Extrawurst

EURO-STUDIO Landgraf
EXTRAWURST
Dramödie in zwei Akten
von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob

ca. 18.01.2021 – 10.03.2021

Mit Gerd Silberbauer („Des Teufels General“, „Der blaue Engel“), Susanne Theil, Hans Machowiak, Daniel Pietzuch u. a.
5 Schauspieler*innen

Regie: Frank Matthus

EXTRAWURST von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob ist auch als eBook erschienen.
Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen (Kiepenheuer-Verlag).

Wer ihr punktgenaues Pointen-Feuerwerk aus TV-Comedy-Serien und Theater kennt, versteht sofort, dass das durch Soloauftritte praxiserprobte Autorenteam Dietmar Jakobs und Moritz Netenjakob 2006 für die Serie „Stromberg“ mit dem begehrten Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. In ihrem neuesten Boulevard-Hit „Extrawurst“ gerät Gerd Silberbauer (als Vorsitzender eines Tennisvereins) durch den Nutzungskonflikt eines neuen Vereinsgrills auf politisch vermintes Gelände:

Eigentlich ist es nur eine Formsache. Die Mitgliederversammlung des Tennisclubs einer deutschen Kleinstadt soll über die Anschaffung eines neuen Grills für die Vereinsfeiern abstimmen. Normalerweise kein Problem – gäbe es da nicht den Vorschlag, auch einen eigenen Grill für das einzige türkische Mitglied des Clubs zu finanzieren. Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grillwürste ja bekanntlich nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Eine gut gemeinte Idee, die aber immense Diskussionen auslöst und den eigentlich friedlichen Verein vor eine Zerreißprobe stellt. Denn: Wie viele Rechte muss eine Mehrheit einer Minderheit einräumen? Muss man Religionen tolerieren, wenn man sie ablehnt? Gibt es auch am Grill eine deutsche Leitkultur? Und sind eigentlich auch Vegetarier eine Glaubensgemeinschaft?

Immer tiefer schraubt sich der kleine Konflikt um den Grill in die Beziehungen der Mitglieder. Ebenso respektlos wie komisch stoßen Atheisten und Gläubige, Deutsche und Türken, ‚Gutmenschen‘ und Hardliner frontal aufeinander. Und allen wird klar: Es geht um mehr als einen Grill… Es geht darum, wie wir zusammenleben. Zumal die Grenzen zwischen „rechts und links“, „tolerant und intolerant“, „religiös und ungläubig“ durchaus fließender sind als man denkt…

Die Zuschauer sind als Vereinsmitglieder direkter Teil des Geschehens und erleben mit, wie sich eine Gesellschaft komplett zerlegen kann. Und das in einer schnellen, hochpointierten und sehr aktuellen Komödie.

„Extrawurst“ gehört zu den wichtigsten neuen Stücken der kommenden Spielzeit!
Die renommierte Theaterzeitschrift Die Deutsche Bühne führt „Extrawurst“ in ihrer Saisonvorschau als beachtenswerten, »zahlenmäßig sehr starke[n] „Neueinsteiger“«:
»Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob sind erfahrene TV-Comedy-Autoren (aus dem Umkreis von Bastian Pastewka, Anke Engelke und Christoph Maria Herbst). (…) Thematisch ist „Extrawurst“ ein Stück der Stunde.«
Den kompletten Artikel aus Die Deutsche Bühne (09/2019) finden Sie hier.

Das Autorenduo

DIETMAR JACOBS wurde 1967 in Mönchengladbach geboren. Er schreibt Theaterstücke und Drehbücher u. a. für die Fernsehserien „Stromberg“, „Pastewka“ und „Mord mit Aussicht“. Dazu verfasste er zahlreiche Solo-Stücke und Kabarettprogramme, u. a. mit Richard Rogler, Thomas Freitag, Jürgen Becker, Jochen Busse und Christian Ehring. Als Hausautor zeichnet er zudem für die Erfolgsstücke „Couch“, „Sushi“, „Freaks“ und „Irgendwas mit Menschen“ am Düsseldorfer Kom(m)ödchen verantwortlich. Für die Komödie „Freaks“ erhielt er den Monika-Bleibtreu-Preis. Daneben schreibt er regelmäßig für Satiresendungen wie „Extra 3“ (ARD) die „heute-show“ (ZDF) und die „Mitternachtsspitzen“ (WDR). Für seine Arbeiten wurde er u. a. mit dem Deutschen Comedypreis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Dietmar Jacobs lebt in Köln.

MORITZ NETENJAKOB, Comedian und Kabarettist, wurde 1970 in Köln geboren. In den 1990er Jahren arbeitete er als Autor und Gagschreiber u. a. für „Hurra Deutschland“, „Die Wochenshow“ und später für „Ladykracher“. Er schrieb auch eine Reihe von Drehbüchern für die Serien „Anke“ und „Stromberg“. Von ihm stammen darüber hinaus Scripts für das Format „Switch“. Netenjakob schrieb auch Soloprogramme für andere Künstler, z. B. für seinen Schwager Serhat Doğan. Als Comedian ist er häufig in den Sendungen „Quatsch Comedy Club“ und „NightWash“ zu sehen. Sein eigenes Soloprogramm ist als Hörbuch bei Random House Audio erschienen. Im Februar 2009 veröffentlichte er im Verlag Kiepenheuer & Witsch seinen Romanerstling „Macho Man“, der es auf die SPIEGEL-Bestsellerliste schaffte. Für die Verfilmung 2015 schrieb er das Drehbuch. 2006 erhielt er für seine Mitarbeit an den „Stromberg“-Drehbüchern den Adolf-Grimme-Preis.

