Und wer nimmt den Hund?

EURO-STUDIO Landgraf /
Komödie Winterhuder Fährhaus Hamburg
UND WER NIMMT DEN HUND?
Komödie nach dem Filmdrehbuch von Martin Rauhaus
in einer Bühnenbearbeitung von Marcus Grube

ca. 1. März – 10. April 2022

Mit Marion Kracht,
Michael Roll u. a.
ca. 6 Schauspieler*innen

 

Inhalt
Es gibt Paare, die machen einfach alles richtig. Georg und Doris sind seit 25 Jahren zusammen, er hat als Biologe Karriere gemacht, sie hat zwei Kinder aufgezogen und sich um das gepflegte Eigenheim gekümmert. Jede Menge Alltag und gemeinsam gelebtes Leben – das verbindet. Doch es kommt, wie es kommen muss: Die erwachsenen Kinder sind aus dem Haus, das Paar könnte sich neu finden, da verliebt sich Georg in seine Doktorandin Laura, und plötzlich steht die Beziehung zu Doris vor dem Aus. Wer einen bühnenreifen Rosenkrieg erwartet mit Türenschlagen, wütenden Streitereien, fliegenden Tellern und Schüsseln, muss umdenken. Denn in der gediegenen Bürgerlichkeit dieses Vorzeigepaares geht es gesittet und vernünftig zu. Doris interessiert sich für die Trennungsdynamik wie unter Laborbedingungen: »Man will das doch irgendwie verstehen«, sagt sie und schlägt den gemeinsamen Besuch beim Therapeuten vor.

Die Zuschauer begleiten das Paar zum Therapeuten, und der Witz dieser Komödie besteht darin, die Vernunft als das am wenigsten geeignete Instrument zur Lösung von Beziehungsproblemen vorgeführt zu bekommen. Das Publikum darf sich am Gefälle zwischen der geplant schmerzfreien Trennung und den sich unvermutet zurückmeldenden alten Beziehungs- und Gefühlsverwirrungen der beiden Hauptpersonen ergötzen und ihnen dabei zusehen, wie sie immer ‚uncooler‘ werden. Es kratzt an Georgs Männlichkeit, dass Doris statt zu leiden wieder aufblüht, eigene Interessen entwickelt und sich verliebt. Je mehr er sich um Haltung bemüht, desto stärker gerät er unter Druck. Gleichzeitig wirkt Doris unerwartet sprunghaft und fällt in seltsam spätpubertäre Verhaltensmuster zurück. Die Frage, wer den Hund nimmt – bei Trennungen nicht selten ein Hauptkriegsschauplatz – ist unter den Bedingungen niedergerungener Emotionen vergleichsweise zweitrangig. Aber richtig spannend, aufschlussreich und lustig für ein Publikum mit Therapeutenblick ist es, herauszufinden, ob die unter der kühlen Fassaden des Paares brodelnden Gefühle doch noch zur Eruption kommen oder ob der uralte Konflikt von Kopf und Bauch, Verstand und Gefühl sich auf andere Weise löst.

Verraten wird nichts, aber ein Hinweis sei erlaubt: Der ursprünglich für das Kino entwickelte und mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur in den Hauptrollen erstmals 2019 beim Filmfest München gezeigte Stoff ist wie geschaffen für die Bühne!

Pressestimmen zum Film

[Hier] fliegen – unterbrochen von Rückblenden und Spielszenen aus dem aufgewühlten Alltag – die Fetzen so heftig, dass es einfach nur Spaß macht zuzusehen.
(…) Bittere Enttäuschungen, kurz wieder aufflammende Leidenschaft und Eifersucht, tiefe Verletzungen – in diesem Film von Rainer Kaufmann wird auf sehr komische Weise wieder einmal klar, dass in Scheidungskriegen keine Gefangenen gemacht werden.
LEIPZIG Knut Elstermann, MDR Kultur, 08.08.2019

In der Tat sind es die oft sehr pointierten Dialoge, die die
Stärke des Filmes sind.
HAMBURG Bettina Peulecke, NDR Kultur, 05.08.2019

Bitterböse Scheidungskomödie mit pointierten Dialogen
Einen Großteil seines Humors bezieht „Und wer nimmt den Hund?“ aus seinen bissigen Dialogsequenzen, wenn sie etwa zu ihm sagt: »Ich will eine Firma gründen.« Darauf er: »Ein Bauunternehmen für Luftschlösser?«. Oder er sagt zu ihr: »Ich hab‘ nachgedacht.« Darauf sie: »Das muss ja nicht falsch sein.« (…)
Da fühlt man sich zuweilen an den (…) Hollywood-Klassiker „Der Rosenkrieg“ erinnert, in dem sich Michael Douglas und Kathleen Turner eine brachial-brutale Scheidungsschlacht liefern. Da (…) es ein paar schöne Querverweise auf andere Filme gibt (…) macht „Und wer nimmt den Hund?“ trotz seiner eigentlich ernsthaften Prämisse einen Heidenspaß.
**** Vier (von fünf) Sternen
BERLIN Thomas Lassonczyk, filmstarts.de, 06.06.2019

Der emotionale Kern liegt (…) im Gespräch mit der Therapeutin verborgen, wodurch sich ein schönes Wechselspiel aus mit Hysterie und Aufopferung kokettierender Comedy und melancholischem Drama über verpasste Chancen und Mittlebenskrisen entwickelt. (…) „Und wer nimmt den Hund?“ [ist] ein (…) Beweis dafür, dass deutsche Filmemacher auch richtig komisch sein können.
Antje Wessels, Programmkino.de

Einer nicht validierten Beobachtung zufolge sind Beziehungen, deren Mitglieder sich für eine »Paartherapie« entscheiden, eigentlich bereits am Ende. Im Umkehrschluss gäbe es dann für bröckelnde Beziehungen, die eine »Trennungstherapie« beginnen, ja vielleicht noch Hoffnung. Aber so einfach ist das natürlich nicht. Auch nicht in Rainer Kaufmanns Beziehungskomödie „Und wer nimmt den Hund?“.
BERLIN Jenny Zylka, TAZ, 12.08.2019

Biografien

Marion Kracht (c) Werner GritzbachMARION KRACHT
Marion Kracht wuchs als Tochter des Dramaturgen Fritz-André Kracht in München auf. Bereits mit fünf Jahren stand sie zum ersten Mal in TV-Filmen und für Werbespots vor die Kamera. Während der Schulzeit pendelte sie häufig zwischen dem Klassenzimmer und Aufnahmestudios. Mit 14 Jahren übernahm sie an der Seite von Carl Raddatz und Ruth Leuwerik die Rolle der Tony Buddenbrook… mehr

Michael Roll (c) Pascal AlbandopulosMICHAEL ROLL
Als Sohn des mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Kameramanns Gernot Roll wurde er schon mit einem „Filmgen“ geboren, und so ist es keine Überraschung, dass er bereits während seiner Schulzeit in München Filme synchronisierte und heute die deutsche Stimme von Tom Hanks und Benjamin Bratt ist. Nach Gesangs- und Schauspielunterricht gehört er seit Jahrzehnten zu den bekanntesten und meistbeschäftigten Theater-, Film- und TV-… mehr

Zuletzt aktualisiert: 28.07.2020