Der kleine Horrorladen

Schauspielbühnen in Stuttgart, Altes Schauspielhaus
DER KLEINE HORRORLADEN
(Little Shop of Horrors)
Horror-Comedy-Rock-Musical
Buch und Gesangstexte von Howard Ashman
Musik von Alan Menken
Nach dem Film von Roger Corman, Drehbuch von Charles Griffith

Mit Oliver Morschel*, Dorothee Kahler*, Sven O. Denkinger*, Dominique Aref*, Mario Mariano* u. a.
ca. 8 Mitwirkende
*Verhandlungen noch nicht abgeschlossen

Regie: Klaus Seiffert

Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben, Berlin
Uraufführung: 27.7.1982 Orpheum Theatre New York
Deutschsprachige Erstaufführung: 7.5.1986 Szene Wien
Broadway-Premiere: 2.10.2003 Virginia Theatre New York

Ausgezeichnet mit zwei Drama Desk Award (Herausragendes Musical, Herausragende Gesangstexte), zwei Outer Critics‘ Circle Awards (Bestes Off-Broadway Musical, Beste Musik) und dem New York Drama Critics‘ Circle Award (Bestes Musical)

ca. 20. März –10. April 2025

Der kleine Horrorladen_Stuttgart_c_Martin Sigmund

Inhalt
Mr. Mushniks Blumenladen in der heruntergekommenen Seitenstraße einer großen Stadt hat keine Kunden, aber welke Blumen, eines bedingt das andere. Seymour, sein linkischer Angestellter, beschäftigt sich mit der Zucht ominöser Pflanzen und ist heimlich in die Kollegin Audrey verliebt. Diese kommt häufig zu spät zur Arbeit, ihr Freund, der sadistische Zahnarzt Orin, prügelt sie. Als Mushnik seinen Laden aufgeben will, naht Rettung in Form einer eigenartigen Pflanze, die Seymour unter mysteriösen Umständen gefunden hat und zu Audreys Ehren liebevoll Audrey Zwo taufte. Kaum steht diese im Fenster, erweckt sie das Interesse neugieriger Kunden. Der Laden brummt, doch alles hat seinen Preis: Das Gewächs, das schneller wuchert als jede Pilzkolonie, entwickelt einen ganz speziellen Appetit – nach Menschenfleisch. Als die dauerhungrige Pflanze schließlich ihre Wurzeln nach Seymour und Audrey ausstreckt, wird es Zeit zu handeln…

Basierend auf Roger Cormans Low-Budget-Filmkomödie von 1960 debütierte Menkens und Ashmans Horror-Comedy-Rock-Musical am 27. Juli 1982 als Off-Off-Broadway-Show und machte sofort Furore. Bald nach seiner Uraufführung kam das Musical als „Der kleine Horrorladen“ auf deutschsprachige Bühnen und hat seither in Amerika und international zahllose Neuproduktionen erfahren, von begeisterten Amateurtheatern bis hin zur Broadwayshow. Mit Hits wie „Grow for Me“, „Suddenly, Seymour“, „Somewhere That’s Green“ und „Suppertime“ erlangte das Musical weltweit Kultstatus. Die Originalproduktion von 1982 erhielt u. a. den Drama Desk Award als Bestes Musical sowie den New York Drama Critics Circle Award als Herausragendes Musical und den Outer Critics Circle Award.

Aufführungsgeschichte
Die originale Off-Broadway-Produktion von „Der kleine Horrorladen“ lief nach der Uraufführung am 27.7.1982 fünf Jahre lang durchgehend am Orpheum Theatre in New York und ist damit eine der langlebigsten Off-Broadway-Shows aller Zeiten. Bei der Derniere am 1.11.1987, nach mehr als 2000 Vorstellungen, war es die Off-Broadway-Produktion mit der drittlängsten Laufzeit und den höchsten Einnahmen bis dato. Schon am 12. Oktober 1983 hatte das Stück Premiere am Comedy Theatre im Londoner West End, wo es 813 Mal gespielt wurde. Produktionen in Australien und Kanada folgten 1984 und schon am 7.5.1986 ging in der Szene Wien die Deutschsprachige Erstaufführung in der Fassung von Michael Kunze über die Bühne. Im Dezember desselben Jahres kam die Verfilmung von Regisseur Frank Oz in die Kinos, die mit Rick Moranis als Seymour und späteren Stars wie Steve Martin, Jim Belushi und Bill Murray in Nebenrollen zum Publikumsrenner wurde. Das Broadway-Debüt ließ jedoch noch auf sich warten, da Librettist Howard Ashman der Meinung war, dass das Musical an kleineren Theatern besser aufgehoben wäre. So kam es, dass „Der kleine Horrorladen“ erst über 21 Jahre nach der Uraufführung, am 2. Oktober 2003 am Virginia Theatre sein Broadway-Debüt feiern konnte – und da bereits als Revival galt. Dies war der Startschuss für eine ganze Reihe von größeren Revival-Produktionen, von denen hier nur die wichtigsten genannt sein sollen. In London starteten im November 2006 Voraufführungen am Off-West-End-Theater Menier Chocolate Factory, bevor sich im März 2007 im Duke of York’s Theatre der Vorhang für die Premiere am West End hob. Die von Publikum und Presse gefeierte Produktion war 2008 u. a. in der Kategorie Bestes Musical Revival für den Laurence Olivier Award nominiert und tourte im Anschluss durch das Vereinigte Königreich.

