Martin Lindow

Seit seiner Titelrolle in „Der Fahnder“ und der Hauptrolle in „Polizeiruf 110“ ist Martin Lindow ein Fernsehstar – mit einem festen Standbein im Theater. Für Produktionen des EURO-STUDIO Landgraf stand der Publikumsliebling schon mehrfach – zuletzt 2019 in „Wunschkinder“, einem Stück des erfolgreichen Autorenduos Sarah Nemitz und Lutz Hübner (Preisträger des INTHEGA-Vorstands 2014) und in der Regie von Volker Hesse – auf der Bühne. Nach seiner Schauspielausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen bekam er sein Erstengagement am dortigen Schauspielhaus (1989-1991) und ging danach u. a. ans Schauspielhaus Düsseldorf (1991-1993) und ans Schauspielhaus Hamburg (1993-1997). An diesen Theatern arbeitete er nicht nur mit dem damaligen Who-is-Who der jungen Regiegarde (Werner Schroeter, Herbert König, Anselm Weber, Leander Haussmann, Elke Lang), sondern hatte auch das Glück, Rollen mit so legendären Regie-Koryphäen wie Kurt Hübner, B. K. Tragelehn, Hansgünther Heyme, Hansjörg Utzerat und Wilfried Minks zu entwickeln. Ab 1998 führten ihn Gastengagements z. B. an das Schauspielhaus Bochum, das Nationaltheater Luxemburg und das Schauspielhaus Zürich, wo er u. a. unter der Regie von Karin Beier im LaBute-Stück „das maß der dinge“ spielte.

Mit dem EURO-STUDIO Landgraf ging Martin Lindow erstmals 2002/2003 auf Theatertournee: in Jaan Tättes Stück „Bungee Jumping oder Die Geschichte vom goldenen Fisch“ spielte er Osvald Koger. Danach konnte er sein nuancenreiches Spiel in der Doppelrolle als Milow/Kommissar in dem Psycho-Thriller „Revanche“ von Anthony Shaffer unter Beweis stellen. Eine seiner Paraderollen auch auf Tournee war Tom in Volker Hesses Inszenierung von Neil LaButes Erfolgsstück „Fettes Schwein“; diese Produktion wurde 2009 mit dem 3. INTHEGA-Preis ausgezeichnet. 2011 folgte dann mit Margit Schreiners „Haus, Frauen, Sex“ seine erste eigene Regiearbeit am Theater im Rathaus Essen, in der er auch selbst auf der (Tournee-) Bühne stand. Mit dem Regisseur Ulrich Stark, der mit Lindow schon den Komödienhit „Der Vorname“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière sowie die Neil-Simon-Komödie „Der letzte der feurigen Liebhaber“ (2015-2017) für das EURO-STUDIO inszenierte, verbindet Martin Lindow eine zwanzigjährige Zusammenarbeit (gemeinsam drehten sie die Filmkomödie „Diamanten küsst man nicht“ mit Meret Becker und mehrere Folgen des „Polizeiruf 110“). Seit der Spielzeit 2013/14 ist Lindow in „Der Vorname“ als Querulant Vincent auf Tournee zu sehen. 2013 stand er bereits in diesem Stück am Berliner Renaissance-Theater auf der Bühne – allerdings damals nicht in seiner Lieblingsrolle Vincent, sondern als Pierre.

Auch die Liste seiner TV-Erfolge ist lang. 1994 stand er neben Hannelore Elsner in „Die Kommissarin“ vor der Kamera. 1995 übernahm er in „Polizeiruf 110“ die Rolle des Dorfpolizisten Sigi Möller – und bekam für die Folge „1A Landeier“ 1996 den Adolf-Grimme-Preis als bester Hauptdarsteller. Für die erste von insgesamt 36 ausgestrahlten Folgen von „Der Fahnder“ (2001-2005) bekam er für die Titelrolle eine Nominierung zum Deutschen Fernsehpreis. 1998/99 spielte er in elf Folgen der von Kritik und Publikum geschätzten Serie „Die Straßen von Berlin“ und in 21 Folgen in der Serie „Am liebsten Marlene“. Es folgten die Serien „Rennschwein Rudi Rüssel“ (2007-2010) und 16 Folgen von „Henker und Richter“ (2011). Lindow trat als Gaststar in Serien wie „Wolffs Revier“, „Tatort“, „Ein Fall für zwei“, „Alarm für Cobra 11“, „SOKO Leipzig und Köln“, „Spreewaldkrimi – Phoenix“, „Balko“, „Der Staatsanwalt“ und „Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen“ auf. In „Der Dicke“ und „Sperling“ war er Partner von Dieter Pfaff, in „Lutter“ von Joachim Król. Im Zweiteiler „Eisfieber“ spielte er mit Heiner Lauterbach und in „Willkommen im Club“ mit Senta Berger. In letzter Zeit dreht Martin Lindow neben Serienepisoden (z. B. für „Die Kanzlei“, „Die Chefin“ etc.) vor allem TV-Spielfilme für ZDF und ARD, darunter 2015 „Freundinnen alle für eine“ (Regie: Jan Ruzicka) an der Seite von Katja Riemann, Nicolette Krebitz, Sophie von Kessel und Ben Becker sowie „Apropos Glück“, 2016 „Nord Nord Mord – Clüver und die Tödliche Afäre“ (u. a. mit Robert Atzorn, Peter Lohmeyer und Annette Frier), „Praxis mit Meerblick“ und „Drei Enkel für Jella“ und 2017 den TV-Krimi „Unter anderen Umständen – Das Haus am Meer“ (u. a mit Natalia Wörner). 2018 spielte er im Fernseh-Zweiteiler „Im Wald – in Taunuskrimi“ u. a. mit Veronica Ferres. 2019 stand er an der Seite von Axel Milberg im „Tatort – Borowski und das Haus am Meer“ vor der Kamera. 2020 übernahm Lindow eine Rolle in der „Tatort“-Folge „Unklare Lage“. Der Film bezog sich auf den Anschlag in München 2016 im Olympia-Einkaufszentrum und wurde von 9,41 Millionen Zuschauern gesehen.

Aktuelle Produktionen: „Wunschkinder“, „Cyrano de Bergerac“

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