Bernstein Celebration

Uraufführung
Jon Lehrer Dance Company, New York
BERNSTEIN CELEBRATION
Eine Tanzhommage an den weltberühmten Komponisten Leonard Bernstein
anlässlich seines 30. Todestags (2020)
Modern und Jazz Dance

Musik: Leonard Bernstein
Choreografie: Jon Lehrer

ca. 07.11.2020 – 28.11.2020

Mit der Jon Lehrer Dance Company

Bernstein Celebration © Jim Bush-Klaus Birkner

Bislang gab es in Europa nur wenige autorisierte komplette Bernstein-Ballettabende,
u. a. „Bernstein Dances“ von John Neumeier an der Staatsoper Hamburg
und „Bernstein Centenary“ von Royal Ballett, Royal Opera House/Covent Garden, London.

Die Lizensierung für „Bernstein Celebration“ ist ein Novum für das Gastspieltheater.

Leonard Bernstein und Jon Lehrer – Eine unwiderstehliche Mischung
2018 feierte die Welt den 100. Geburtstag des genialen amerikanischen Komponisten, Dirigenten und einfühlsamen Musikvermittlers Leonard Bernstein. 2020 jährt sich sein Todestag zum 30. Mal. Grund genug, eine erstklassige Bernstein-Hommage aus der Taufe zu heben: Der begabte Künstler Leonard Bernstein war einer der ersten klassischen US-Komponisten, der sowohl beim Publikum als auch bei den Musikkritikern gleichermaßen beliebt war. Die Ideen für seine Partituren speisten sich aus den unterschiedlichsten Quellen: Jazz und Moderne, jüdische Traditionen und Broadway-Shows. Und viele seiner Musiken lassen sich erstaunlich gut ‚verchoreografieren‘. Kein Wunder, denn mit dem US-Choreografen Jerome Robbins verband ihn eine fruchtbare Zusammenarbeit, die mit dem gemeinsamen Ballett „Fancy Free“ begann, das später zum Musical „On the Town“ erweitert wurde, und im Erfolg von „West Side Story“ gipfelte. Im Auftrag der Konzertdirektion Landgraf erkunden nun der charismatische US-Choreograf Jon Lehrer und seine Company die Tanzbarkeit und dynamischen Dimensionen der Bernstein’schen Musik – und das vermutlich wieder auf ihre ganz eigene, sehr unterhaltsame Art und Weise. Lehrers athletische Tanzsprache verbindet das Fließende des Modern Dance mit der Energie des Jazz Dance zu einem ausdrucksstarken, fesselndem Tanzerlebnis. Seine Choreografien wirken gleichzeitig organisch, artistisch-menschlich, oft augenzwinkernd-witzig und werden so zu einem spielerischen Spiegel menschlicher Erfahrungen und Befindlichkeiten – genau richtig, um den vielseitigen Künstler Bernstein zu feiern.

Eine Hommage an das Leben und Werk des unvergessenen, 1990 verstorbenen Künstlers Leonard Bernstein, getanzt von der US-amerikanischen Jon Lehrer Dance Company.