Aufsehen erregten 2015 drei halbszenische „Horrorladen”-Aufführungen am New York City Center, in denen Hollywood-Star Jake Gyllenhaal die Rolle des Seymour übernahm und die Uraufführungs-Audrey Ellen Greene ihre angestammte Rolle mit großem Publikumszuspruch erneut spielte. Am 22.2.2016 erlebte das Horror-Comedy-Rock-Musical seine australische Revival-Premiere in Sydney und ging dann erfolgreich auf eine ausgedehnte Australien-Tournee. Diese Produktion war u. a. für zehn Sydney Theatre Awards nominiert und gewann acht der begehrten Trophäen, darunter eine für Beste Musicalproduktion. Im Sommer 2018 war „Der kleine Horrorladen“ in einer Freiluftversion am Regent’s Park Open Air Theatre zu erleben. Im Herbst 2019 kehrte „Der kleine Horrorladen“ dann als off-Broadway-Revival nach New York zurück und sorgte für regelmäßig ausverkauftes am Westside Theatre. Die Produktion gewann 2020 den Drama League Award, den Outer Critics‘ Circle Award und den Drama Desk Award in der Kategorie Bestes Musical-Revival und ist aktuell noch bis Januar 2025 am Westside Theatre zu sehen.

Biografien

Komponist Alan Menken
Ob „Under the Sea“, „Part of This World” oder „Colors of the Wind“, „Beauty and the Biest”, „A Whole New World” oder „Go the Distance” – die Chance, dass man mindestens einen von Alan Menkens zahlreichen Musicalhits kennt, ist groß. Mit acht Oscars, elf Grammy Awards und zahlreichen weiteren Preisen ist der amerikanische Musical- und Filmmusik-Komponist einer der meist ausgezeichneten Musikschaffenden unserer Zeit. Besonders seine Arbeiten für Disney machten ihn weltweit zur Berühmtheit. So schrieb er die Filmmusiken zu Kassenschlagern wie „Arielle, die Meerjungfrau“ (1989), „Die Schöne und das Biest“ (1991), „Aladdin“ (1992) oder „Pocahontas“ (1995), für die er jeweils zwei Oscars (Beste Filmmusik und Bester Song) erhielt. Auch die Musiken der Disney-Filme „Der Glöckner von Notre Dame“ (1996), „Hercules“ (1997), „Verwünscht“ (2007) und „Rapunzel – Neu verföhnt“ (2010) stammen von ihm. Daneben entstanden Musicals wie u. a. „Der kleine Horrorladen“ (1982), „A Christmas Carol” (1994) oder „Sister Act” (2009).

Autor Howard Ashman
Der amerikanische Dramatiker, Regisseur und Songtexter bleibt der Nachwelt wohl v. a. als Autor und Texter berühmter Disney-Animationsfilme in Erinnerung, für die Menken die Musik komponierte. Die Zusammenarbeit der beiden begann mit dem Musical „God Bless You, Mr. Rosewater“ (1979) nach Kurt Vonneguts Roman, für das Ashman das Buch und die Songtexte schrieb sowie die Regie übernahm. Auch für das nächste gemeinsam Werk, das Erfolgsmusical „Little Shop of Horrors“ (1982), fungierte er wieder als Buchautor, Songtexter und Regisseur; für die „Horrorladen“-Songtexte gewann er sogar einen Drama Desk Award. Der erste Disney-Film, den Ashman und Menken gemeinsam gestalteten, war „Arielle, die Meerjungfrau“ (1989) – für den Song „Under the Sea“ gab es jeweils einen Oscar und einen Golden Globe. Ashman war es auch, der Disney die Idee zu dem später äußerst erfolgreichen Film „Aladdin“ bescherte. Während Ashmans und Menkens nächster Disney-Zusammenarbeit zu „Die Schöne und das Biest“ (1991) erkrankte der seit 1988 HIV-positive Ashman jedoch schwer und starb. Einige von Ashmans Songtexten und Ideen fanden postum noch ihren Weg in den nächsten Disney-Hit „Aladdin“ (1992).