Der kleine Horrorladen

Schauspielbühnen in Stuttgart, Altes Schauspielhaus
DER KLEINE HORRORLADEN
(Little Shop of Horrors)
Horror-Comedy-Rock-Musical
Buch und Gesangstexte von Howard Ashman
Musik von Alan Menken
Nach dem Film von Roger Corman, Drehbuch von Charles Griffith

Mit Benjamin Sommerfeld, Klaus Seiffert, Sven Olaf Denkinger, Mario Mariano, Giselle Ramsey,
Terja Diava*, Lukas Schneider u. a.
*Verhandlungen noch nicht abgeschlossen

Live-Musik: Florian Kießling (Keyboard), Johannes Weik (Gitarre), Dirk Schmigotzki (Bass), Jonas Neubauer / Oliver Wetzl (Reed), Marko Klotz (Schlagzeug)
13 Mitwirkende

Musikalische Einstudierung und Leitung: Florian Kießling
Regie: Klaus Seiffert
Choreografie: Mario Mariano
Ausstattung: Tom Grasshof
Figurenbau: Christoph Kahlcke, Claudia Dreier

Uraufführung: 27.7.1982 Orpheum Theatre New York
Deutschsprachige Erstaufführung: 7.5.1986 Szene Wien
Broadway-Premiere: 2.10.2003 Virginia Theatre New York
Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben, Berlin

Ausgezeichnet mit zwei Drama Desk Award (Herausragendes Musical, Herausragende Gesangstexte), zwei Outer Critics‘ Circle Awards (Bestes Off-Broadway Musical, Beste Musik) und dem New York Drama Critics‘ Circle Award (Bestes Musical)

ca. 20. März –10. April 2025

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Inhalt
Mr. Mushniks Blumenladen in der heruntergekommenen Seitenstraße einer großen Stadt hat keine Kunden, aber welke Blumen, eines bedingt das andere. Seymour, sein linkischer Angestellter, beschäftigt sich mit der Zucht ominöser Pflanzen und ist heimlich in die Kollegin Audrey verliebt. Diese kommt häufig zu spät zur Arbeit, ihr Freund, der sadistische Zahnarzt Orin, prügelt sie. Als Mushnik seinen Laden aufgeben will, naht Rettung in Form einer eigenartigen Pflanze, die Seymour unter mysteriösen Umständen gefunden hat und zu Audreys Ehren liebevoll Audrey Zwo taufte. Kaum steht diese im Fenster, erweckt sie das Interesse neugieriger Kunden. Der Laden brummt, doch alles hat seinen Preis: Das Gewächs, das schneller wuchert als jede Pilzkolonie, entwickelt einen ganz speziellen Appetit – nach Menschenfleisch. Als die dauerhungrige Pflanze schließlich ihre Wurzeln nach Seymour und Audrey ausstreckt, wird es Zeit zu handeln…

Basierend auf Roger Cormans Low-Budget-Filmkomödie von 1960 debütierte Menkens und Ashmans Horror-Comedy-Rock-Musical am 27. Juli 1982 als Off-Off-Broadway-Show und machte sofort Furore. Bald nach seiner Uraufführung kam das Musical als „Der kleine Horrorladen“ auf deutschsprachige Bühnen und hat seither in Amerika und international zahllose Neuproduktionen erfahren, von begeisterten Amateurtheatern bis hin zur Broadwayshow. Mit Hits wie „Grow for Me“, „Suddenly, Seymour“, „Somewhere That’s Green“ und „Suppertime“ erlangte das Musical weltweit Kultstatus. Die Originalproduktion von 1982 erhielt u. a. den Drama Desk Award als Bestes Musical sowie den New York Drama Critics Circle Award als Herausragendes Musical und den Outer Critics Circle Award.

