Und wer nimmt den Hund?

EURO-STUDIO Landgraf /
Komödie Winterhuder Fährhaus Hamburg
UND WER NIMMT DEN HUND?
Komödie nach dem Filmdrehbuch von Martin Rauhaus
in einer Bühnenbearbeitung von Marcus Grube

ca. 1. März – 10. April 2022

Mit Marion Kracht,
Michael Roll u. a.
ca. 6 Schauspieler*innen

Uraufführung der Bühnenfassung von Marcus Grube: November 2021 an der Komödie Winterhuder Fährhaus in Hamburg

Der gleichnamige Film erlebte seine Weltpremiere am 2. Juli 2019 beim Filmfest München und erhielt dort gleich eine Nominierung für den Bernd Burgemeister Fernsehpreis. Beim Kinostart am 8. August 2019 erreichte der Film Platz 1 der Arthouse-Kinocharts.

 

Zum Inhalt
Es gibt Vorzeigepaare, die machen alles richtig. Georg und Doris Lehnert sind seit 20 Jahren verheiratet, er hat es als Biologe zum Aquariumsdirektor gebracht, sie hat zwei Kinder aufgezogen und sich um das Eigenheim in bevorzugter Wohnlage gekümmert. Jede Menge Alltag und gemeinsam gelebtes Leben. Die Kinder sind aus dem Haus, das Paar könnte sich neu finden…

Die Versuchung in Gestalt von Laura, Georgs zwanzig Jahre jüngerer Doktorandin, naht, und plötzlich steht seine Beziehung mit Doris vor dem Aus. Wer eine Schlammschlacht erwartet, muss umdenken. »Wir hatten unsere Zeit. Und jetzt ist die eben vorbei«, konstatiert Georg trocken, und auch Doris scheint sich für die Trennungsdynamik eher wie für ein Experiment unter Laborbedingungen zu interessieren. »Man will das doch irgendwie verstehen«, sagt sie und schlägt den gemeinsamen Besuch bei Trennungstherapeutin Gisela Bruhns vor. Das klingt nach ‚Scheidung light‘, frei nach dem modischen Lifestyle-Konzept „bewussten Entpaarens“ („conscious uncoupling“), auf das Hollywood Stars wie Gwyneth Paltrow schwören.

Der Witz und besondere Charme dieser Komödie besteht darin, wie Szene für Szene die Vernunft als das am wenigsten taugliche Instrument zur Lösung von Beziehungsproblemen vorgeführt wird. Das Publikum darf sich am Gefälle zwischen der erhofften problemfreien Trennung und den sich unvermutet meldenden Gefühlsverwirrungen des Paares ergötzen.

Statt Familiensinn dominiert plötzlich Lagerdenken: Beide Seiten werfen Kindern und Freunden mangelnde Loyalität vor, es wird um Geld und Besitzstände gefeilscht, die Lebensleistungen werden wechselseitig kleingeredet, die neuen Partner lächerlich gemacht und Pyrrhussiege, wenn es gelingt, den Ex eifersüchtig zu machen oder der Ex die Autoreifen zu zerstechen, werden schamlos ausgekostet. Die Frage, wer den Hund nimmt, ist unter den Bedingungen mühsam niedergerungener oder wie Geysire aufschießender Emotionen vergleichsweise zweitrangig. Erst als es einen unwiederbringlichen Verlust zu beklagen gibt, stellt sich bei den Kombattanten Wehmut ein, die vieles in ein milderes Licht zu tauchen vermag.

Ein Hinweis sei erlaubt: Der ursprünglich für das Kino entwickelte und mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur in den Hauptrollen erstmals 2019 beim Filmfest München gezeigte Stoff ist wie geschaffen für die Bühne!

Pressestimmen zum Film

[Hier] fliegen – unterbrochen von Rückblenden und Spielszenen aus dem aufgewühlten Alltag – die Fetzen so heftig, dass es einfach nur Spaß macht zuzusehen. (…) Bittere Enttäuschungen, kurz wieder aufflammende Leidenschaft und Eifersucht, tiefe Verletzungen – in diesem Film von Rainer Kaufmann wird auf sehr komische Weise wieder einmal klar, dass in Scheidungskriegen keine Gefangenen gemacht werden.
LEIPZIG Knut Elstermann, MDR Kultur, 08.08.2019

In der Tat sind es die oft sehr pointierten Dialoge, die die Stärke des Filmes sind.
HAMBURG Bettina Peulecke, NDR Kultur, 05.08.2019

Bitterböse Scheidungskomödie mit pointierten Dialogen Einen Großteil seines Humors bezieht „Und wer nimmt den Hund?“ aus seinen bissigen Dialogsequenzen, wenn sie etwa zu ihm sagt: »Ich will eine Firma gründen.« Darauf er: »Ein Bauunternehmen für Luftschlösser?«. Oder er sagt zu ihr: »Ich hab‘ nachgedacht.« Darauf sie: »Das muss ja nicht falsch sein.« (…) Da fühlt man sich zuweilen an den (…) Hollywood-Klassiker „Der Rosenkrieg“ erinnert, in dem sich Michael Douglas und Kathleen Turner eine brachial-brutale Scheidungsschlacht liefern. Da (…) es ein paar schöne Querverweise auf andere Filme gibt (…) macht „Und wer nimmt den Hund?“ trotz seiner eigentlich ernsthaften Prämisse einen Heidenspaß.
**** Vier (von fünf) Sternen
BERLIN Thomas Lassonczyk, filmstarts.de, 06.06.2019

Der emotionale Kern liegt (…) im Gespräch mit der Therapeutin verborgen, wodurch sich ein schönes Wechselspiel aus mit Hysterie und Aufopferung kokettierender Comedy und melancholischem Drama über verpasste Chancen und Mittlebenskrisen entwickelt. (…) „Und wer nimmt den Hund?“ [ist] ein (…) Beweis dafür, dass deutsche Filmemacher auch richtig komisch sein können.
Antje Wessels, Programmkino.de

Einer nicht validierten Beobachtung zufolge sind Beziehungen, deren Mitglieder sich für eine »Paartherapie« entscheiden, eigentlich bereits am Ende. Im Umkehrschluss gäbe es dann für bröckelnde Beziehungen, die eine »Trennungstherapie« beginnen, ja vielleicht noch Hoffnung. Aber so einfach ist das natürlich nicht. Auch nicht in Rainer Kaufmanns Beziehungskomödie „Und wer nimmt den Hund?“.
BERLIN Jenny Zylka, TAZ, 12.08.2019

Biografien

Marion Kracht (c) Werner GritzbachMARION KRACHT
Die in München geborene Tochter des vielseitigen Künstlers Fritz André Kracht, der als Komponist, Autor, Filmmacher, Übersetzer und vor allem als Fotograf mit seinen Polagrafien genannten verfremdeten Polaroid-Aufnahmen auch international hochgeachtet ist, steht seit ihrem fünften Lebensjahr (z. B. schon während ihrer Schulzeit in der Kinderserie… mehr

Michael Roll (c) Pascal AlbandopulosMICHAEL ROLL
Am 29. April 1961 in München als Sohn des mit einem Grimme-Preis ausgezeichneten Kameramanns Gernot Roll geboren, führte Michael Rolls Weg schon früh in Aufnahmestudios. Während seiner Schulzeit übernahm er erste Rollen als Synchronsprecher und ist bis heute die deutsche Stimme von Tom Hanks und Benjamin Bratt. Nach dem Abschluss seiner Gesangs- und Schauspielausbildung gehörte er bald zu den bekanntesten… mehr

Zuletzt aktualisiert: 26.10.2020