Leonard Bernstein (c) PixabayLeonard Bernstein (1918-1990)
Der US-amerikanische Dirigent, Komponist und Pianist ist nicht nur bekannt für seine musikalischen Leistungen im Bereich der Klassik und der Populärmusik, sondern auch für seinen auffallenden Dirigierstil und sein pädagogisches Geschick, v. a. in Konzerten für jüngere Menschen. Bernstein, der seit seinem zehnten Lebensjahr Klavierunterricht erhielt studierte in Harvard Musiktheorie bei Arthur Tillman Merritt und Kontrapunkt bei Walter Piston. Am Curtis Institute of Music in Philadelphia lernte er Dirigieren bei Fritz Reiner und Orchestrierung bei Randall Thompson, am Berkshire Music Center in Massachussetts Dirigieren bei Serge Koussevitzky. 1943 folgte ein Engagement als Assistenz-Dirigent bei den New Yorker Philharmonikern. Seine große Stunde schlug am 14.11.1943, als er den plötzlich erkrankten Chefdirigenten Bruno Walter ersetzen musste. Bernsteins technische Sicherheit und exzellente Interpretation in dieser schwierigen Situation machten Eindruck und ebneten ihm den Weg zu einer brillanten Karriere. Dirigier-Engagements führten ihn anschließend zum New York City Center Orchestra, nach Europa und Israel. Als erster US-amerikanischer Dirigent durfte er 1953 in der Mailänder Scala auftreten. 1958-1969 war Leonard Bernstein als erster in den USA geborener Künstler Chefdirigent und Musikalischer Leiter der New Yorker Philharmoniker. Mit diesem Orchester ging er auch auf Gastspielreise nach Lateinamerika, Europa, in die Sowjetunion und nach Japan. Nach 1969 hatte er weiterhin zahlreiche internationale Gastauftritt als Dirigent. Anlässlich des Berliner Mauerfalls dirigierte er 1989 z. B. zwei historische Konzerte von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie in d-Moll in Ost- und Westberlin. 1990 wurde ihm von der Japan Art Association der Praemium Imperiale Prize for Music verliehen.
Das Publikum kannte und liebte Bernstein aber nicht nur als Dirigenten und Pianisten, sondern auch als Kommentator und Entertainer. In beliebten TV-Formaten wie „Omnibus“ und „Young People’s Concerts“ erklärte er jungen Hörern einfühlsam klassische Musik. Daneben veröffentlichte Bernstein eine Reihe von Vorlesungen – „The Joy of Music (1959), „Young People’s Concerts, for Reading and Listening“ (1962; aktualisierte Fassung 1970), „The Infinite Variety of Music“ (1966) und „The Unanswered Question (1976) aus seinen Charles-Eliot-Norton-Vorlesungen an der Harvard University (1973).
Der Komponist Leonard Bernstein bezog seine Inspiration aus den verschiedensten Quellen: Er nutzte z. B. biblische Themen für seine Symphonie Nr. 1 (1942, auch unter dem Namen „Jeremiah“ bekannt) und die „Chichester Psalms“ (1965), Jazz-Rhythmen in seiner Symphonie Nr. 2 (1949; „The Age of Anxiety“) nach einem Gedicht von W. H. Auden sowie jüdisch-lithurgische Elemente in seiner Symphonie Nr. 3 (1963, „Kaddish“). Seine bekanntesten Musikwerke sind die Musicals „On the Town“ von 1944 (1949 verfilmt), „Wonderful Town“ von 1953 (1958 verfilmt), „Candide“ von 1956 – und natürlich der Welterfolg „West Side Story“ aus dem Jahr 1957 (1961 verfilmt), den er zusammen mit Stephen Sondheim (Songtexte) und Jerome Robbins (Konzept, Choreografie) schrieb. Er komponierte außerdem die Ballette „Fancy Free“ (1944), „Facsimile“ (1946) und „Dybbuk“ (1974) sowie die Filmmusik zu „On the Waterfront“ (1954), für die er eine Oscar-Nominierung erhielt. Seine eigens für diesen Anlass geschriebene „Messe“ eröffnete im September 1971 das John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, D. C.

Jon Lehrer
Das Publikum ist verrückt nach seinen Choreografien. Aus gutem Grund! Kommen doch sowohl die Liebhaber des Modern Dance, des Jazz Dance wie der urbanen Tanzstile voll auf ihre Kosten. Dabei wurde Jon Lehrer erst 19-jährig vom Tanzvirus gepackt. Von da an gab es für ihn nur noch Tanz, Tanz und nochmals Tanz! Schon nach zwei Jahren wurde der hochbegabte Tanzeleve der Buffalo University in die universitätseigene Tanzcompany aufgenommen, deren Anforderungen so hoch waren, dass er später mühelos eines der begehrten Stipendien des Jacob’s Pillow Summer-Dance Festivals erhielt. Ein Traum wurde wahr – standen dort doch schon legendäre Tanzikonen von Martha Graham über José Limón bis zu Alvin Ailey, Margot Fonteyn und Mikhail Baryshnikov auf der Bühne. Nach dem Abschluss als ‚Bachelor for Dance’ konnte Jon Lehrer sich seine Engagements aussuchen. Er entschied sich für die Companys, die damals unverwechselbare Akzente setzten, u. a. für John Passafiume Dancers in New York City, für Erick Hawkins, den damals innovativsten Repräsentanten des Modern Dance, sowie für den Balanchine-Schüler und Martha Graham-Ehemann Paul Sanasardo. Um zu lernen, wie eine perfekte Show erarbeitet wird, ging er für ein halbes Jahr an Merv Griffins Casino in Atlantic City. Das für seine Karriere entscheidende Engagement trat er 1997 an: Bei der weltweit renommierten Jazz-Dance-Company von Gus Giordano war er erst Tänzer, dann Ballettmeister, Hauschoreograf und ab 2002 Co-Direktor. Schnell brachten seine Aufsehen erregenden Choreografien ihm zahlreiche Festivaleinladungen ein, u. a. beim Jazz Dance Festival ‚New Generation’ in Russland und 2002 bzw. 2004 beim Chicago Choreografie Projekt. Meisterklassen führten ihn rund um den Globus, weltweite Gastengagements bis nach St. Petersburg. 2007 gründete der inzwischen vielfach ausgezeichnete Jon Lehrer seine eigene Company, mit Hauptsitz in Buffalo, N. Y., die in den USA für Aufsehen sorgte und auch bald in Europa und Russland tourte. Für die Konzertdirektion Landgraf war Lehrer mit seiner Company 2013 zum ersten Mal auf Tournee und wiederholte seinen Erfolg 2016 mit neuem Programm sowie 2018 mit „Shadows in Motion“, einer Fusion aus Modern, Jazz in Kombination mit Schattentheater.

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