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Aufführungsgeschichte
Die originale Off-Broadway-Produktion von „Der kleine Horrorladen“ lief nach der Uraufführung am 27.7.1982 fünf Jahre lang durchgehend am Orpheum Theatre in New York und ist damit eine der langlebigsten Off-Broadway-Shows aller Zeiten. Bei der Derniere am 1.11.1987, nach mehr als 2000 Vorstellungen, war es die Off-Broadway-Produktion mit der drittlängsten Laufzeit und den höchsten Einnahmen bis dato. Schon am 12. Oktober 1983 hatte das Stück Premiere am Comedy Theatre im Londoner West End, wo es 813 Mal gespielt wurde. Produktionen in Australien und Kanada folgten 1984 und schon am 7.5.1986 ging in der Szene Wien die Deutschsprachige Erstaufführung in der Fassung von Michael Kunze über die Bühne. Im Dezember desselben Jahres kam die Verfilmung von Regisseur Frank Oz in die Kinos, die mit Rick Moranis als Seymour und späteren Stars wie Steve Martin, Jim Belushi und Bill Murray in Nebenrollen zum Publikumsrenner wurde. Das Broadway-Debüt ließ jedoch noch auf sich warten, da Librettist Howard Ashman der Meinung war, dass das Musical an kleineren Theatern besser aufgehoben wäre. So kam es, dass „Der kleine Horrorladen“ erst über 21 Jahre nach der Uraufführung, am 2. Oktober 2003 am Virginia Theatre sein Broadway-Debüt feiern konnte – und da bereits als Revival galt. Dies war der Startschuss für eine ganze Reihe von größeren Revival-Produktionen, von denen hier nur die wichtigsten genannt sein sollen. In London starteten im November 2006 Voraufführungen am Off-West-End-Theater Menier Chocolate Factory, bevor sich im März 2007 im Duke of York’s Theatre der Vorhang für die Premiere am West End hob. Die von Publikum und Presse gefeierte Produktion war 2008 u. a. in der Kategorie Bestes Musical Revival für den Laurence Olivier Award nominiert und tourte im Anschluss durch das Vereinigte Königreich.

Aufsehen erregten 2015 drei halbszenische „Horrorladen”-Aufführungen am New York City Center, in denen Hollywood-Star Jake Gyllenhaal die Rolle des Seymour übernahm und die Uraufführungs-Audrey Ellen Greene ihre angestammte Rolle mit großem Publikumszuspruch erneut spielte. Am 22.2.2016 erlebte das Horror-Comedy-Rock-Musical seine australische Revival-Premiere in Sydney und ging dann erfolgreich auf eine ausgedehnte Australien-Tournee. Diese Produktion war u. a. für zehn Sydney Theatre Awards nominiert und gewann acht der begehrten Trophäen, darunter eine für Beste Musicalproduktion. Im Sommer 2018 war „Der kleine Horrorladen“ in einer Freiluftversion am Regent’s Park Open Air Theatre zu erleben. Im Herbst 2019 kehrte „Der kleine Horrorladen“ dann als off-Broadway-Revival nach New York zurück und sorgte für regelmäßig ausverkauftes am Westside Theatre. Die Produktion gewann 2020 den Drama League Award, den Outer Critics‘ Circle Award und den Drama Desk Award in der Kategorie Bestes Musical-Revival und ist aktuell noch bis Januar 2025 am Westside Theatre zu sehen.

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Pressestimmen

Hinreißend gespielt und durch und durch glaubwürdig besetzt sind in Stuttgart alle Rollen, vom schüchternen Seymour (Oliver Morschel) über die naive Audrey (Dorothée Kahler) bis hin zum sadistischen Zahnarzt (Sven Olaf Denkinger), der sogar noch in die Rolle verschiedener Geschäftsleute schlüpft, die sich für Audrey II interessieren, und dem geschäftstüchtigen Mr. Mushnik (Martin König). (…) Die Dramaturgie unter der Leitung von Annette Weinmann hat hier ganze Arbeit geleistet. (…) »Der kleine Horrorladen« im Alten Schauspielhaus in Stuttgart bietet vergnügliche Unterhaltung und macht viel Spaß.
STUTTGART Ingrid Kernbach, Blickpunkt Musical, 26.6.2024

