#JeSuis

Aakash Odedra Company /
Arts Center at NYU Abu Dhabi
#JeSuis
Contemporary Dance
Work-in-progress-Vorversion ausgezeichnet mit dem
Amnesty International Freedom of Expression Award 2017

Konzept, Choreografie: Aakash Odedra
Kompositionen: Nicki Wells

ca. 19.10.2019 – 16.11.2019

Von und mit Melissa Ugolini, Su Guzey, Beril Senoz,
Gizem Aksu, Yasin Anar, Evrim Akyay, Taner Gungor

Regie,: Aakash Odedra
Production Manager: Salvatore Scollo
Ausstattung: Ryan Dawson Laight
Lichtdesign: Alessandro Barbieri
Dramaturgie: Lou Cope

Uraufführung: 7.2.2018, NYU Abu Dhabi Arts Center
Europapremiere: 15./16.2.2018, Birmingham Hippodrom

»Indem ich Wörter und Sätze ersetzte, fand ich meine Sprache in meinem Körper.«
Aakash Odedra

Die erste Ensemble-Choreografie des vielfach ausgezeichneten britischen Tänzers Aakash Odedra für seine eigene Company setzt sich mit unserem Leben in Krisenzeiten auseinander. Unterdrückung beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Epoche, ein Land oder eine Religion. Manchmal ist der Unterdrücker ein politisch Verantwortlicher, manchmal eine Kultur oder ein Freund. Und manchmal liegt sie auch in uns begründet, in unserer Angst, unserer Feigheit und unserem Zweifel. #JeSuis begann als Gespräch mit außergewöhnlichen jungen Tänzern darüber, wie es derzeit ist, in der Türkei zu leben, bekam dann aber schnell eine viel universellere Dimension. Das Stück erforscht Unterdrückung in all ihren Erscheinungsformen, Vielschichtigkeiten und Kontexten. Während #JeSuisCharlie nach den schrecklichen Anschlägen 2015 in Paris Solidarität und Trost brachte, gab es in Kabul und Istanbul ebenso entsetzliche Angriffe, die aber die Aufmerksamkeit der (sozialen) Medien nicht im gleichen Maß auf sich zogen.

Die Performance #JeSuis ist all jenen gewidmet, deren Geschichten noch nicht erzählt wurden, deren Leid bislang noch unter keinem #-Schlagwort zu finden ist. Die Vergangenheit dieser Menschen ist ausgelöscht, in der Gegenwart sind sie heimatlos und in der Zukunft gefährdet. Ob im Gefängnis, in einem Flüchtlingslager oder in einem Haus mit zugezogenen Vorhängen, ob es um ihre Bewegungsfreiheit, ihre Rede-, Religions- oder persönliche Freiheit geht oder auch das Recht zu heiraten, zu lieben, zu lernen und zu protestieren – diese Show wurde gemacht, um sie zu unterstützen. Ins Deutsche übersetzt bedeutet #JeSuis so viel wie ‚Ich bin‘, in dieser Produktion aber auch: ‚Ich existiere‘ und ‚Ich bin nicht egal‘.

Wussten Sie schon?
Das Hashtag ist das Raute-Zeichen: #
Damit werden Beiträge in den sozialen Medien markiert und somit als Schlagwort einer großen Menge an Leuten verlinkt, die dann ihre Beiträge ebenfalls so ‚hashtaggen‘ können, um sie diesem Pool in den sozialen Medien zuzuführen.

Die AAKASH ODEDRA COMPANY erzählt Geschichten durch Bewegung. Inspiriert von südasiatischem klassischem und zeitgenössischem Tanz sucht das kollaborativ arbeitende Ensemble neue Wege, das Publikum mit neuen Sichtweisen zu konfrontieren und mit Menschen in Kontakt zu treten. Für seine spannungsreichen Choreografien und seine Arbeit als Tänzer wurde Company-Gründer Aakash Odedra international vielfach ausgezeichnet.

