Kategorie-Archiv: Biografien

Wolfgang Seidenberg

Der gebürtige Siegburger Wolfgang Seidenberg absolvierte seine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. In Wien hatte er auch seine ersten Theaterengagements, u. a. am Akademietheater, am Schauspielhaus und an der Kleinen Komödie. Unter der Intendanz von Peter Lotschak spielte er über zwölf Jahre bei den Bad Hersfelder Festspielen, u. a. die Titelrollen in „Jedermann“ und „Tartuffe“. Weitere Stationen waren das Landestheater Niederösterreich („Der Verschwender“ unter der Regie von Jérôme Savary), die Schauspielbühnen Stuttgart (u. a. als Zampano in „La Strada“) und die Salzburger Festspiele („Die Salzburger Dreigroschenoper“, inszeniert von Sven Eric Bechtolf und Julian Crouch, „Der Sturm“, Regie: Deborah Warner). 

Einem breiten TV-Publikum bekannt wurde Wolfgang Seidenberg durch die Rolle des Klempnermeisters Frank Töppers in der ARD-Vorabendserie „Marienhof“, die er von 1995 bis 2011 übernahm. Neben Gastrollen in anderen Fernsehserien spielte er auch in Kinofilmen, z. B. einen SS-Aufseher in Spielbergs „Schindler’s Liste“ und in mehreren Produktionen des Filmemachers Roland Reber. 

Als Dramaturg betreute er Produktionen des Berliner Theater Wahlverwandte, u. a. die Deutsche Erstaufführung von Miguel del Arcos Monolog „HELENA. Plädoyer für eine Schlampe“ mit Georgette Dee (DE 2015, Renaissance Theater Berlin), die mit der Konzertdirektion Landgraf auch auf Tournee ging. Für das von Silvia Armbruster seit 2015 geleitete Theater in Kempten inszenierte Wolfgang Seidenberg mehrere Stücke, zuletzt die deutschsprachige Erstaufführung von „Arizona“ des spanischen Autors Juan Carlos Rubio in Koproduktion mit dem Theater Hof. 

Mit dem EURO-STUDIO Landgraf arbeitet Seidenberg seit 1988 zusammen, u. a. 1999 bis 2002 als Richard III. in Shakespeares gleichnamigem Stück.  2010/11 folgte dann die „Zweifel“ von John Patrick Shanley, in der er als Pater Flynn an der Seite von Renan Demirkan zu sehen war. Von 2013 bis 2018 war er mit Lutz Hübners „Frau Müller muss weg“ unterwegs. Für das Tournee-Theater THESPISKARREN (TTT) war er zusätzlich (2010–2018) in „Die Legende vom heiligen Trinker“ nach Joseph Roth (Regie: Silvia Armbruster) auf Gastspielreise. Seit 2018 spielt er für das EURO-STUDIO Landgraf den John Proctor in Arthur Millers „Hexenjagd“ (Regie: Volkmar Kamm). Die Produktion gewann 2019 den 3. INTHEGA-Preis DIE NEUBERIN. In der Spielzeit 2020/2021 ist Seidenberg beim EURO-STUDIO Landgraf in der Rolle des medizinischen Sachverständigen Sperling in „Gott“ von Ferdinand von Schirach zu sehen.