Hemmungsloser Spaß
Seiffert setzt die Geschichte leichtfüßig und mit viel Liebe zum Detail in Szene, kitzelt jede Pointe in der sich steigernden Absurdität der Handlung heraus. Auch musikalisch macht der Abend hemmungslos Spaß: Die Produktion ist sängerisch bestens besetzt und Dirigent Florian Kießling zieht mit raffiniertem Rhythmusgefühl genau an den richtigen Stellen das Tempo der fünfköpfigen Band an. (…) Natürlich garantieren Alan Menkens eingängige Musik und Michael Kunzes brillante Übersetzung von Howard Ashmans Texten in einer so rasanten, liebevollen Umsetzung die Standing Ovations am Schluss.
STUTTGART Angela Reinhardt, musical-today, 22.6.2024

Regisseur Klaus Seiffert, der an den Schauspielbühnen unter anderem schon erfolgreich „Hair“, die „Comedian Harmonists“ und „Halleluja!“ (Publikumspreis 2021/22) inszenierte, bringt zum Ausklang der Saison 2023/24 mit dem „Kleinen Horrorladen“ Howard Ashmans und Alan Menkens weltberühmtes Musical auf die Bühne des Alten Schauspielhauses. (…) Mario Mariano zeichnet (…) für die kurzweiligen Choreografien verantwortlich, die allesamt aus dem Orchestergraben live von Florian Kießling und Band mit sattem, sauberem Sound begleitet werden. (…) Das feine Austarieren zwischen gewollt etwas überzwerchem Spiel mit humorigen Wortspielen („Dank dir wucherndem Schössling bin ich nun Mushniks Sprössling“), unterhaltsamen Gruselelementen und dem ernsteren Fingerzeig, sich – auch und gerade heutzutage – vor verführerischen Versprechungen jedweder Art in acht zu nehmen, meistert das „Horrorladen“-Ensemble im Alten Schauspielhaus großartig.
STUTTGART Uta Reichardt, Ludwigsburger Kreiszeitung, 18.6.2024

Die musikalisch einwandfreie Produktion erntete Lachstürme und Standing Ovations – der »Little Shop of Horrors« dürfte auch in der Schwabenmetropole zum Kultstück werden. (…) Im Kampf gegen die übergriffige Pflanze steigert sich die Geschichte in absurde Pointen, die Klaus Seiffert rasant und mit viel Liebe zum Detail inszeniert hat. (…) Das kleine Ensemble singt wunderbar, allen voran Oliver Morschel als bebrillter Seymour, den seine magische Pflanze zu einem Faustischen Pakt überredet. (…) Die fünfköpfige Band klingt klasse, Dirigent Florian Kießling zieht an den richtigen Stellen das Tempo an. Für ein bisschen Grusel, Kritik an der menschlichen Gier und vor allem viel Spaß.
STUTTGART Angela Reinhardt, Reutlinger General-Anzeiger, 11.6.2024

Oliver Morschel spielt Seymour anrührend als erbarmungswürdigen, ängstlich-beflissenen Angestellten seines widerwärtigen Chefs. Das allein ist schon sehr unterhaltsam mitzuerleben. (…) Lukas Schneider (Figurenspiel) bewegt bravourös das unangenehme Großmaul der komischen Pflanze. (…) Klaus Seiffert hat das alles stimmig inszeniert, dazu erklingen stark rhythmische, prägnante Liveklänge von fünf Musikern (Leitung: Florian Kießling), die auch eingängige Songs intonieren. So besingt Dorothée Kahler herzzerreißend und zugleich ironisch angeschrägt Audreys biederen Traum von einem Häuschen mit Sprossenfenstern und Gästeklo.
STUTTGART Cord Beintmann, Stuttgarter Zeitung, 10.6.2024