AAKASH ODEDRA gehört nicht nur in seiner Heimat Großbritannien, sondern mittlerweile auch weltweit zur ersten Riege der gefragtesten Tänzer und Choreografen seiner Generation. Internationale Größen wie Akram Khan zählen zu seinen Mentoren. Als Choreograf schuf Odedra für das legendäre Apollo Theater New York 2015 eine aufsehenerregende Choreografie als Teil der Produktion „James Brown: Get on the Good Foot“ (auf Tournee mit der Konzertdirektion Landgraf). Weitere Choreographien entstanden u. a. 2012 für das diamantene Thronjubiläum der Queen und für die Abschlussveranstaltung der Cultural Olympiade in London.

Pressestimmen

„#JeSuis“ ist nicht nur atemberaubender Contemporary Dance, sondern auch ein politisches Statement, eine Antwort auf die in den globalen Medien vorherrschende Ungleichheit in der Berichterstattung über die wachsende Zahl vertriebener Menschen weltweit. Was bei dieser Performance ins Mark trifft, ist der unerhörte Durchsetzungswille und die Widerstandskraft gestrandeter Menschen, die verzweifelt danach streben, Gehör zu finden.
In einer Reihe klug verwobener, zugleich wunderschöner und erbarmungsloser Szenen und Bilder zeigt „#JeSuis“ die Hoffnungslosigkeit, die Einsamkeit, die Gefahren, die Demütigung und das Stigma des Flüchtlingsdaseins.
Steve Griffin, Edinburgh 49, 24.8.2017.

Eine einzigartige Performance, aus der es kein Entkommen gibt.
Ein wahrhaft aufwühlendes Theater-Erlebnis, das zeigt, wie Tanz sich mit dem Weltgeschehen auseinandersetzen kann.
Zoe Atherfold, Edinburgh Festivals Magazine, 21.8.2017.

Sechs Tänzer, die von einem siebten mal angezogen, mal attackiert werden, loten in einer dynamischen, fesselnden, lange nachwirkenden Performance Solidarität und Rivalität aus.
Die hochgradige Intensität des Stoffes gepaart mit der Leidenschaftlichkeit der Tänzer ergibt ein äußerst durchdachtes und höchst einfallsreich strukturiertes Stück, das bis zum Schluss eine ungeheure Spannung erzeugt.
Donald Stewart, Fringe Review, 25.8.2017.

Die Tanzbewegungen sind von beeindruckender Ausdruckskraft  und erwecken den Wunsch nach mehr.
Kelly Apter, The Scotsman, 24.8.2017.

Ein intensives, verstörendes Tanzstück, das Bände spricht über die Dringlichkeit unter der es entstand. Einige der Bilder treffen direkt in die Magengrube. Unvergesslich, zutiefst quälend und belastend ist z. B. das Bild der Tänzer, deren Gesichter in Folie gewickelt werden, die aber trotzdem versuchen, weiter zu kommunizieren. Doch es gibt auch positive Bilder. Hashtag für Hashtag findet die Gruppe mehr und mehr ihre gemeinsame Stimme.
Lucy Ribchester, The List, 21.8.2017.

Das Stück stellt bewusst unterschiedliche Tempi nebeneinander, stellt ruhige Momente gegen Augenblicke atemberaubender Hektik. Die Vielfalt der Bewegungsfindungen war unglaublich eindrucksvoll; Aakash Odedra hat das Potential jedes einzelnen Tänzers ebenso hervorgehoben wie die gemeinsame tänzerische Präsenz, mit der die Tänzer die Bühne füllen. Eine wichtige Produktion, die jeden an etwas Unersetzliches erinnern sollte: Freiheit. #WeAre
Philipp Lowe, East Midlands Theatre, 29.8.2017.

