Nein zum Geld!

Renaissance-Theater Berlin
Nein zum Geld!
(Non à l’argent!)
Komödie von Flavia Coste
Deutsch von Michael Raab

ca. 01.11.2020 – 08.12.2020

Mit Boris Aljinovic, Erika Skrotzki, Janina Stopper u. a.
4 Schauspieler

Regie: Tina Engel
Bühne: Manfred Gruber
Kostüme: Monika Jacobs

Uraufführung: 30.09.2017, Théâtre des Variétés Paris
Deutschsprachige Erstaufführung: 30.03.2019, Renaissance-Theater Berlin

Aufführungsrechte: Litag Theaterverlag München

Die Vorstellungsserie am Théâtre des Variétés, die Abend für Abend Heiterkeitsstürme entfesselte, musste am 07.01.2018 für die geplante frankreichweite Tournee abgesetzt werden. Aufgrund es grandiosen Erfolgs läuft die Komödie nun seit dem 20.03.2019 im Théatre Bouffes Parisiens, wo sie auch wieder, wie Bruno Rozga schreibt (lebilletdebruno.com, 23.3.2019), »une tornade de rires« provoziert und »fait rire aux larmes«.

Inhalt
Flavia Coste scheint einen sechsten Sinn für Theater-Eskalationen zu besitzen, denn das Stück dauert noch keine zehn Minuten, da zappelt man als Zuschauer schon in dem Netz, das sie bei ihrem bestechenden Debüt als Theaterautorin ausgelegt hat, und hat keine Chance, sich daraus zu befreien.

WANN WÄREN SIE BEREIT ZUM MORD?
Sofort, wenn Ihr Ehemann, Ihr Sohn oder Ihr bester Freund vor Ihren Augen einen Lottoschein mit einer dreistelligen Millionensumme schreddern, verbrennen oder verschlucken will? Oder hören Sie sich seine Argumente an, in denen es vor allem darum geht, dass – wie Ihr Leben bisher bewiesen hat – Geld allein nicht glücklich macht und zu viel davon oft den Charakter verdirbt, versuchen aber ihn mit Ihren Gegenargumenten zu überzeugen, dass Geld doch auch sehr schön sein könnte, dass man dadurch z. B. wohltätige Einrichtungen großzügig unterstützen könnte, dass man keine Sorgen und keine offenen Rechnungen mehr haben würde, ein größeres Haus haben könnte, schöne Reisen machen könnte, und, und, und… Und wenn er bei seinem Vorhaben bleibt???

„Nein zum Geld!“ erzählt die Geschichte von Richard, der eine demonstrative Heldentat begehen will und nach einem Lottogewinn von 162 Millionen Euro „nein zum Geld“ sagt. Seine Frau Claire, seine Mutter Rose und Etienne, sein bester Freund und Geschäftspartner, finden das überhaupt nicht witzig. WIE WEIT WERDEN DIE DREI GEHEN?

