Der gebürtige Münchner bekam durch die Berufe seiner Eltern – Vater Gernot Roll war ein renommierter Kameramann und Regisseur und seine Mutter, Nina Roll, arbeitete ebenfalls beim Film – sehr früh Kontakt zur Branche. Noch während der Schulzeit synchronisierte er unzählige Filme, obwohl sein eigentlicher Plan war, Pilot zu werden. Seine Karriere am Theater begann Michael Roll am Off-Off-Theater in München, daran knüpfte sich schnell sein erstes TV-Engagement „Einmal die Woche“ (1983, Regie: Horst Flick) an. Für den Zweiteiler „Der Mann im Salz“ (1989, Regie: Rainer Wolffhardt) wurde Roll als Bester deutscher Nachwuchsschauspieler mit dem Chaplin- Schuh ausgezeichnet. Diverse Gastauftritte in Dauerbrennern wie „Tatort“, „Derrick“ und „Der Alte“ verschafften ihm weitere Anerkennung. Seinen Durchbruch konnte er an der Seite von Günter Strack im Mehrteiler „Der König“ (1994 bis 1996, Regie: Rainer Wolffhardt, Christian Görlitz u. a.) feiern, auf den durchgehende Rollen in „Drei mit Herz“ (1997 bis 2002, Regie: Martin Gies, Isabel Kleefeld) und „M.E.T.R.O. – Ein Team auf Leben und Tod“ (2006, Regie: Oliver Dommenget, Karola Meeder u. a.) folgten. Von 2003 bis 2018 war Roll bei „Kommissarin Lucas“ als Ermittler Boris Noethen dabei. Trotzdem ist der dreifache Familienvater in keine Schublade zu pressen und bewies auch mit Fernsehspielen wie „La Dolce Rita“ (2005, Regie: Axel de Roche) und „Liebe, Babys und ein großes Herz“ (2006, Regie: John Delbridge) seine Wandlungsfähigkeit. Des Weiteren zeigte Michael Roll bei den „Traumschiff“- Folgen „Singapur & Macao“ (2012 und 2015) und bei Episodenhauptrollen in diversen Krimi-Reihen immer wieder sein schauspielerisches Können. Seit 2014 dreht er bis heute in der erfolgreichen ZDF-Reihe „Lena Lorenz“. In den Filmen „Der blinde Fleck“ (2013), „Meister des Todes“ (2014) und „Gift“ (2016) unter der Regie von Daniel Harrich wirkte Michael Roll in Produktionen mit, die für großes politisches Aufsehen sorgten. Auch in der 2019 produzierten Fortsetzung mit Regisseur Daniel Harrich „Meister des Todes 2“ spielte Michael Roll wieder mit. Ab 2020 übernahm er Rollen in „Der Staatsanwalt“ (Regie: Erhard Riedlsperger) sowie in „Kanzlei Kappelmann“, „Der Bergdoktor“, „Um Himmels Willen“ und verkörperte einen Aussteiger in „Inga Lindström“ (Regie: Marco Serafini). 2021 war er u. a. im Münchner „Polizeiruf 110“ unter der Regie von Dominik Graf, im Kroatienkrimi „Der Knochenmann“ (Regie: Michael Kreindl) sowie in „Lauterbronn“ (Regie: Daniel Harrich) zu sehen. Neben seinen Film- und Fernsehengagements steht Michael Roll auch immer wieder auf der Theaterbühne. Er verkörperte unter anderem den Andri in „Andorra“ und den Petrucchio in „Der Widerspenstigen Zähmung“ (bei den Luisenburg-Festspielen Wunsiedel) sowie den Alfred Nobel in „Mr. & Mrs. Nobel“ von Esther Vilar, die Titelrolle in Ben Jonsons „Volpone“ sowie die männliche Hauptrolle Valentin in „Die Wunderübung“. Im Winterhuder Fährhaus brillierte er in der Hauptrolle im Stück „Willkommen bei den Hartmanns“. Regie führte Martin Woelffer. Privat engagiert sich der in München lebende Schauspieler mit seinem Einsatz für die Tabaluga-Kinderstiftung und der eigenen Michael-Roll-Stiftung sozial und sammelt Geld für misshandelte und traumatisierte Kinder.
Aktuelle Produktion: „Und wer nimmt den Hund?“
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Torsten Fischer
Der Regisseur und Autor ist seit 1981 am Theater tätig. Von 1984 bis 1989 war er Regisseur am Theater Bremen, von 1990 – 1995 Oberspielleiter am Kölner Schauspiel und anschließend bis 2002 Kölner Schauspieldirektor. Regiearbeiten für Oper und Schauspiel führten ihn u. a. nach München, Wien, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, Hannover, Berlin, Straßburg, Zürich, Warschau und New York. Er inszenierte zahlreiche Uraufführungen und Deutschsprachige Erstaufführungen. Oft widmete er sich in seiner Arbeit dem Musiktheater, so u. a. mit Inszenierungen von „Boccaccio“ von Suppé, Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ und Bizets „Les Pêcheurs de Perles“ (Volksoper Wien), Puccinis „La Bohème“ (Straßburg), Rihms „Jakob Lenz“ (Frankfurt), Meiers „Dreyfus – Die Affäre“ (Deutsche Oper Berlin) und Verdis „Don Carlo“ und Rossinis „La Cenerentola“ (Oper Köln). Für das Festival KlangBogen Wien inszenierte er Spohrs „Faust“, Massenets „Don Quichotte“ und Smetanas „Dalibor“. Am Theater an der Wien entstanden Cherubinis „Médée“ sowie ein Gluck-Zyklus („Telemaco“, „Iphigénie en Aulide“, „Iphigénie en Tauride“). Für „Telemaco“ erhielt er den begehrten österreichischen Musikpreis Schikaneder. 2008 wurde an der Staatsoper Berlin Peter Ruzickas „Hölderlin – Eine Expedition“ unter seiner Regie uraufgeführt. Es folgten Inszenierungen von Verdis „Aida“ und Wagners „Der fliegende Holländer“ am Stadttheater Klagenfurt sowie Strauss’ „Daphne“ an der Dresdner Semperoper, gefolgt von u. a. Salieris „Falstaff“ im Theater an der Wien und Purcells „King Arthur“ im Münchner Theater am Gärtnerplatz. Seit 2007 inszeniert Torsten Fischer auch am Renaissance-Theater Berlin sowie am Theater in der Josefstadt. Anfang 2023 kam das von ihm inszenierte Schauspiel „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ am Schlosspark Theater Berlin zur Premiere.
Nach dem Tourneeerfolg von „Rot“ waren 2017/2018 gleichzeitig zwei Torsten-Fischer-Inszenierungen mit der Konzertdirektion Landgraf auf Tournee: „Blue Moon“ (3. INTHEGA-Preis 2018) und „Entartete Kunst – Der Fall Cornelius Gurlitt“. In den Spielzeiten ab 2017/2018 und 2018/2019 wurde im Crossover-Spielplan der Konzertdirektion Landgraf seine Produktion „Blue Moon“ gezeigt. Die seit 2020/21 auf Tournee laufende Inszenierung von „Fräulein Julie“ erhielt 2022 den 2. INTHEGA-Preis „Die Neuberin“.
Aktuelle Produktion: „Fräulein Julie“, „Eines langen Tages Reise in die Nacht“, „Faust“






