Terror

Plakat Terror 2016EURO-STUDIO Landgraf
TERROR
Stück von Ferdinand von Schirach
1. INTHEGA-Preis DIE NEUBERIN 2017

Wiederholungstournee
ca. 25.09.2017 – 13.11.2017

Regie: Thomas Goritzki
Ausstattung: Heiko Mönnich

Mit: Johannes Brandrup (als vorsitzender Richter), Christian Meyer, Christoph Schlemmer,
Ulla Wagener, Peter Donath, Tina Rottensteiner

Darf der Staat zur Terrorabwehr töten? Es scheint so, als hätte der vielfache Bestsellerautor Ferdinand von Schirach („Verbrechen“, „Schuld“, „Die Würde des Menschen ist antastbar“), dessen Werke inzwischen in über 35 Ländern verschlungen werden und dessen Roman „Der Fall Collini“ sogar in einigen Bundesländern zum Abiturstoff gehört, nun auch den Bühnenbestseller der Theatersaison geschrieben. Gleich zwei große Staatstheater haben sich die Rechte gesichert.

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„Terror“ ragt in der gerade veröffentlichten Werstatistik 2015/2016 des Deutschen Bühnenvereins bei den Uraufführungen heraus und führt fast alle Listen an, z. B.
DIE MEISTEN AUFFÜHRUNGEN: 397
DIE MEISTEN ZUSCHAUER: fast 150.000

Inhalt
Major Lars Koch, Kampfjetpilot der Bundeswehr, steht vor Gericht. Angeklagt ist er des 164-fachen Mordes. Was ist passiert?

Am 26. Mai 2013 erhält Koch den Befehl, einen vollbesetzten, von Terroristen gekaperten Airbus vom Kurs abzudrängen, was ohne Erfolg bleibt. Ziel der Terroristen ist es, den Airbus in die ausverkaufte Münchner Allianz-Arena stürzen zu lassen, in der 70.000 Zuschauer dem Länderspiel Deutschland-England entgegenfiebern. Lars Koch entscheidet sich eigenmächtig, das Passagierflugzeug abzuschießen, um die Fußball-Fans zu retten. Alle 164 Airbus-Insassen sterben. Ist Koch schuldig, weil er 164 Menschen zum Objekt gemacht hat und damit deren Rechte und Menschenwürde verletzte?

Darüber muss auch das Publikum nach bestem Wissen und Gewissen, wie es im deutschen Richtergesetz heißt, urteilen. Jeder Zuchauer darf in einer kleinen Pause abstimmen, ob Lars Koch unschuldig ist oder schuldig gesprochen werden soll. Danach entscheidet sich, wie das Theaterstück weitergeht. Plädiert der überwiegende Teil des Publikums für SCHULDIG, wird die Schuldig-Variante gespielt, hält die Mehrheit Lars Koch für UNSCHULDIG, kommt diese Begründung des Richterspruchs zur Aufführung.

In „Terror“, seinem ersten Theaterstück, stellt der ehemalige Strafverteidiger Ferdinand von Schirach, der 2009 durch seine Kriminalerzählungen „Verbrechen“ schlagartig zur literarischen Sensation wurde, die Frage nach der Würde des Menschen und dessen moralischer Verantwortung: Darf ein Mensch töten, um andere zu retten? Welche Gründe kann es geben, um ein Unheil durch ein anderes, vermeintlich kleineres Unheil abzuwehren? Ist die Entscheidung von Lars Koch moralisch vertretbar oder nicht?

Ferdinand von Schirach gelingt es, die Zuschauer durch seinen suggestiven Gerichts-Thriller gleichzeitig zu emotionalisieren und zum Nachdenken darüber zu verführen, wie sie in einem ähnlichen moralischen Dilemma entschieden hätten.

 

Die Szene: Ein Gericht. Das Publikum: Die Schöffen.
In Ferdinand von Schirachs Theaterstück entscheidet das Publikum über „schuldig“ oder „nicht schuldig“. Hier stellen wir fortlaufend die Ergebnisse der Abstimmungen dar. In den Spielzeiten 15/16 und 16/17 steht das Stück im Spielplan von 54 Theatern.
terror.theater
Dank an Sara Örtel – Deutsches Theater Göttingen – für ihre Anregung, die Ergebnisse der Abstimmungen zu dokumentieren. Ein Projekt der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH
Programmierung, Grafik & Konzeption: Dr. Arnd Zapletal