Die Autorin FLAVIA COSTE
Nach ihrer Ausbildung zur Schauspielerin in Paris an der berühmten École de la rue Blanche (École Nationale Supérieure des Arts et Techniques du Théâtre), an der schon so legendäre Actricen wie Juliette Gréco oder Isabelle Huppert studierten, sowie an der Middlesex University in London gab die 1973 geborene französische Schauspielerin, Autorin und Regisseurin 2004 ihr Theaterdebüt als Angélique, Dandins Frau, in Molières „George Dandin“ am Théâtre de l’Union in Limoges (Regie Pierre Pradinas). Auch später hatte sie das Glück, mit anspruchsvollen Regisseuren wie dem Film- und Theaterregisseur Olivier Py, dem Leiter des Festivals in Avignon, der u. a. auch an der Berliner Volksbühne und der Oper Köln inszenierte, zu arbeiten. Der ebenso prominente Jean-Vincent Brisa engagierte sie 2006 in seiner Inszenierung von Marivaux` Komödie „Das Spiel von Liebe und Zufall“.
Natürlich entdeckten auch Film- und TV-Regisseure die so attraktive wie begabte Schauspielerin und besetzten sie in unterschiedlichsten TV- und Filmrollen, u. a. in der BBC-Serie „Le Café des Rêves“. Die kurzweilige Komödie „Nein zum Geld!“, die am 30.9.2017 im Théâtre des Variétés in Paris uraufgeführ t wurde, ist Flavia Costes erstes Theaterstück und zeigt schon ihre beneidenswerte Begabung für einen ideen- und trickreichen Handlungsaufbau, dialogische Situationskomik und genau gezeichnete Charaktere. Da sich das Fernsehen so einen Knüller nicht entgehen lässt, gibt es auch schon eine TV-Adaption, die 2019 ausgestrahlt wird. Da die Schauspielerin aus eigener Erfahrung weiß, was Schauspieler mögen und das Publikum liebt, wurde schon am 20.9.2018 – ebenfalls im Pariser Théâtre des Variétés – ihr zweites Theaterstück uraufgeführt. In der Drei-Personen-Komödie „Aber wir lieben uns doch“ („Alors on s’aime“) soll ausgerechnet ein Therapeut, der mit einer Plastikpuppenfrau zusammenlebt, als Briefkastenonkel in Sachen Liebe beraten.
Da schon Flavia Costes erster eigener Kurzfilm „Sans nom du père“ auf zahlreichen französischen und internationalen Festivals gezeigt, und von ARTE France ausgestrahlt wurde und 2003 den „Prix d’aide à la création“ beim Kurzfilmfestival von Grenoble gewann, war es keine Überraschung, dass auch die beiden nächsten Kurzfilme, „Ciel, mon prince!“ und „Fleur de Fée“ auf Festivals Preise abräumten und von den französischen Sendern Ciné Cinéma und France 3 ausgestrahlt wurden. 2008 zeigte France 2 ihren als Koproduktion realisierten Film „Thank You Satan“, der sich mit den Themen Krankheit und Tod auseinandersetzt. Auch dieser Kurzfilm erregte großes Aufsehen auf zahlreichen Festivals, u. a. in Paris und Sarlat. 2010 lief, ebenfalls auf France 3, ihr Film „La morte amoureuse“, zu dem sie das Leben der Geschwister Julien und Marguerite de Ravalet angeregt hatte, die im Paris des 17. Jahrhunderts wegen Ehebruch und Inzest hingerichtet wurden. Im selben Jahr führte Flavia Coste Regie in dem Film „La mariée n’est pas qu’une marchande de frites“, der beim Nachwuchs-Förderprogramm Talents Cannes Adami beim Filmfestival von Cannes gezeigt wurde. Ihr erster abendfüllender Spielfilm „Un jour mon prince“, eine moderne Variante der Dornröschengeschichte, kam 2017 in die französischen und kanadischen Kinos.

Pressestimmen
zur Aufführung am Renaissance-Theater Berlin

„NEIN ZUM GELD!“ heißt die Komödie der französischen Schauspielerin und Filmemacherin Flavia Coste, die mit perfider und pointierter Lust am zivilisatorischen Zerfall das Szenario des für die meisten unvorstellbaren Verzichts durchspielt. Regisseurin Tina Engel hat sie inszeniert, mit spürbarer Freude an den moralischen Fallstricken dieser angewandten Geld- und Glücksforschung.
BERLIN Patrick Wildermann, Tagesspiegel, 01.04.2019

Gigantischer Geldbetrag wird zum Katalysator für verdrängte Sehnsüchte, Hoffnungen, Ideen. Der leichten, vergnügten Inszenierung merkt man die Gedankentiefe nicht gleich an, die sie so raffiniert wie anregend mitbringt. Sie macht Spaß – und geht an die Nieren. Das Ende wird hier nicht verraten.
BERLIN Irene Bazinger, Berliner Zeitung, 03.04.2019

Mit „Nein zum Geld!“ bringt das Renaissance-Theater eine so kurzweilige wie rabenschwarze Komödie auf die Bühne. Regisseurin Tina Engel zeigt dabei auf kluge Weise, wozu Geld die Menschen treibt.
BERLIN Ulrike Borowczyk, Berliner Morgenpost, 31.03.2019

zur Uraufführung in Paris

Ein äußerst dankbares Thema. Ein Moment purer Freude? Entspannen, lachen, aber auch nachdenken? „Nein zum Geld!“ von Flavia Coste ist die perfekte Wahl.
PARIS Jacky Bornet, France Info Culture, 15.12.2017

Die ausgezeichnete Komödie, ist eine überaus angenehme Überraschung. Denn so sehr dieses Stück einen zum Lachen bringt, regt es doch auch zum Nachdenken an über die Macht des Geldes.
Was wäre, wenn wir…? Und wenn ihr…?
PARIS Nathaly, Carré Or TV

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