Der Mann von La Mancha

Produktion EURO-STUDIO Landgraf
Der Mann von La Mancha
(Man of La Mancha)
Ein Musical von Dale Wasserman
Musik von Mitch Leigh
Gesangstexte von Joe Darion
Inszenierung der Uraufführung von Albert Marre
Deutsch von Robert Gilbert

ca. 8. – 20. März 2022

Mit
Joachim Nimtz in der Titelrolle
Franz Frickel
Annika Bruhns
Claudius Freyer
Karen Bild
Felix Freund
Maciej Bittner

ca. 6 Musiker*innen auf der Bühne

Musikalische Einstudierung und Leitung: Heiko Lippmann
Regie: Christian Stadlhofer
Choreografie/Kampfchoreografie: Jochen Schmidtke
Zusätzliche Tanzchoreografien: Veronique Lafon
Ausstattung: Sylvia Wanke
Video: Sylvia Wanke / Manuel Schulte
Licht-Konzept: Rolf Spahn

1966 ausgezeichnet mit 5 TONY Awards, u. a. als Bestes Musical, Beste Originalkomposition. Nach dem erfolgreichen Broadway-Revival von „Man of La Mancha“ lief der Musicalhit 2019 wieder am Londoner West End (London Coliseum). 

»Nur wer das Absurde versucht, ist fähig, das Unmögliche zu vollbringen.«
Miguel de Unamuno (1864-1936), spanischer Philosoph und Schriftsteller

Spätestens seit der Autoren-Abstimmung des Osloer Nobelinstituts 2002 ist es amtlich: Miguel de Cervantes‘ „Don Quichote“ ist das beste Buch der Welt. Wie kein zweites Werk der Weltliteratur zieht dieser Roman – veröffentlicht 1605 und 1615 – seit nunmehr 400 Jahren Generationen von Leser*innen in seinen Bann und gilt als Inbegriff der spanischen Literatur und Kultur. Die Figur des verzweifelt-enthusiastischen Träumers Don Quichote diente zahllosen Künstler*innen als Inspiration und ist heutzutage nahezu als Blaupause des postmodernen Helden zu verstehen.

Dale Wassermans vielfach ausgezeichnetes Musical von 1966 nähert sich dem Stoffkomplex auf außergewöhnliche Art und Weise, nämlich über die gebrochene Biografie seines Autors Cervantes, der nach langen Jahren des persönlichen Versagens mit „Don Quichote“ am Ende seines Lebens ein epochales Literaturtestament hinterließ.

Im Musical wird der Dichter Cervantes wegen ketzerischer Äußerungen von der spanischen Inquisition ins Gefängnis gesperrt. Hier spielt er, um sein „Don Quichote“-Manuskript vor zwielichtigen Mithäftlingen zu retten, mit diesen zusammen improvisierte Szenen aus seinem Werk nach. Cervantes selbst schlüpft dabei in die Rolle des alten Edelmanns Alonso Quijana, der sich nach der Lektüre etlicher Heldenromane für den fahrenden Ritter Don Quichote hält und mit seinem Diener Sancho Pansa auszieht, um das Böse zu bekämpfen. Unfähig zwischen Phantasie und Wirklichkeit zu unterscheiden, kämpft er fortan gegen Windmühlen, die ihm als Riesen erscheinen, sieht Schlösser, wo es nur heruntergekommene Gasthöfe gibt, und hält ein leichtes Mädchen für die von ihm verehrte Dame Dulcinea. Alles im Namen von Ehre, Tugend und Gerechtigkeit. Mit der hoffnungsvollen Botschaft vom »unmöglichen Traum« vom Guten, der gegen alle Widerstände geträumt werden will, tritt Cervantes am Ende vor das Inquisitionstribunal…