Pressestimmen

Moralisch ein ungeheuerliches Dilemma
Darf man Menschen töten, um andere zu retten? Mit dieser schwierigen Frage konfrontiert Ferdinand von Schirach in seinem Schauspiel „Terror“ das Publikum. Und nicht nur das: Er zwingt es, selbst darüber zu entscheiden. Ein Ensemble von hervorragenden Schauspielern verlieh dem Text (…) Leben.
Johannes Brandrup gab einen Vorsitzenden, der die Verhandlung souverän leitete und sich auch nicht durch die persönlichen Spitzen des Verteidigers Biegler, dargestellt von Christoph Schlemmer, von seiner stringenten Prozessführung abbringen ließ. Lars Koch, der Angeklagte, dem Christian Meyer ein Gesicht gab, verteidigte seinen Standpunkt eloquent (…). Annett Kruschke spielte äußerst überzeugend ihre Rolle als Staatsanwältin. Sie ließ ihrer Figur Raum für Emotionen (…). Ein sehr überzeugendes Ensemble stellte hier unter der Regie von Thomas Goritzki einen Prozess nach, dem es so hoffentlich nie in Wirklichkeit geben wird. (…) Das Programmheft ist überaus ansprechend gestaltet und enthält zusätzliche Erläuterungen und interessante Standpunkte. Es ist damit eine hervorragende Grundlage für weitere Gespräche (…).
Johann Frischholz, Amberger Zeitung, 19.12.2016

Gerichtsdrama regt zum Nachdenken an
Selten wurde in Beverungen ein solch authentisches Theaterstück gezeigt.
In der Pause wurde heftig über die Thematik diskutiert. (…)
Was das Stück, die Inszenierung von Thomas Goritzki und die schauspielerische Leistung betraf, war man sich in Beverungen (…) einig: „Terror“ war ein eindrucksvolles Gerichtsdrama und erhielt deshalb langanhaltenden Applaus.
Peter Vössing, Beverunger Rundschau, 12.10.2016

Der mittig platzierte, sympathisch-lockere Richter [Johannes Brandrup] bildet mit den beiden Gegenspielern, der streng auftretenden Staatsanwältin (Annett Kruschke) und dem verspätet eintreffenden, fast komödiantisch wirkenden Verteidiger Biegler (Christoph Schlemmer), eine Dreieckskonstellation, die von (…) gut charakterisierenden Monologen, sowie dem direkten Einbeziehen der Zuschauer getragen wird (…). (…) Von Schirach evoziert die Diskussion zwischen den Zuschauern. (…) Ein zutiefst packendes Stück (…).
Heidi Vogelhuber, Bietigheimer Zeitung, 14.10.2016

Der gelungene Auftakt der Theatersaison zog jeden Besucher unmittelbar ins Geschehen hinein. (…) Das von der ersten bis zur letzten Minute spannende Stück fesselte das (…) Publikum. (…) Christian Meyer, der den Angeklagten darstellt, spielt authentisch. (…)
Das Stück lässt niemanden unberührt. In der Pause wird angeregt diskutiert.
Dorothea Koschmieder, Borkener Zeitung, 10.10.2016

Ferdinand von Schirachs Theaterstück (…) stellt die Gewissensfrage
Spätestens als die Ehefrau eines der Opfer verzweifelt ihr Unverständnis über das Geschehene äußert, fällt es schwer, das Ganze nur als Schauspiel zu sehen. Der moralische Druck wächst. Zu beklemmend und authentisch wirken die Szenen (…).
Befreiender Beifall zum Schluss, in dem viel Hochachtung für die schauspielerische Leistung steckte.
Franziska Felsch, Buxtehuder Tageblatt, 11.11.2016

Aufführung (…) sorgt für rege Diskussionen
Das Fellbacher Kulturamt hat erneut ein gutes Gespür bewiesen: (…) zum Wochenanfang erntete (…) Ferdinand von Schirachs raffiniertes Drama „Terror“ mit fast 700 Zuschauern überdurchschnittlichen Zuspruch. (…) Selten gab es an einem Theaterabend (…) in jener viertelstündigen Unterbrechung so intensive Gespräche über ein Stück.
Dirk Herrmann, Fellbacher Zeitung, 26.11.2016

Großer Diskussionsbedarf nach Freispruch
„Terror“ begeisterte und beschäftigte die Zuschauer
Torsten Lehmann, Iserlohner Kreiszeitung, 02.11.2016

Atemlose Spannung
Die Zuschauer erleben eine in jeder Hinsicht überzeugende und fesselnde Aufführung von durchweg großer Spannung. Ihre Qualität ergibt sich aus der klugen Inszenierung von Thomas Goritzki, die auf die Wirkung der Sprache, die Schauspielkunst und auf Emotionalität setzt.
Elisabeth Tondera, Lingener Tagespost, 05.10.2016

