Zwei Herzen im Dreivierteltakt

EURO-STUDIO Landgraf / Pramtaler Operettensommer
ZWEI HERZEN IM DREIVIERTELTAKT
(Der verlorene Walzer)
Operette in drei Akten (acht Bildern)
nach dem Film „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“ von Walter Reisch und Franz Schulz
Buch von Paul Knepler und J. M. Welleminsky
Musik von Robert Stolz

Regie: Manuela Kloibmüller

ca. 07.04.2021 – 24.04.2021

Zwei Herzen im Dreivierteltakt © Konzertdirektion Landgraf

Theater auf dem Theater
Die Zwillingsbrüder Nicki und Vicky Mahler schreiben am Libretto für eine neue Operette des Komponisten Toni Hofer. Dem Werk fehlt nur noch ein zugkräftiger Walzer – aber Toni will nichts einfallen. Mit der für die Hauptrolle vorgesehenen – und mit Toni liierten – Operettendiva Anny Lohmeyer hat er sich überworfen. Eine neue Muse muss her! Auch die beiden Librettisten sind der Meinung, dass Toni nur von einer charmanten Dame zu Höchstleistungen angeregt werden kann und haben hierfür bereits die redselige Soubrette Mizzi auserkoren. Doch daraus wird nichts. Denn Nickis und Vickys blutjunge Schwester Hedi hat schon lange ein Auge auf Toni geworfen und will selbst die Rolle der Muse spielen. Sie erscheint Toni als Fee Florabella – und er ist so entzückt von ihr, dass ihm die zündende Walzermelodie wie von selbst zufliegt. Dummerweise vergisst er seine euphorische Komposition, sobald die Fee spurlos verschwindet. Der Walzer scheint verloren, die neue Liebe verschollen, die anstehende Operettenpremiere gefährdet. Doch dann kehrt die schöne Muse in letzter Sekunde zurück und lässt alle Herzen höher schlagen…

Die 1933 am Stadttheater (heute Opernhaus) Zürich uraufgeführte Operette schwelgt nicht nur in dreivierteltaktiger Walzerseligkeit, sondern bietet auch musikalische Höhepunkte mit Foxtrott-, Blues- und Slowfox-Rhythmus. Zu diesen zählen neben dem Titellied „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“ auch „Auch du wirst mich einmal betrügen, auch du“, „Du bist meine schönste Träumerei“, „Das ist der Schmerz beim ersten Kuss“, „Meine kleine Schwester heißt Hedi“, „Heute besuch ich mein Glück“ uvm.

Komponist ROBERT STOLZ (1880-1975)
Robert Stolz wurde als zwölftes Kind des Grazer Städtischen Musikdirektors und einer Pianistin/Musiklehrerin in Graz geboren. Eine profunde musikalische Ausbildung, frühe praktische Erfahrungen und Erfolge als Pianist und Komponist sowie eine Begegnung mit Johann Strauß unterstützten seine musikalische Laufbahn und beförderten seine Hinwendung zur ‚leichten‘ Muse.
Nach Anfängerstationen in Salzburg und Brünn sowie einer Russland-Tournee kam er als Kapellmeister und Korrepetitor ans Theater an der Wien und dirigierte abwechselnd mit Franz Lehár die ersten Aufführungszyklen des Léhar-Operetten-Erfolgs „Die lustige Witwe“. 1916 dirigierte Stolz in hellblauer Deutschmeisteruniform an der Komischen Oper Berlin seine Operette „Der Favorit“ mit dem berühmt gewordenen Lied „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“. Gleichzeitig entstanden die ersten Wienerlieder: „Im Prater blühn wieder die Bäume“, „Das ist der Frühling in Wien“ u. a.
Es folgten in Berlin, wo Stolz von 1924 bis 1936 lebte, die Operetten „Märchen im Schnee“, „Der Mitternachtswalzer“, „Eine einzige Nacht“ und „Prinzessin Titipa“. Nach der Erfindung des Tonfilms reüssierte Stolz auch in diesem Genre. Der erste musikalische Tonfilm Europas, „Zwei Herzen im Dreivierteltakt (Der verlorene Walzer)“ („Auch du wirst mich einmal betrügen“, 1930) eroberte die Welt. Viele bekannte Filmschauspieler wurden mit Stolz-Melodien zu Stars: Jan Kiepura („Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frauen“, 1935), Martha Eggert, Leo Slezak („Auf der Heide blühn die letzten Rosen“, „Herbstmanöver“, 1935), Willy Forst und Marcel Wittrisch. 1936 zog Stolz nach Paris, wo er Yvonne-Louise Ulrich, seine spätere fünfte Frau ‚Einzi‘, kennenlernte. In den 1940er Jahren eroberte er den New Yorker Broadway und Hollywood mit seiner Konzertreihe „A Night In Vienna“. Nach Kriegsende kehrte er nach Österreich zurück und komponierte mit ungebrochener Schaffenskraft. Insgesamt komponierte er über 60 Operetten und Singspiele und ca. 100 Filmmusiken. Schallplattenaufnahmen, Fernsehshows und Radioproduktionen bereicherten seine Arbeit ebenso wie regelmäßige Kompositionen für die Wiener Eisrevue (ab 1952). Robert Stolz starb 94-jährig während eines Berlin-Aufenthaltes als einer der letzten universalen Vertreter des ‚silbernen‘ Operettenzeitalters. (Verlagstext: Felix Bloch Erben; http://www.felix-bloch-erben.de)

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