Karin Boyd

Auch wenn die gebürtige Berlinerin deutsch-amerikanischer Herkunft dem Publikum aus Fernsehproduktionen wie „Ein Fall für Zwei“, „Das Traumschiff“, „Polizeiruf 110“, „Tiefenrausch“, „Familiengeheimnisse“, „Nur eine kleine Affäre“ (GRIMME-Preis 1995) und vielen anderen mehr – vor allem aber als Tänzerin Juliette Martens in István Szabós OSCAR-prämiertem Film „Mephisto“ an der Seite von Klaus Maria Brandauer aus dem Jahr 1981– bekannt ist: Ihre kreative Heimat ist und bleibt, wie sie sagt, das Theater.

Nach ihrer Ausbildung an der staatlichen Schauspielschule Rostock und einer zusätzlichen Gesangsausbildung an der Musikschule Friedrichshain, Berlin, im Fachbereich Chanson gehörte sie für 10 Jahre zum Schauspielensemble des Maxim Gorki Theaters Berlin, wo sie die Ensemblearbeit schätzen gelernt hat. Nach dieser Zeit spielte sie an verschiedenen deutschen Bühnen und Festivals – ob in der Komödie wie zum Beispiel als „Olivia in Shakespeares „Was ihr wollt“ oder als Madame Therbouche in Eric Emmanuel Schmitts „Der Freigeist“ oder im ernsten Genre als Adelheit in Goethes „Götz von Berlichingen“ oder als Tamora in Heiner Müllers „Anatomie Titus Fall of Rome“, um nur einige zu nennen.

Karin Boyd interpretiert nicht nur als Schauspielerin unterschiedlichste Rollen, sondern führt auch bei ganz gegensätzlichen Stücken Regie: z. B. bei „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ und „Die Zoogeschichte“ von Edward Albee. Für „Hotel Mimosa“ von Pierre Chesnot (Münchner Komödie Max 2) wurde sie mit dem AZ-Stern der Münchner Abendzeitung und dem Rosenstrauß des Jahres der Münchner TZ, die jeweils für hervorragende Leistungen auf kulturellem Gebiet verliehen werden, ausgezeichnet. In der Spielzeit 2015/16 inszenierte sie für das Tournee-Theater Thespiskarren die romantische Komödie „Das Lächeln der Frauen“ nach dem gleichnamigen Roman-Bestseller von Nicolas Barreau.

Auch ihre Inszenierung „Geächtet“ von Pulitzerpreisträger Ayad Akhtar, die im Herbst 2017 an den Stuttgarter Schauspielbühnen Premiere hatte, ging anschließend mit dem EURO-Studio auf Tournee. Als Schauspielerin war Boyd mit der Konzertdirektion Landgraf drei Spielzeiten lang in der Rolle der Mrs. Mullar als Partnerin von Renan Demirkan und Wolfgang Seidenberg in John Patrick Shanleys vielfach preisgekröntem Broadway-Hit „Zweifel“ (Regie: Harald Demmer) in Deutschland, Österreich und in der Schweiz unterwegs, sowie an der Seite von Helmut Zierl 2012-2016 mit Florian Zellers Komödienhit „Die Wahrheit“. In der Spielzeit 2020/2021 geht sie mit dem EURO-STUDIO Landgraf wieder auf Tournee: in dem neuen Stück von Ferdinand von Schirach „Gott“ spielt sie die Augenärztin Brandt.

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