Aktuelle Produktion: Amadeus

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Dominique Siassia

Da die 2014 in Stuttgart für ihre Darstellung der Emmi in „Gut gegen Nordwind“ als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnete Dominique Siassia mit ihren deutsch-kongolesischen Eltern abwechselnd im Kongo, dem Heimatland ihres Vaters und in ihrem Geburtsort Osterburg in der Altmark aufwuchs, spricht sie neben Deutsch, Englisch und Französisch auch fließend Kikongo. Nach dem Abitur in Duisburg studierte sie von 2000–2004 Schauspiel, Gesang und Tanz an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Gleich zu Beginn ihres Studiums bekam sie ab 2001 einen dreijährigen Gastvertrag am Düsseldorfer Schauspielhaus. Sie spielte die weibliche Hauptrolle der Tamara in „39,90“ nach dem gleichnamigen französischen Bestsellerlisten-Spitzenreiter von Frédéric Beigbeder. Nach Abschluss des Studiums war sie als Sprecherin in Produktionen des Radiosenders WDR5 zu hören und trat in verschiedenen Theaterproduktionen auf. Bei den Ruhrfestspielen 2006 spielte sie unter der Regie von Ingo Waszerka die Rolle der Cordelia in „Ich bin der Narr von Lear“ nach Shakespeares „König Lear“.
Seit ihrer Hauptrolle der Samia in der bekannten Telenovela „Sturm der Liebe“ (2007–2008) war sie immer wieder in TV-Produktionen zu sehen. Aufsehen bei Insidern der Branche erregte 2009 und 2010 ihre außergewöhnliche Leistung bei der Darstellung der Mittelpunktsrollen in der ZDF-Krimi-Reihe „Nachtschicht“: In „Ein Mord zu viel“ stand sie mit Gaststar Joachim Król und in der Jubiläumsfolge „Reise in den Tod“ – sie spielte die Doppelrolle der Schwestern Lola und Marie France – mit Götz George in der männlichen Hauptrolle vor der Kamera. 2014 bzw. 2015 war sie in den auf den Romanvorlagen von Bestsellerautorin Kerstin Gier basierenden TV-Filmen „Die Mütter-Mafia“ und „Müttermafia-Patin“ als Paris an der Seite von Annette Frier zu sehen. In der 2014 von arte ausgestrahlten zweiten Folge „Partitur des Todes“ der ZDF-Serie „Kommissar Marthaler“ trat sie als Anna Stern neben Matthias Koeberlin in der Titelrolle auf. Nach einem Gastauftritt in „Anna und die Liebe“ und einer Episodenhauptrolle in „Bettys Diagnose“ stand sie in der im Februar 2018 ausgestrahlten Jubiläumsfolge (400!) der Kultkrimi-Serie „Die Rosenheim-Cops“ in der Hauptrolle der Modedesignstudentin Amrei Silberbauer vor der Kamera.
Das Tourneetheater-Publikum lernte Dominique Siassia durch zwei sehr unterschiedliche Rollen bei der Konzertdirektion Landgraf kennen: Zunächst konnte man ihr musikalisches Talent als Lernschwester Elke in „Am offenen Herzen. Eine musikalische Notaufnahme” bewundern. Nach dieser – wie immer bei Franz Wittenbrink ausschließlich durch Lieder und Musik erzählten Koproduktion des EURO-STUDIO Landgraf mit dem Theater im Rathaus Essen – spielte sie drei Jahre später im Herbst 2008 in „Zeitfenster“ die Politikstudentin Terry Scholes in einer Aufführungsserie in den Hamburger Kammerspielen und gleich im Anschluss auf Tournee. Die Hauptrolle in dem Stück des britischen Dramatikers David Hare – eine Zusammenarbeit zwischen den Kammerspielen und dem EURO-STUDIO Landgraf, die als Wiederholung im Herbst 2009 lief – spielte Peter Striebeck. Das Publikum der Gastspielorte kennt Dominique Siassia außerdem durch Produktionen von den Theatergastspielen Kempf und des Tourneetheaters Thespiskarren (TTT). Bei Kempf stand sie als Hauptdarstellerin in zwei musikalischem Schauspielproduktionen als Partnerin von Ron Williams auf der Bühne: 2010/2011 als Winnie Mandela in „The Nelson-Mandela-Story“ und 2012/2013 als Angel in „Die Harry Belafonte Show“. Beim TTT war sie in zwei Bestseller-Dramatisierungen zu sehen: In Gaby Hauptmanns „Suche impotenten Mann fürs Leben“ suchte sie (2011–2013) in der Rolle der Carmen, per Annonce einen Ehepartner, 2018 bezauberte sie in „Das Lächeln der Frauen“ nach Nicolas Barreaus gleichnamigen Roman als Restaurantbesitzerin Aurélie den von Hugo Grimm gespielten Verlagslektor André Chabanais. Die Regie in dieser Liebesgeschichte, die Millionen Leser weltweit im Bann gezogen hatte, führte Karin Boyd. Bestseller waren auch die Zwei Personen E-Mail-Liebesgeschichten „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ von Daniel Glattauer, die sie 2012 bzw. 2014 an den Schauspielbühnen in Stuttgart spielte. In der Paraderolle der Emmi, für die sie die zu Beginn der Biografie erwähnte Auszeichnung erhielt, durfte sie die »zauberhaftesten und klügsten Liebesdialoge der Gegenwartsliteratur« (DER SPIEGEL) sprechen. Ausgerechnet „Sternstunden“ hieß das Boulevardstück an der Comödie Dresden, in dem sie als Garance ein Freundinnen Quartett sprengt, das wegen der Corona Pandemie im Frühjahr 2020 abgesetzt werden musste. Absatz
Zu den Musikproduktionen, in denen Dominique Siassia, die übrigens eine Tanzlehrerin-Ausbildung für Jazz Dance, Modern Dance, Ballett und Hip-Hop abgeschlossen hat, als Sängerin engagiert war, gehört z. B. ihr Auftritt 2015 im Rahmen einer Gala im Berliner Wintergarten mit dem Berlin Jazz Orchestra , mit dem zusammen sie 2018 auch als Jazz-, bzw. Chansonsängerin in den Programmen „Bei Mir Bist Du Schön!“ bzw. „For Me Formidable“ auftrat. Im selben Jahr stand sie als Interpretin in einer Jazz Combo mit dem Programm „La Vie Est Belle“ für Ahrinella Production Berlin auf der Bühne.
Aktuelle Produktion: „Die Kehrseite der Medaille“

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Martin Armknecht

Martin Armknecht erhielt seine Schauspielausbildung in Berlin unter anderem bei Jack Garfein vom Actor Studio Los Angeles und Zygmont Molik vom Grotowski Institut Warschau. Zusammen mit anderen Kollegen baute er 1982 ein eigenes Theater in Düsseldorf, den Hansa Palast, auf, wo er fünf Jahre lang spielte. Der Durchbruch gelang ihm 1986 als Robert Engel in der Fernsehserie „Lindenstraße“. Im Folgenden spielte er an Städtischen Bühnen wie Oberhausen und Moers sowie an Komödienhäusern wie der Komödie Düsseldorf, der Komödie Steinstraße in Düsseldorf und am Contra-Kreis-Theater Bonn. 1991 übernahm er seine erste Kinorolle in „Manta Manta“, es folgten zahlreiche andere. 1996 stand Martin Armknecht in der Serie „Ein Mord für Quandt“ als Haupt- und Titeldarsteller vor der Kamera. Bis heute spielt er in zahlreichen Film- und Fernsehrollen von „Tatort“ über „Alles was zählt“ bis hin zu „In aller Freundschaft“, in denen er sein schauspielerisches Talent immer wieder aufs Neue unter Beweis stellt. Zusammen mit Frank Lustig produziert Martin Armknecht seit 15 Jahren erfolgreich die Krimi-Bühnenshow „Fang den Mörder“ und hat auch schon eigene Theaterstücke produziert, u. a. mit Annette Frier. Auch als Hörbuch-Sprecher ist er erfolgreich.
Aktuelle Produktion: „Die Kehrseite der Medaille“

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