Dinge, die ich sicher weiß

Produktion Ernst Deutsch Theater Hamburg
DINGE, DIE ICH SICHER WEISS
(Things I Know To Be True)
Schauspiel von Andrew Bovell
Deutsch von Maria Harpner und Anatol Preissler

ca. 10. Januar – 10. Februar 2022

Mit Christoph Thomanek, Maria Hartmann, Nina Petri, Rune Jürgensen,
Maximilian von Mühlen, Ruth Marie Kröger

Regie: Adelheid Müther
Bühnenbild: Kathrin Kegler
Kostüme: Marie-Theres Cramer
Musik Leonard Cohen: „Famous Blue Raincoat“
Dramaturgie: Stefan Kroner

Die vielen Inszenierungen zeigen, dass das Stück sowohl auf kleinen wie auf großen Bühnen nichts von seiner Wirkung verliert. In der Spielzeit 2020/2021 steht es am Schlosspark Theater Berlin, in München und im Alten Schauspielhaus Stuttgart auf dem Spielplan.

ANDREW BOVELL »Das Stück ist in keinster Weise autobiografisch, aber vielleicht ist es dennoch das persönlichste meiner Stücke. Es handelt von der Widerstandsfähigkeit einer langjährigen Ehe. Es handelt davon, zu viel und nicht genug zu lieben, und davon, das richtige Maß dazwischen zu finden. Es handelt davon, die eigenen Kinder festzuhalten, wenn sie Halt brauchen, und sie loszulassen, bevor sie beginnen sich herauszuwinden.«

Inhalt
Vater Bob: »Ich dachte, sie würden werden wie wir, nur besser als wir.«
Ein Glücksfall für das Theater – und ein Fest für Schauspieler ist dieses humorvoll melancholische, auch an deutschsprachigen Theatern viel gespielte well-made Play, in dem noch dazu jedes Wort an der richtigen Stelle steht: kein Satz wird zu viel, aber auch kein Wort zu wenig gesagt.

Durch die jüngste Tochter, die zu Beginn und am Ende des Stücks die Dinge aufzählt, von denen sie sicher weiß, dass sie für sie wichtig sind, lernen wir die sechsköpfige Familie Price kennen. Die Familienmitglieder wachsen einem ans Herz, weil es bei ihnen zugeht, wie bei vielen Familien: sie lachen und trauern, lieben, streiten und versöhnen sich – und verschweigen einander aber natürlich auch viele ihrer Hoffnungen, Pläne und Erkenntnisse. Und so ist am Ende des Jahres, durch das wir Eltern, Kinder und Geschwister begleiten, vieles nicht mehr so, wie es am Anfang war. Wie kein anderer versteht es Andrew Bovell, der mit seinen vielen hochkarätigen internationalen Auszeichnungen sicher schon eine ganze Wand dekorieren kann, die widersprüchlichen, durch viele Brüche, Kanten und Fehler gezeichneten Charaktere lebendig werden zu lassen. Aber es wäre kein Stück des australischen Autors, wenn er das Familienporträt nicht zu einem universalen Stück über Beziehungsstrukturen erweitern würde.

Andrew Bovell: »Das Stück entfaltet sich anhand der vier Jahreszeiten, in denen je eines der erwachsenen Kinder eine Identitätskrise erlebt. Der Akzent des Stückes liegt dabei nicht so sehr auf diesen vier Krisen, sondern auf den Auswirkungen, die sie für die Eltern (den nach seiner vorzeitigen Entlassung zum Hobby-Rosenzüchter gewordenen Bob und Fran, die als Krankenschwester die Familie ernährt) haben. Im Sommer kehrt die jüngste Tochter Rosie aus Europa zurück, wo ein junger gutaussehender Spanier ihr Herz gebrochen hat. Im Herbst entscheidet sich die ältere Tochter Pip, ihren Ehemann und die Kinder zu verlassen, um in Übersee einer beruflichen Chance und auch einer erfüllenderen Beziehung nachzugehen. Im Winter schockiert der älteste Sohn Mark seine Eltern, als er erklärt, er plane in Sydney ein neues Leben als Mia anzufangen. Und im Frühjahr enthüllt der jüngste Sohn Ben, dass er Geld veruntreut hat.«

Sehr genau beobachtet zeigt Bovell, was Kinder und Erwachsene trennt, und was sie zusammenhält – nie sentimental, sondern mit liebevoller Sachlichkeit und großer Präzision, wodurch der Text eine umso größere Bühnenwirksamkeit bekommt.

Ein wunderbares vielschichtiges Stück über starke Bindungen, harmonische Geborgenheit, Liebe, Verlust, ungelebte und verwirklichte Träume, d. h. über all das, was an existenzielle Erfahrungen rührt, die wohl jede(r) im Laufe seines Lebens macht, und das Publikum somit unmittelbar erreicht und bewegt.

