ einer ganzen Reihe von Abenden, die man nicht einfach „Vorstellungen“ nennt, sondern Ereignisse. Als Produzenten von „Heiße Zeiten – Die Wechseljahre Revue“ war unser Startschuss die Uraufführung am 23. April 2010 im Theater im Rathaus Essen – und du warst sofort eine tragende Säule dieses Erfolgs.

Was dann kam, war ein Jahrzehnt Tournee-Wirklichkeit, wie man sie nur selten erlebt: über 1.000 Vorstellungen allein mit „Heiße Zeiten“ – und damit war die Geschichte längst nicht zu Ende. Mit „Höchste Zeit!“ ging es weiter – Uraufführung am 5. September 2014 im Theater am Kurfürstendamm Berlin. Und mit „Himmlische Zeiten“ wurde daraus eine Trilogie, die wir als Tournee-Veranstalter in die Fläche getragen haben: raus aus den Metropolen, rein in die Städte, in denen Theater noch ein echter Abendtermin ist – und kein Event im Vorbeigehen.

Angelika Mann (Foto: Martin Sigmund)

Du hast in diesen Produktionen etwas geschafft, was man nicht proben kann: Nähe. Du konntest ein Publikum gleichzeitig zum Lachen bringen und ihm im nächsten Moment die Wahrheit zumuten – ohne Sentimentalität, aber mit Herz. Und du hast diese Rolle (deine Doris, deine Energie, deine Haltung) über Jahre mit einer Selbstverständlichkeit gespielt, die nur die Großen haben. Dass du diese Figur so lange getragen hast, sagen andere – wir haben es Abend für Abend gesehen.

Wir hätten dir gern noch einmal die ganz große letzte Runde gegeben. „Weiße Zeiten“ – der vierte Teil – war als Ziel in unseren Köpfen und in unseren Gesprächen. Dieser Plan hat sich nicht erfüllt. Das ist bitter. Und es ist wahr. Aber was bleibt, ist ebenfalls wahr: Deine Doris lebt weiter. Diese Abende leben weiter. Und wer dich gesehen hat, nimmt dich mit – nach Hause, in Erinnerungen, in Sätze, die man noch Wochen später zitiert.

Angelika Mann (Foto: Bernd Boehner)

Du bleibst Teil unseres Hauses. Teil unserer Geschichte. Und Teil dieses besonderen Kapitels Tournee-Theater, in dem du gezeigt hast, wie viel Kraft in Komik steckt – wenn sie von einer getragen wird, die es ernst meint.

Danke, liebe Lütte. Für dein Licht. Für deinen Mut. Für deinen Humor. Für deinen Wumms. Unser Mitgefühl gilt deiner Familie, allen Weggefährten – und besonders denen, die dich privat „einfach Angelika“ nennen durften.

Titisee-Neustadt, 23. Januar 2026