Die Produktion im Alten Schauspielhaus Stuttgart kehrt zu den Ursprüngen am Off-Off-Broadway zurück, konzentriert sich auf ein überschaubares Bühnenbild und setzt die Mindestanzahl an Ensemble- und Bandmitgliedern ein. Ein Konzept, das aufgeht. (…) Tom Grashofs Bühnenbild ist praktisch, relativ einfach und schön anzusehen. (…) Die bunten Kostüme im Stil der 60er Jahre – ebenfalls von Grasshof – runden das optische Gesamtbild ab. (…) Klaus Seifferts Inszenierung ist geradlinig und solide. Er erzählt die Geschichte temporeich und verlässt sich auf die Vorlage. (…) Gut gesungen, überzeugend und mit Spaß gespielt, ist diese aufs Wesentliche konzentrierte Produktion eine runde Leistung.
STUTTGART Ingo Göllner, musicalzentrale, 10.6.2024

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Biografien

Komponist Alan Menken
Ob „Under the Sea“, „Part of This World” oder „Colors of the Wind“, „Beauty and the Biest”, „A Whole New World” oder „Go the Distance” – die Chance, dass man mindestens einen von Alan Menkens zahlreichen Musicalhits kennt, ist groß. Mit acht Oscars, elf Grammy Awards und zahlreichen weiteren Preisen ist der amerikanische Musical- und Filmmusik-Komponist einer der meist ausgezeichneten Musikschaffenden unserer Zeit. Besonders seine Arbeiten für Disney machten ihn weltweit zur Berühmtheit. So schrieb er die Filmmusiken zu Kassenschlagern wie „Arielle, die Meerjungfrau“ (1989), „Die Schöne und das Biest“ (1991), „Aladdin“ (1992) oder „Pocahontas“ (1995), für die er jeweils zwei Oscars (Beste Filmmusik und Bester Song) erhielt. Auch die Musiken der Disney-Filme „Der Glöckner von Notre Dame“ (1996), „Hercules“ (1997), „Verwünscht“ (2007) und „Rapunzel – Neu verföhnt“ (2010) stammen von ihm. Daneben entstanden Musicals wie u. a. „Der kleine Horrorladen“ (1982), „A Christmas Carol” (1994) oder „Sister Act” (2009).

Autor Howard Ashman
Der amerikanische Dramatiker, Regisseur und Songtexter bleibt der Nachwelt wohl v. a. als Autor und Texter berühmter Disney-Animationsfilme in Erinnerung, für die Menken die Musik komponierte. Die Zusammenarbeit der beiden begann mit dem Musical „God Bless You, Mr. Rosewater“ (1979) nach Kurt Vonneguts Roman, für das Ashman das Buch und die Songtexte schrieb sowie die Regie übernahm. Auch für das nächste gemeinsam Werk, das Erfolgsmusical „Little Shop of Horrors“ (1982), fungierte er wieder als Buchautor, Songtexter und Regisseur; für die „Horrorladen“-Songtexte gewann er sogar einen Drama Desk Award. Der erste Disney-Film, den Ashman und Menken gemeinsam gestalteten, war „Arielle, die Meerjungfrau“ (1989) – für den Song „Under the Sea“ gab es jeweils einen Oscar und einen Golden Globe. Ashman war es auch, der Disney die Idee zu dem später äußerst erfolgreichen Film „Aladdin“ bescherte. Während Ashmans und Menkens nächster Disney-Zusammenarbeit zu „Die Schöne und das Biest“ (1991) erkrankte der seit 1988 HIV-positive Ashman jedoch schwer und starb. Einige von Ashmans Songtexten und Ideen fanden postum noch ihren Weg in den nächsten Disney-Hit „Aladdin“ (1992).