Pressestimmen
zur Produktion am Ernst Deutsch Theater

Turbulentes Familienleben
In der feinfühligen Inszenierung von Adelheid Müther kämpft die mit Bravos gefeierte Maria Hartmann bis zu Selbstaufgabe für ihre Vorstellung von heiler Welt. Tiefgründige Auseinandersetzung mit Themen, die jeden angehen: Ehe und Familie, Lebenslügen und Alter.
HAMBURG Brigitte Scholz, Hamburger Morgenpost, 18.01.2020

Andrew Bovell ergründet in seinem Stück die geheimen Sehnsüchte, Erwartungen, Zumutungen und Begierden, die sich unter der Oberfläche einer Vorzeigefamilie verstecken. Kathrin Kegler hat ein sprechendes Bühnenbild für die Inszenierung gefunden: Die schützende Hülle des Familienrunds ist wie die Schalen eines Eis auseinander gebrochen. Die weißen, runden Mauerteile weisen Risse auf.
Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert von dem lebensklugen Stück, der beeindruckenden Ensembleleistung und der sensiblen Regie.
HAMBURG Birgit Schmalmack, hamburgtheater, 17.01.2020

Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert von dem lebensklugen Stück, der beeindruckenden Ensembleleistung und der sensiblen Regie.
HAMBURG Birgit Schmalmack, hamburgtheater, 17.01.2020

Das Stück „Dinge, die ich sicher weiß“ erweist sich als Glücksgriff. Präzise geschrieben, voller überraschender Wendungen und mit süffisantem Witz. Da ist nichts abgegriffen oder abgenudelt. Komik und Ernst liegen dicht beieinander. Jeder trägt das Herz auf der Zunge. Gleichzeitig ist auch jeder erbitterter Hüter seiner Geheimnisse. Die Eltern ringen um Zusammenhalt, die Kinder um Loslassen. Alle gemeinsam um irgendeine Balance dazwischen.
Die Schauspieler halten die Spannung gekonnt über zweieinhalb kurzweilige, atemlose Stunden. Die rasanten Wortduelle provozieren etliche Lacher.
HAMBURG Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt, 18./19.01.2020

zur Deutschsprachigen Erstaufführung am Staatstheater Mainz

Familie unterm Brennglas
Mutter, ein Vater, vier Kinder: die Familie Price. Mit seinem Stück „Dinge, die ich sicher weiß“ nimmt der australische Dramatiker Andrew Bovell eine Mittelschichtsfamilie mit all ihren kleinen und großen Problemen unters Brennglas.
Sie können nicht miteinander, sie können nicht ohne einander. Streit und Versöhnung gehören dazu, sind schon seit vielen Jahren Alltag.
Andrew Bovell erzählt in einer klaren, starken Sprache. Sein Stück ist geradeheraus, ohne dabei auf den Humor zu verzichten, wird erzählt wie ein Film.
MAINZ Alexander Jürgs, Die Deutsche Bühne, 24.02.2018

Ein klug konstruiertes, zeitgemäßes Drama, das unter die Haut geht.
MAINZ Katja Sturm, Frankfurter Neue Presse, 14.03.2018

Das Ensemble (Maria Hartmann, Rune Jürgensen, Ruth Marie Kröger, Maximilian von Mühlen, Nina Petri, Christoph Tomanek) steht am 09. Januar 2020 während einer Probe zu dem Stück „Dinge, die ich sicher weiß“ von Andrew Bovell auf der Bühne des Ernst Deutsch Theaters. Die Premiere in der Regie von Adelheid Müther ist am 16.01.2020 im Ernst Deutsch Theater in Hamburg. © Oliver Fantitsch, PF 201723, D-20207 HH, Deutschland, Tel: 040/562448, Tel: 0163/5405849, oliver@fantitsch.de, UST-ID: DE118809982, Veröffentlichung nur gegen namentliche Nennung, Honorar laut MFM und Belegexemplar laut meinen AGB (siehe www.fantitsch.de/agb.pdf).
—Weitere Bilder, auch in High-Res, im Internetarchiv unter www.fantitsch.de recherchierbar—So ein schönes, trauriges, so ein lebenskluges Stück!
Die kleine Familienchronik gehört in die Kategorie angelsächsischer Gebrauchsdramatik, die aktuelle Geschichten aus dem Alltag einfach so heruntererzählt – geradeheraus, realitätsnah, immer auch ein bisschen gesellschaftskritisch.
MAINZ Jens Frederiksen, Allgemeine Zeitung, 26.02.2018

zur Produktion am Oldenburgischen Staatstheater

Vom Publikum zu Recht gefeiert 
Die neue Spielzeit in der Sparte Schauspiel beginnt mit einem Ausrufezeichen.
Das Familiendrama wird verdientermaßen mit viel Applaus gefeiert. Dem australischen Erfolgsautor ist ein zeitgenössisches Stück mit klaren Dialogen gelungen, das ebenso für Lacher sorgt, wie es spannend und dramatisch ist.
OLDENBURG Volker Schulze, oldenburger online zeitung, 25.09.2019

zu Produktionen in Großbritannien und den USA

»Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.« Andrew Bovell scheint „Dinge, die ich sicher weiß“ mit Tolstois fest in seinem Unterbewusstsein verankerten Worten geschrieben zu haben. Sein handwerklich unglaublich gut gemachtes Stück stellt uns die Familie Price und die vielen Nuancen ihres Unglücklichseins vor.
LONDON Rachel Head, A Younger Theatre, 15.01.2018