Diese wunderbare Vorstellung beantwortet keine Fragen, sondern stellt sie
Aakash Odedra und seine Tänzer nehmen uns mit an den Rand der Hölle, um dann in einem Triumph der Menschlichkeit aus dem Inferno zurückzukehren. Die Genialität des wunderbaren „#JeSuis“ liegt darin, dass die Opfer aus ihrer Hoffnungslosigkeit erlöst werden. Bitte mehr davon!
Phil Preece, Seeingdance.com, 22.2.2018, über die Europapremiere in Birmingham.

„#JeSuis“ trifft da, wo es weh tut, wo es weh tun soll. Es ist mehr als ein Tanz- oder Theaterstück – es ist ein Ereignis, das einem den Atem verschlägt, nach dem man bereit ist, sofort aktiv zu werden, um etwas zu verändern. Aakash Odedra sagt, er habe genug von den Facebook-Debatten. Hoffnung sei kein Hashtag. Hoffnung ist Handeln. Und dieser Abend gibt genau den Anlass, endlich etwas zu tun.
Tatiana Zhelzniakova, Redbrick Culture, 16.2.2018.

Ein umwerfendes Stück – eines der besten, die ich seit langem gesehen habe.
Die unverfälschten Emotionen der Tänzer gaben einen direkten Eindruck davon, wie es ist, anders, fremd und ausgeschlossen zu sein, zeigten aber auch, dass man gemeinsam eine Veränderung erreichen kann.
Khakan Qureshi, Asian Culture Vulture, 16.2.2018.

EIN KALEIDOSKOP AUS BILDERN UND SOUND. Indem das Werk uns alle betreffende, bestürzende Inhalte in Bewegung umsetzt, zeigt es nicht nur, was durch Tanz erreicht werden kann, sondern erinnert uns auch daran, was Menschen einander in der heutigen Welt antun.
Fesselnd, originell und relevant: „#JeSuis“ spricht das Publikum intellektuell und emotional an. GROSSARTIG!
William Stafford, Bum On A Seat, 16.2.2018.

„#JeSuis“ ist ein unvergleichlich eindrucksvolles Werk, das die alltägliche Verzweiflung der Menschen in einem Heimatland darstellt, das die Bedeutung von ‚Heimat‘ nicht mehr kennt.
„#JeSuis“ rührt an Probleme von Vertreibung, Flucht und Instabilität. Es handelt vom Leben in Konfliktherden, in denen menschliche Katastrophen an der Tagesordnung sind, und davon, wie die Medien diktieren, von welchen Geschichten wir erfahren.
BWW News Desk, Broadway World UK, 17.1.2018.

Die Dynamik der Choreografie und die Meisterschaft der Tänzer entsprechen der Intensität des Stoffes.
Nicholas Minns und Catarina Albaro, Writing About Dance, 25.2.2018.

Die Trennung zwischen Erzählung und Realität wird aufgehoben, weil die Tänzer selber Gegenstand beider Ebenen sind. In ihren sich stetig verändernden Beziehungen zueinander zeigen die sieben Tänzer und Tänzerinnen die Ambiguität der Unterdrückung mit einer Intensität, die die vierte Wand zum Zuschauerraum durchbricht. Sie graben ihre Emotionen in unsere Herzen und in unsere Gedanken und zeigen uns ein allgegenwärtiges, brisantes und beunruhigendes Phänomen. Kurz gesagt: „#JeSuis“ ist brennend aktuell und unvergesslich.
Nicholas Minns und Catarina Albaro, Writing About Dance, 25.2.2018.

Odedras bis ins kleinste Detail durchdachte Performance löst eine intensive emotionale Reaktion aus: die Hoffnung eine Veränderung herbeiführen zu können.
Die Thematik von „#JeSuis“ prägt sich durch die schockierende Interpretation einer bemerkenswerten Geschichte ein, die herausragend umgesetzt ist. Odedras Konzept gibt jedem Detail eine Bedeutung: Aufwändiges Licht, Sprache, Musik betonen in tief berührenden, wunderbar bildgewaltigen Szenen, wie Tausende misshandelt und doch vergessen werden.
Elizabeth Halpin, Behind the Arras, 15.2.2018.

