Kategoriearchiv: Biografien

Jörg Mannes

Die Laufbahn des in Wien geborenen Tänzers, Choreografen und Ballettdirektors Jörg Mannes ist durch eine fundierte klassische Ausbildung und langjährige Erfahrung als Solotänzer in Werken stilprägender Choreografen wie u. a. William Forsythe, Jiří Kylián, John Neumeier und George Balanchine geprägt. Aus diesen Einflüssen entwickelte er seine charakteristische neoklassische Bewegungssprache, die sich durch eine klare Linienführung und eine markante, strukturierte und architektonische Raumaufteilung auszeichnet. In Rezensionen wird regelmäßig hervorgehoben, wie wichtig die Musikauswahl als Inspiration und Impulsgeber für seine Arbeiten ist.

Jörg Mannes gehört zu den wenigen Choreografen, die sich heute noch an abendfüllende Handlungsballette wagen. Neben Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ (unter dem Titel „Der Besuch“ , 2016 an der Staatsoper Hannover) und Goethes „Faust“ (unter dem Titel „Mephisto – Faust – Margarethe“, 2002 am Stadttheater Bremerhaven) hat er sich auch schon zwei Meisterwerken von Shakespeare gewidmet: 2007 dessen philosophischem Vermächtnis „DER STURM“, in dem er fließende, klassische Linien in den lyrischen Pas de deux des Liebespaares mit hartem, zeitgenössischem Ausdruckstanz kontrastiert für das Bayerische Staatsballett, und 2025 „EIN SOMMERNACHTSTRAUM“, in dem er sich ganz auf die psychologischen Dynamiken in dem Gefühls- und Beziehungschaos der Figuren fokussierte im Theater Magdeburg, dessen Ballettdirektor und Chefchoreograf er seit der Spielzeit 2022/2023 ist.

Aktuelle Produktion: „Was ihr wollt“ (Bayerisches Junior Ballett München)

☑ Diese Seite speichern oder drucken

Murat Yeginer

Murat Yeginer studierte Schauspiel in Hamburg und erhielt ebendort sein erstes Engagement an den Hamburger Kammerspielen. Danach war er am Staatstheater Saarbrücken, am Theater Kiel und am Schauspiel Bonn engagiert, bevor er 1987 fest zum Ensemble des Oldenburgischen Staatstheater stieß.
In mehr als 35 Bühnenjahren hat er fast alle bedeutenden Theaterrollen gespielt, darunter Othello, Nathan, Cyrano de Bergerac und Arthur Millers Handlungsreisenden Willy Lohman. Seit den achtziger Jahren profiliert er sich auch als Bühnenautor. Nach der Übersetzung, Bearbeitung und Deutschen Erstaufführung des türkischen Erfolgsstückes „Ikili Oyun“ (1982) schrieb er u.a. „Vom Winde verdreht“ und „Vielleicht – Ein Spiel“. Sein Stück „Das Frollein Wunner“ wurde im Frühjahr 2022 am Hamburger Ohnsorg-Theater erfolgreich uraufgeführt und läuft dort nun bereits in der vierten Spielzeit.

Als Regisseur ist Murat Yeginer im westeuropäischen Kulturkanon zu Hause. Zu seinen zahlreichen, teilweise preisgekrönten Inszenierungen gehören „Iphigenie auf Tauris“, „Was ihr wollt“, „Maria Stuart“ oder „König Lear“. Unter anderem arbeitete er am Oldenburgischen Staatstheater, am Winterhuder Fährhaus und am Theater Ulm.

Am Alten Schauspielhaus Stuttgart inszenierte er mit „Istanbul“ vor Kurzem einen großen Publikums-Hit. Von 2008 bis 2015 war Murat Yeginer Schauspieldirektor am Theater Pforzheim und von 2018 bis 2024 war er Künstlerischer Leiter am Hamburger Ohnsorg-Theater. Mit „Das Fräulein Wunder“ und „Die Optimistinnen“ gehen in der Spielzeit 2026/2027 gleich zwei seiner Projekte auf Tournee.

Aktuelle Produktion: „Das Fräulein Wunder“