Eine tragische Geschichte über Verbundenheit, wechselseitige Abhängigkeiten und die Komplexität des Familienlebens
Alles, was sich diese Eltern wünschen, ist dass ihre Kinder zu besseren Versionen ihrer selbst werden. Doch irgendwann stimmen die Erwartungen nicht mehr mit der Realität überein – und die scheinbar so perfekte Familie rutscht ins Chaos.
(…) Eines ist sicher: Das Leben ist unvorhersehbar, besonders wenn so viele Menschen daran beteiligt sind. Schnell begreift man, dass es wenige Dinge gibt, die man sicher weiß.
NEW YORK Charlie Wilks, Broadwayworld, 13.01.2018

Witzig und fesselnd
„Dinge, die ich sicher weiß“ ist ein herausragendes, ein menschliches Drama. Das Stück gibt Einblick in die universellen Themen des Lebens – Liebe, Verlust, Relativität des Schmerzes sowie alle komplexen und dennoch schönen Abstufungen dazwischen. Bovells Text präsentiert sich in einer Bühnenfassung, die sowohl instinktiv verstehbar als auch zutiefst nachempfindbar ist und zeigt, dass das Leben, trotz allem, was jedem von uns zustößt, weitergeht.
5 von 5 Sternen
LONDON Selina Begum, The Upcoming, Januar 2018

Eines der besten neuen Stücke des Jahres
Dieses Stück handelt (…) davon, dass das Leben niemals geradlinig verläuft. Es handelt davon, wie unzulänglich wir alle angesichts unvermeidlicher Veränderung sind. Es handelt von der menschlichen Unfähigkeit, im Moment zu leben und Liebe und Geborgenheit voll und ganz zu würdigen, bevor sie uns abhanden kommen.
Ich kann nicht oft genug wiederholen, wie sehr ich dieses Stück schätze. (…)
Es ist das beste neue Stück, das ich dieses Jahr gesehen habe. Es ist schon ein paar Tage her, dass ich es gesehen habe (…), aber es spukt mir immer noch im Kopf herum. Es gibt darin keine Rührseligkeiten: Bovell beobachtet alle in dieser Familie wie unter einem Mikroskop, entzieht ihnen jegliche Geborgenheit. Er betrachtet ihre Entscheidungen im nüchtern-kalten Tageslicht und widmet sich ihnen dennoch gleichzeitig mit mitfühlender Stimme.
4 von 4 Sternen
CHICAGO Chris Jones, Chicago Tribune, 20.03.2019

Kraftvoller Text
Es kommt selten vor, dass ein Vorstadt-Familiendrama solch heftige Resonanz hervorruft wie „Dinge, die ich sicher weiß“. (…) Bovells Dialoge versetzen einem einen kräftigen emotionalen Schlag. (…) Die verletzende Ehrlichkeit (…) in Bezug auf Familienbeziehungen geht einem auch lange nach Stückschluss nicht aus dem Kopf.
4 von 4 Sternen
LONDON Radio Times, 12.01.2018

Brillanter Theaterabend
Bovells Stück und die Ensembleleistung sind so gut, dass man mit den Figuren fühlt (…). Mehr noch – die Familiendynamiken berühren einen auch auf universeller Ebene, eine traurige Erinnerung daran, wie schnell das Leben verlöschen kann. Einige im Publikum (ich inklusive) mussten ein paar Tränen verdrücken (…).
(…) Man fühlt die Kluft zwischen den Generationen. (…) Der Unterschied zwischen der elterlichen Einstellung und dem ‚Lebe für den Moment‘ der Millenials rückt in den Fokus. Bovell schafft es, diese Idee zu ergründen, ohne die jeweiligen Ideale der beiden Generationen herabzuwürdigen. Dies ist ein brillanter Theaterabend; die hervorgerufenen Gedanken und Gefühle klingen noch lange nach Verlassen des Theaters in einem nach.
LONDON Louise Lewis, British Theatre Guide, 13.01.2018

Familie ist wundervoll und schrecklich zugleich, beides in gleichem Maße (…)
„Dinge, die ich sicher weiß“ ist lustig, rührend, geradeheraus, modern und irgendwie gleichzeitig realistisch und sentimental.
LONDON Peter Jacobs, TheReviewsHub, 04.10.2017

Wunderschön und erschütternd
In Andrew Bovells erschütterndem Stück (…) wird das Ideal der glücklichen Kernfamilie gesprengt – oder vielmehr systematisch zerstört. (…) Ein kraftvoller Blick auf das Miteinander von Narzissmus und bedingungsloser Liebe innerhalb einer Familie.
LONDON Tim Bano, The Stage, 19.09.2016

Ein wortgewandtes, poetisches und eindringliches Familiendrama
Sehr zu empfehlen.
LONDON Ben Lawrence, The Telegraph, 13.01.2018

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