Heutig wird Don Quichote für uns vor allem auch deshalb, weil er wie kaum eine andere Figur der Weltliteratur die allgemein menschliche Verunsicherung in Umbruchszeiten und die Veränderungen in der Wahrnehmung von Wirklichkeit verkörpert. Sein Anrennen gegen Windmühlen, so sinnlos es scheint, wird in diesem Sinn zu einem heldenhaften Kampf gegen die allgemeine Sprach- und Hilflosigkeit einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft. Zugleich ist Don Quichote aber auch ein Künstler par excellence: Als kreativer Geist versucht er seine innersten Ideale und Phantasien in der Realität umzusetzen und inszeniert sich dabei selbst. Sein Einsatz für das Illusionäre und Phantastische als stärkstes geistiges Bedürfnis des Menschen führt uns sinnfällig den künstlerischen Schöpfungsakt und die dramatische Inszenierung von Wirklichkeit vor Augen. Auch deshalb ist Cervantes‘ Held ein Seelenverwandter jedes Theatermenschen: Denn »er träumt den unmöglichen Traum…«

 

Pressestimmen

Ritterlicher Musicalstoff
Er [Joachim Nimtz] wandelt sich vom grimmig-unnahbaren Cervantes immer mehr zum liebenswürdig-albernen fahrenden Ritter. Mit Annika Bruhns als Aldonza hat er eine resolute Nebenspielerin, und Franz Frickel ergänzt als der immer geduldige Sancho Panza dieses Duo perfekt.
FÜRTH Helene Mayerhofer, Fürther Nachrichten, 31.03.2022

Den unmöglichen Traum träumen
Dem Publikum wird ein Theaterabend geschenkt, wie man ihn bei einer Tourneeproduktion beinahe nicht erwarten würde.
FÜRTH Frank Guevara Pérez, musicalzentrale, 29.03.2022
Lesen Sie hier die vollständige Kritik auf musicalzentrale.de

Lieder, die mit viel Leidenschaft vorgetragen wurden und oft zu Szenenbeifall hinrissen – so dürfte der „unmögliche Traum“ viele Zuschauer als Ohrwurm auf dem Heimweg begleitet haben.
VILLINGEN (garai), Südwest Presse, 29.03.2022

Biografien

Joachim Nimtz © Michael KleinespelJOACHIM NIMTZ
ist ein vielgefragter Schauspieler, der in der ersten Theater-Bundesliga im deutsch-sprachigen Raum ein- und ausgeht. Viele große Regisseur*innen lernten den Protagonisten schon kennen und schätzen, z. B. Claus Peymann, Jérome Savary, Manfred Karge, Wolfgang Engel und Leander Hausmann. Zum Glück für die deutsche Bühnenlandschaft… mehr

Annika Bruhns © Janine GuldenerANNIKA BRUHNS
Die gebürtige Hamburgerin wuchs in Israel und den USA auf. Sie studierte an der American Musical and Dramatic Academy (AMDA) in New York City mit Auszeichnung und war Mitglied der Meisterklasse. Gesang studierte sie u. a. bei Prof. Noélle Turner, Elizabeth Eaton und Tom Burke. Als sie anschließend nach Europa zurückkehrte, erhielt sie Hauptrollen in diversen Musical-… mehr

Franz Frickel © Karim KhawatmiFRANZ FRICKEL
Franz Frickel absolvierte seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz. Bereits während des Studiums gastierte er am Schauspiel- und Opernhaus. Seit seinem Abschluss ist Franz Frickel sowohl im Schauspiel wie auch im Musiktheater zu Hause. Einige seiner bisherigen Engagements: die Uraufführung von Elfriede Jelineks „Ein Sportstück“… mehr

Heiko Lippman © GeluckaHEIKO LIPPMANN Musikalische Einstudierung und Leitung
Bereits bei seinem ersten Engagement an den Bühnen der Stadt Gera leitete er zahlreiche Musiktheateraufführungen, fühlte sich jedoch damals schon besonders dem Genre Musical verpflichtet. Er war als Dirigent und Musical Director für „Das Phantom der Oper“ (Hamburg), Disney’s „Der Glöckner von Notre Dame“, „Cats“ (u. a. Düsseldorf, Basel, München) und „AIDA – Das Musical“… mehr

Zuletzt aktualisiert: 15.05.2022