Nachruf
Heidemarie Wenke

Heidemarie Wenke (28. März 1945 – 22. Mai 2020)

Sie hat an vielen Theatern Spuren hinterlassen. Unter anderem waren das Staatstheater Braunschweig, das Bremer Theater, das Schauspiel Frankfurt, die Alte Oper Frankfurt, die Ruhrfestspiele Recklinghausen oder das Theater Freiburg Stationen ihrer beruflichen Laufbahn. Aber auch am Rhein-Main-Theater in Niederhausen oder bei der Konzertdirektion Landgraf war sie eine hochgeschätzte Mitarbeiterin.

Als enge und loyale Mitarbeiterin von Joachim Landgraf und Intendantenpersönlichkeiten wie Arno Wüstenhöfer, Günther Rühle, Hansgünther Heyme oder Amelie Niermeyer war sie Teil bedeutender Theaterentwicklungen, die sie mit größtem Engagement und voller Leidenschaft sowie der ihr eigenen außergewöhnlichen Empathie mitgetragen hat.

Bis zu ihrem plötzlichen Tod hat Heidi Wenke das Theaterleben durch viele Vorstellungsbesuche aktiv verfolgt, denn sie hat diese Welt geliebt! Sie wird uns fehlen, die wir sie gekannt haben oder das Glück hatten, mit ihr als einer ganz besonderen Kollegin zusammen zu arbeiten.

Corona-Gedanken:
Gesund bleiben, nach vorn denken

Noch vor kurzem hätte sich niemand träumen lassen, wie schnell das gesellschaftliche Leben – und das sichtbare Theaterleben – zum Stillstand kommen kann. Die Arbeit hinter den Kulissen geht allerdings auch in Zeiten der Vorstellungs- und Tourneeabsagen weiter. Für die Vorbereitung der jeweils neuen Spielzeit benötigen wir rund anderthalb Jahre. Wie sind die finanziellen Hürden zu umschiffen, wie ist der Bestand zu sichern und allen Mitarbeiter*innen, Kund*innen, Zuschauer*innen gerecht zu werden? Das sind Fragen, die wir vermutlich erst etwas später wirklich beantworten können. In der Zwischenzeit planen wir mit dem Unplanbaren und richten unsere Hoffnungen auch auf eine Zeit danach, z.B. auf die Spielzeit 2021/2022 – unseren vorläufigen Spielplan möchten wir hier im Mai 2020 veröffentlichen.

Wenn wir etwas aus der Krise lernen können, dann doch am besten dies: dass wir alleine zu schwach und ausgeliefert sind, gemeinsam aber stark. Zukunft kann – in Anknüpfung an die Rede des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier vom 11.04.2020 – eben nicht nach dem Motto »jeder für sich, Ellbogen raus« gelingen, sondern nur durch Solidarität und Gemeinschaft. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine Zukunft haben und bedanken uns bei allen unseren Kund*innen und Zuschauer*innen, die uns die Treue halten, bei allen unseren Künstler*innen und Mitarbeiter*innen, die mit uns dafür arbeiten, die Vielfalt des kulturellen Angebots in der Fläche zu erhalten bzw. wieder aufleben zu lassen. Die Einzigartigkeit der deutschen Theaterlandschaft ist schützenswert. Bleiben Sie gesund!