GERD SILBERBAUER   Dr. Heribert Bräsemann, Vorsitzender des Tennisclubs
Der Schauspieler begleitet die Konzertdirektion Landgraf bereits erfolgreich seit mehreren Jahren. So spielte Gerd Silberbauer die Hauptrollen in preisgekrönten Produktionen des EURO-STUDIO Landgraf wie in der für Furore sorgenden SCHACHNOVELLE (1. INTHEGA-Preis 2007) und im umjubelten Klassiker DES TEUFELS GENERAL (2. INTHEGA-Preis 2016). Auch brillierte er in Heinrich Manns DER BLAUE ENGEL in der Rolle des Professor Unrat. Gerd Silberbauer schloss seine Ausbildung 1978 an der Schauspielschule Zerboni in München ab. Erste Bühnenerfahrung sammelte er am Staatstheater Stuttgart, am Berliner Schillertheater, am Ernst Deutsch Theater Hamburg sowie am Düsseldorfer Schauspielhaus. 1985 kam er schließlich an die Münchner Kammerspiele, wo er in Stücken wie „Troilus und Cressida“, „Heimkehr“ und „Wer hat Angst vor V. Woolf“ spielte. Der Schauspieler wechselte schließlich zum Ensemble des Bochumer Schauspielhauses und war dort bis 1990 engagiert. In dieser Zeit arbeitete Gerd Silberbauer mit renommierten Theaterregisseuren wie Dieter Dorn, Andreas Lang, Volker Schlöndorff, Thomas Langhoff und Günther Fleckenstein zusammen und war in zahlreichen Theaterproduktionen wie „Hexenjagd“ und „Becket oder die Ehre Gottes“ zu sehen. Seit Anfang der 1990er Jahre ist Gerd Silberbauer vermehrt auch in Fernsehproduktionen zu sehen. So unter anderem in „Der Landarzt“, „Der Bergdoktor“, „Klinik unter Palmen“, „Alles außer Sex“ und „Sturm der Liebe“. Als Hauptkommissar Arthur Bauer spielt er durchgehend seit 2008 in der erfolgreichen Kriminalserie „SOKO 5113 / SOKO München“. Außerdem stand er für verschiedene Fernsehfilme wie „Das Weihnachtsekel“ oder „Die Akte Golgatha“ vor der Kamera.

Pressestimmen
zum Stück

„Extrawurst“ (…) mit Biss
Die Autoren der Fernsehserie „Stromberg“ loten in ihrer Gesellschafts-Satire aus, wie weit Toleranz und Integration gehen. (…) Es geht um die Wurst. Die Schweinswurst. Und um Toleranz. Es geht ums Ganze. (…) Das Stück ist viel mehr als ein satirisches Kabarettfeuerwerk (…). Es wird viel gelacht an diesem Abend. Zwischen lautem »Hahaha!« und verboten klingendem »Hohoho!« sind alle Humor-Tonalitäten dabei. Interessant ist, wer wann lacht. Und so wird dieses Stück, das sich wenig um politisch korrekten Bühnensound schert, zu einem guten Indikator für unsere Diskussionskultur.
HAMBURG Daniel Kaiser, NDR 90,3, 9.10.2019.

Dank „Stromberg“-Autoren: Spiel, Satz und Sieg (…)!
HAMBURG Stefan Reckziegel, Hamburger Abendblatt, 7.10.2019.

Wenn die Bratwurst zu Schreiduellen führt
Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob haben mit ihren spitzen Federn schon einiges an irrwitziger Komik im deutschen Alltag skizziert, so in der Fernsehserie „Stromberg“.
HAMBURG Susanne Maiwald, welt.de, 8.10.2019.

Kulturkampf am Grillbuffet
Die Satire „Extrawurst“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob mausert sich zum Theaterhit. Das Stück über einen Tennisclub, in dem aus einem nichtigen Grund Rassismus ausbricht, hat Diskussionspotenzial – und lässt die Zuschauer mitbestimmen. (…)
„Extrawurst“ ist eine Komödie mit Abgründen, die zeigt, wie sich eine harmlose Diskussion verselbstständigt.
MÜNSTER Stefan Keim, Deutschlandradio, 11.1.2020.

Die Komödie „Extrawurst“ spielt mit Vorurteilen
Das Stück „Extrawurst“ des Autorenduos Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob (die beide Comedy-Meriten mit Formaten wie „Pastewka“ oder „Stromberg“ verdient haben) ist auf dem Weg zum bundesweiten Bühnen-Hit. Wenig erstaunlich. Schließlich beschwört ihre Komödie im Dialogtempo eines ansehnlichen Wimbledon-Matches eine vergnügliche Provinzposse herauf. Die folgt der Eskalationslogik der gegenwärtig grassierenden Empörungshysterie.
BERLIN Patricki Wildermann, Der Tagesspiegel, 17.12.2019.

Boulevard mit politischem Anspruch
BERLIN Andre Sokolowski, freitag.de, 15.12.2019.

Es ist eine böse, eine schwarze Fastnacht, die den Autoren da gelungen ist, in der die Personen tief in ihr Unbewusstes klettern und nicht wieder herausfinden. Sie sind auf einmal gar nicht mehr so locker und tolerant, wie sie sich sonst geben.
BERLIN Irene Bazinger, Berliner Zeitung, 16.12.2019.

Zuletzt aktualisiert: 08.09.2020