Angereichert mit Paragraphen und Urteilen des Bundesverfassungsgerichts servierte die Konzertdirektion Landgraf mit „Terror“ einen Streit zwischen Kopf und Bauch, der quer durch das Stadttheater niemanden kalt ließ.
dhob, Lippische Landeszeitung, 12.12.2016

Das Stück ist (…) in seiner Substanz höchst spannend. (…) Das Stück trifft den Nerv der Zeit, ist brandaktuell, denn jedem im Saal ist klar, dass es keine Garantie gibt, dass diese Fiktion auf der Bühne schon morgen Realität werden kann. Spannung pur also (…).
Arnim Bauer, Ludwigsburger Kreiszeitung, 14.10.2016

Jeder Zuschauer wird Teil der Inszenierung (…), erstklassig und intensiv dargeboten vom gesamten Ensemble. (…) „Terror“ ist provozierendes Theater, das das (…) Publikum in seinen Bann zog.
Bettina Görlitzer, Lüdenscheider Nachrichten, 05.10.2016

Eines der Ziele des Theaters muss es sein, Besucher nicht nur zu berieseln und zu amüsieren. Sondern sie nachdenken, reflektieren, diskutieren zu lassen. Und so viel über ein Stück gesprochen wie über „Terror“ wurde im Foyer des Theaters sicher schon lange nicht mehr. Was natürlich systemimmanent ist. Ferdinand von Schirach hat einen fast genialen Trick angewandt. Er lässt nicht nur einen Mordprozess nachspielen (…). Er macht das Publikum zu Schöffen-Richtern. (…) Knapp zwei Stunden lang saß man gebannt in der Verhandlung, lauschte dem Richter (Johannes Brandrup), verbündete sich mit dem Verteidiger (Christoph Schlemmer), wägte die Argumente der Staatsanwältin (Annett Kruschke) ab und hätte am liebsten mit der Nebenklägerin (…) (Tina Rottensteiner) geweint, die ihren Mann im Flugzeug verlor. (…)
Man kann nicht von diesem Stück lassen, man will alles wissen, alles hören. Und man will urteilen.
Oliver Schikora, Main-Post, 26.09.2016

Mit frenetischem Applaus und lautem Fußstampfen und teilweise stehenden Ovationen haben rund 450 Theaterbesucher das Gerichtsdrama (…) gefeiert.
Burkhard Battran, Neue Westfälische,30.9.2016.

Die großartig in ihren Rollen aufgehenden, ja geradezu über sich hinauswachsenden Schauspieler Johannes Brandrup (Richter), Christian Meyer (Lars Koch), Christoph Schlemmer (Verteidiger), Annett Kruschke (Staatsanwältin), Peter Donath (Zeuge) und Nebenklägerin Tina Rottensteiner machten das Prozessgeschehen zu einem atemberaubend-spannenden Ereignis. (…)
Am Schluss stürmischer Applaus für einen gelungenen, mit einer schauspielerischen Glanzleistung einhergehenden Auftakt der städtischen Theatersaison.
Kurt Lang, Neue Württembergische Zeitung/ Göppinger Kreisanzeiger, 15.10.2016

Außergewöhnliches Justiz-Drama
„Terror“ kommt mit einer packenden und aktuellen Thematik daher (…). Dass die Zuschauer involviert sind, ist der Clou an dem Stück und ein strategisch gelungener Schachzug, denn so fesselt das Schauspiel bis zum Ende.
Sina Gebhardt, Offenbach-Post, 29.09.2016

Publikum diskutiert intensiv über Schutz der Menschenwürde
Die Ausstrahlung des Fernsehfilms (…) und der begleitende Medienrummel [hatten] der Aufführung (…) nicht geschadet. Sie hatte im Gegenteil viele Zuschauer für die Thematik sensibilisiert und die Diskussionen eher bereichert. (…)
Was dem Publikum (…) geboten wurde, war hochkarätiges Theater (…). Johannes Brandrup spielte den vorsitzenden Richter überzeugend mit allen Facetten (…). (…) Annett Kruschke war die unbestechliche Staatsanwältin (…). Ihr Gegenpol war Christoph Schlemmer als Verteidiger (…). Erschütternd war das Auftreten von Tina Rottensteiner als Nebenklägerin, die die Gefühle der Ehefrau eines Geopferten dem Publikum näherbrachte. Peter Donath als Vorgesetzter des Angeklagten brachte überzeugend rüber, wie die eigentlich Entscheidungsträger sich aus der Verantwortung gestohlen hatten. Brillant war Christian Meyer als angeklagter Kampfflieger Lars Koch (…). (…)
Selten wurde in der Pause so intensiv und auch kontrovers diskutiert, selten war der Geräuschpegel im Foyer so hoch wie an diesem Abend. (…)
Einigkeit herrschte bei der Bewertung der Aufführung: »Der Abend hat mir gezeigt, wie spannend Theater auch für junge Leute sein kann«, meinte Teresa Kleine-Frauns. Und Gerline Wittler, seit 1958 Stammgast in Reihe 3 Platz 9, urteilte: »Das war ein ganz großes Theaterereignis.«
Diethelm Textoris, Ruhr Nachrichten, 20.10.2016

