Nach den mit jeweils über 200 Vorstellungen sehr erfolgreichen EURO-STUDIO Landgraf-Produktionen „Der Zauberberg“ und „Buddenbrooks“ (2. INTHEGA-Preis 2009), in denen er als Hofrat Behrens bzw. Konsul Johann Buddenbrook glänzte sowie seiner Tournee mit Lionel Goldsteins Zwei-Personen-Stück „Halpern & Johnson“ (2014/15) freuen wir uns, dass Klaus Mikoleit in der kommenden Spielzeit erneut mit der Konzertdirektion Landgraf auf Gastspielreise geht – diesmal mit dem neuen Stück von Ferdinand von Schirach. Der gebürtige Berliner blickt auf eine über 50-jährige Bühnenkarriere zurück. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der renommierten Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Festengagements führten ihn u. a. ans Badische Staatstheater Karlsruhe (1965-1968), Nationaltheater Mannheim (1968-1969), Schauspielhaus Bochum (1969-1976), Thalia Theater Hamburg (1976-1980) und an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin (1980-1986). Dort arbeitete er u. a. mit so namhaften Regisseuren wie Peter Zadek, Hans Neuenfels, Boy Gobert, Boleslaw Barlog und Michael Verhoeven. Anfang der 1980er Jahre wurde er mit „Die Geschwister Oppermann“ (1981, Regie: Egon Monk) und „Die flambierte Frau“ (1982, Regie: Robert van Ackeren) auch für Film und Fernsehen entdeckt und drehte seitdem kontinuierlich für dieses Medium, mit gelegentlichen Abstechern zum Theater – wie 1986 am Düsseldorfer Schauspielhaus, 1991 und 2004 an den Hamburger Kammerspielen sowie 1992 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Der Dauergast im deutschen Fernsehen wirkte in über 200 TV-Filmen und Kinoproduktionen mit. Hinzu kamen durchgehende Rollen in Serien wie „Die Losbergs“ (52 Folgen), „Büro, Büro“ (52 Folgen), „Adelheid und ihre Mörder“ (12 Folgen) und sechs Jahre als Chefarzt Prof. Günther in „Für alle Fälle Stefanie“. Außerdem war er Gast in mehreren „Tatort“-Filmen und Serien wie „Heim für Tiere“, „Die Wicherts von Nebenan“, „Liebling Kreuzberg“, „Freunde fürs Leben“ und „Notruf Hafenkante“. Erfolg hatte er auch in den französischen Fernseh-Mehrteilern „Les allumettes suédoises“ (1996, Regie: Jacques Ertaud) und „Entre terre et mer“ (1997, Regie: Hervé Baslé). Unter der Regie von Hagen Müller-Stahl wirkte er 1987 in dem Mehrteiler „Morgen in Shanghai“ mit, der ersten deutschen Fernsehproduktion, die in China gedreht wurde. 2013-2016 stand er als Dr. Udo Ebinger für die ARD-Erfolgs-Telenovela „Rote Rosen“ vor der Kamera. Zum Themenabend „70 Jahre Grundgesetz“ strahlte die ARD im Mai 2019 den Fernsehfilm „Sternstunden ihres Lebens“ (D 2014) mit Iris Berben u. a. aus, in dem Klaus Mikoleit den ersten Bundespräsidenten der BRD Theodor Heuss spielte. Da der vielseitige Schauspieler auch ein Faible für das komische Fach hat, trat er gerne in der Komödie am Kurfürstendamm auf und war u. a. als Kommissar Harry Baxter mit „Keine Leiche ohne Lily“ an der Seite von Anita Kupsch auf Tournee.
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Ernst Wilhelm Lenik
Aus jeder Rolle, die er spielt, macht Ernst Lenik, der sein überragendes Handwerk an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München lernte, etwas Besonderes. Erste Engagements führten ihn nach Kiel, Zürich, Frankfurt, ans Staatstheater Stuttgart (unter Claus Peymann) sowie nach München und Berlin. In Aachen, wo er bis zu seinem Wechsel nach Stuttgart engagiert war, spielte er u. a. Titelrollen in Lessings „Nathan der Weise“ oder in Zuckmayers deutschem Märchen „Der Hauptmann von Köpenick“. Eine weitere Hauptrolle war Shylock in Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“. Außerdem stand er u. a. in Schillers „Don Carlos“, in der Benatzky-Operette „Im weißen Rössl“ als Professor Hinzelmann, in Millers „Hexenjagd“, in „Sofies Welt“ nach dem Bestseller von Jostein Gaarder und in Michael Frayns Komödie „Der nackte Wahnsinn“ sowie in zahlreichen weiteren Produktionen auf der Bühne. Am Alten Schauspielhaus Stuttgart spielte er Malvolio in Shakespeares „Was ihr wollt“, in Michael Frayns Schauspiel „Reinhardt“ – eine Collage über das Leben des berühmten Theatermanns, raffiniert verschachtelt mit dessen berühmtestem Stück „Jedermann“, 2010 in der Uraufführung von „Alles was Recht ist“ des deutschen Autors Gerold Theobalt über den Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Brauer, in Eric-Emmanuel Schmitts „Einsteins Verrat“, Hübner/Nemitz‘ „Blütenträume“, Simons „Barfuß im Park“, Sigmund Freud in „Reine Hysterie“ von Terry Johnson, Prof. Bömmel in „Die Feuerzangenbowle“ nach Heinrich Spoerls Roman und zuletzt Konrad Adenauer in der Uraufführung von Joshua Sobols Schauspiel „Blutgeld – Adenauers Weg“. Das Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ spielte er in Stuttgart, Oberhausen, Berlin und München insgesamt 760 Mal. Für das Tournee-Publikum ist Ernst Wilhelm Lenik kein Unbekannter. Mit Manfred Langners Inszenierung von Joshua Sobols Schauspiel „Ghetto“ war er 2000 in der wichtigen Rolle des Bibliothekars Kruk bei der Konzertdirektion Landgraf zu sehen. Diese Produktion wurde 2000 mit dem 2. INTHEGA-Preis ausgezeichnet. In Florian Zellers Tragikomödie „Vater“ spielte er in Stuttgart und auf Tournee beklemmend-eindringlich die Titelrolle des achtzigjährigen, an Alzheimer erkrankten André. Diese ungewöhnliche Inszenierung, über die R. Sliepen am 20.3.2017 in der Braunschweiger Zeitung schrieb: »Theater kann in seinen besten Momenten alles gleichzeitig. Weinen machen und Lachen, berühren, nachdenklich stimmen, aufwühlen«, erhielt 2017 den 2. INTHEGA-Preis. Im März 2021 läuft „Vater“ zum letzten Mal bei der Konzertdirektion Landgraf auf Tournee.