Ein atemberaubendes Stück Contemporary Dance.
Edinburgh 49

Eine wichtige Tanzchoreografie, die wirklich jedem etwas bedeuten sollte. Freiheit.
East Midlands Theatre

„#Je Suis‟ hebt die Trennung zwischen Erzählung und Rahmung auf, weil die Tänzer selber Gegenstand beider Ebenen sind. (…) In ihren wechselnden Beziehungen zueinander zeigen die sieben Tänzer und Tänzerinnen die Ambiguität der Unterdrückung mit einer Intensität, die die vierte Wand durchbricht. Sie versenken ihre Emotionen in unseren Herzen, in unserem Geist und zeigen uns keine spezifische Schilderung, sondern ein allgegenwärtiges, brisantes und beunruhigendes Phänomen. Kurz gesagt: „#Je Suis‟ ist essentiell und unvergesslich.
Nicholas Minns, Writing About Dance, 25.02.2018

„#Je Suis‟ ist mehr als ein Stück Tanz und Theater – es ist diese Art von Veranstaltung, bei der es einem den Atem verschlägt, nach der man bereit ist, sofort aktiv zu werden. Aakash Odedra sagt, er habe genug von Facebook-Debatten. Hoffnung sei kein Hashtag oder Status. Hoffnung ist Aktion. Und „#Je Suis‟ ist genau das, was einen dazu bringen kann, endlich in Aktion zu treten.
Tatiana Zhelezniakova, RedBrick Me, 16.02.2018

Die Produktion ist ein Kaleidoskop an Bildern und Sound. Einiges ist abstrakt, so dass man bloß ein allgemeines Gefühl dafür bekommt, was passiert. Vieles ist aber auch direkter verständlich. Alles ist von großer Kraft.
Ich bin nicht sicher, ob ‚berauschend‘ hier das richtige Wort ist; auf jeden Fall fühle ich mich aber von der Energie der TänzerInnen auf gewisse Weise angeregt und beschwingt. (…) Indem es uns alle betreffende und bestürzende Inhalte in Bewegung umsetzt, zeigt dieses Werk nicht nur, was Tanz alles kann, sondern erinnert uns auch daran, was (…) was Menschen einander in der heutigen Welt antun.
Fesselnd, originell und relevant: „#Je Suis‟ spricht das Publikum intellektuell und emotional an. Großartig!
William Stafford, Bum on a Seat, 16.02.2018

Dieser Abend beweist vor allem, was für eine reichhaltige Mischung die Welt des Tanzes bieten kann – ganz ohne Worte. Tanz ist wirklich eine Universalsprache.
Bitte dringend mehr davon!
Phil Preece, SeeingDance.com, 22.02.2018

Er [Aakash Odedra] zielt mit dem Scheinwerfer auf uns als privilegierte Nation, um zu zeigen, dass die Menschheit eine Einheit ist. Es ist unsere Pflicht, (…) die Stimmen derjenigen zu erkennen und zu hören, die verzweifelt sprechen wollen.
Elizabeth Halpin, Behind the Arras, 17.02.2018

Am wichtigsten (…) ist, dass „#Je Suis‟ einen dazu bringt, sich selbst und das eigene Verständnis von gesellschaftlichen Konflikten zu hinterfragen. Wir alle hören von den Problemen in Ländern wie der Türkei, und dann schieben wir das von uns weg und buchen es unter ‚nicht mein Problem‘ ab. Mich hat diese Produktion, die gleichzeitig eindrucksvoll und sehr unterhaltend ist, (…) stark aufhorchen lassen.
5 Sterne
Dan Richards, BlackCountryRadio.co.uk, 15.02.2018

Das war schlichtweg ein phantastisches Stück, eines der besten, die ich seit Langem gesehen habe.
Khakan Quershi, Asian Culture Vulture, 16.02.2018