„Terror“ ist kein reines Theaterstück. Die Zuschauer werden Teil der Handlung und finden sich als Schöffen in einem Gerichtssaal wieder (…). (…) Christian Meyer als Angeklagter (…) überzeugte in seiner Darstellung (…). Auch Peter Donath als Zeuge und Vorgesetzter machte deutlich, in welchem (…) Zweispalt der (…) pflichtbewusste Vorgesetzte (…) ist. Die als Nebenklägerin spielende Tina Rottensteiner zeigte die emotionale Seite der Verhandlung. (…) Gut gelangen Christoph Schlemmer und Annett Kruschke die gegensätzlichen Charaktere zwischen Verteidiger und Staatsanwältin darzustellen.
Torsten Bogdenand, Salzgitter-Zeitung, 14.11.2016

„Terror“ beschäftigt sich mit einem gesellschaftspolitischen, hochaktuellen Thema.
stö, Siegener Zeitung, 04.10.2016

Menschenwürde versus Menschenrettung
In Schirachs Stück geht es um große, nie endgültig zu beantwortende Fragen: Darf man den Tod einiger in Kauf nehmen, um den Tod vieler anderer zu verhindern? Leben gegeneinander aufwiegen? (…) Als Zuschauer überkommt einen schnell die erschreckende Erkenntnis, dass hier Gut und Böse, Recht und Unrecht schwer zu trennen sind, dass es moralische Dilemmata voller Fallstricke gibt. Johannes Brandrup, der den Vorsitzenden Richter stark mit sachlicher Schärfe spielt, gibt dem Publikum den wichtigen Rat: »Bleiben Sie bei ihrem Urteil selbst Menschen.«
Das kluge Stück lebt besonders vom Diskurs (…). (…)
Regisseur Thomas Goritzki versucht in seiner Inszenierung (…) nicht, den Protagonisten exzentrische Charakteristika zu verleihen. Das Drama steuert angenehm unprätentiös auf seine Klimax zu, im Vertrauen auf den Plot und seine Herausforderungen für Hirn und Herz – und wartet zu Beginn sogar mit komödiantischen Einlagen auf, für die der Verteidiger (Christian Schlemmer) verantwortlich zeichnet. Ein textlastiges Stück wie „Terror“ ist besonders abhängig von einem guten Schauspiel-Ensemble, und das präsentierte sich in Aschheim sehr überzeugend.
Udo Watter, Süddeutsche Zeitung, 25.09.2016

In „Terror“ spielt das Publikum die entscheidende Rolle
Johannes Brandrup verleiht dem Vorsitzenden Richter mit Sachlichkeit und Bestimmtheit die Eigenschaften des ruhenden Pols, um den sich die emotional aufgeladene Verhandlung entspinnt. Auch Christoph Schlemmer als leicht schusseliger (…) Verteidiger sowie Annett Kruschke als leidenschaftliche Staatsanwältin tragen das Stück und geben ihren Charakteren Glaubwürdigkeit und Schärfe. (…) Wenn die Witwe eines Flugzeuginsassen, grandios gespielt von Tina Rottensteiner, während ihrer Aussage plötzlich ins Stocken gerät und mit den Tränen kämpft, ist im Publikum (…) nicht einmal ein Husten zu hören. (…)
Ferdinand von Schirach schafft es auf beeindruckende Weise, eine der komplexesten juristischen Fragestellungen mittels eines mitreißenden Theaterstücks (…) zu vermitteln, sodass die Vorstellung am Ende genau das geschafft hat, was Kunst tun soll: Nicht nur unterhalten, sondern auch bilden.
Max Amos, Westfalenpost, 03.10.2016

Ein spannendes Stück Theater, das wohl alle Beteiligten gepackt hat. Viel Applaus für das überzeugende Ensemble des EURO-STUDIO Landgraf.
Rainer Sliepen, Wolfenbütteler Zeitung, 16.11.2016