Judith Rosmair

Die von der Zeitschrift Theater heute 2007 als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnete Darstellerin Judith Rosmair wuchs mit acht Geschwistern in der Nähe von München auf und interessierte sich bereits in der Schulzeit für Musik und Tanz. Ihre Ausbildung zur Bühnenkünstlerin machte sie dann an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, an der sie gleich bei ihrem allerersten Schauspielschul-Vorsprechen angenommen wurde. Ihr erstes Engagement führte sie danach direkt an das renommierte Schauspielhaus Bochum, wo sie Gelegenheit hatte, mit so bekannten Regisseuren wie u. a. Leander Haußmann, Frank Castorf, Jürgen Gosch oder Dimiter Gotscheff zu arbeiten. Hier verkörperte sie u. a. große klassische Rollen wie Gretchen in Goethes „Urfaust“, Ariel in Shakespeares „Der Sturm“ oder Klara in Hebbels „Maria Magdalena“. Bei den Nibelungen-Festspielen Worms besetzte sie Regisseur Dieter Wedel 2002 als Brünhild in „Die Nibelungen“. Von 2000 bis 2008 war sie fest am Thalia Theater Hamburg engagiert und spielte u. a. in Inszenierungen von Franz Wittenbrink (Kismet in Wittenbrinks „Vatertag“), Nicolaus Stemann (Gudrun Ensslin in Jelineks „Ulrike Maria Stuart“), Dimiter Gotscheff (Dorinde in Molières „Tartuffe“), Niklaus Helbling (Franziska in Lessings „Minna von Barnhelm“) und Martin Kusej (in Feydeaus „Der Floh im Ohr“ und Marlowes „Edward II.“). Im Anschluss ging sie an die Schaubühne Berlin, wo sie von 2008-2012 zum festen Schauspielensemble gehörte. An diesem Haus arbeitete sie mit Regisseur*innen wie u. a. Ivo van Hove (Molières „Der Menschenfeind“), Falk Richter/Anouk van Dijk („Protect Me“, „Trust“, Schillers „Kabale und Liebe“) und Thomas Ostermeier (Shakespeares „Hamlet“, „Der Schnitt“ von Mark Ravenhill). Es folgten Engagements am Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspiel Köln, Renaissance-Theater Berlin (u. a. in Theresia Walsers „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“, Regie: Tina Engel) und St. Pauli Theater Hamburg (in Dennis Kellys „Waisen“, Regie: Wilfried Minks, Rezas „Bella Figura“, Regie: Ulrich Waller). Am Pariser Colline Théâtre National spielte sie in Wajdi Mouwads multilingualem Stück „Tous des Oiseaux“ unter der Regie des Autors höchstpersönlich. Mit Regisseur Torsten Fischer erarbeitete sie bereits Stücke wie „Wir lieben und wissen nichts“ von Moritz Rinke (Renaissance Theater Berlin 2014), Henry Purcells „King Arthur“ (Gärtnerplatz Theater München 2016), „Willkommen“ und „Wunschkinder“ von Lutz Hübner/Sarah Nemitz (Renaissance-Theater Berlin 2017) und 2018 Rezas „Der Gott des Gemetzels“ am Theater in der Josefstadt Wien. Neben ihrer erfolgreichen Bühnentätigkeit steht sie aber auch immer wieder für TV-Serien vor der Kamera (u. a. für „Bella Block“, „Doppelter Einsatz“, „Großstadtrevier“, „Tatort“, Polizeiruf 110“, „München Mord“) und dreht Fernsehfilme wie u. a. „Mein Sohn Helen“ (ARD 2014), „Inspektor Jury“ (ZDF 2016) oder „Berthold Beitz – Ein unruhiges Leben“ (ARD 2019). Und auch im Kino war sie bereits zu sehen: 2012 im Kinderfilm „Das kleine Gespenst“ (Regie: Alain Gsponer) und 2018 in David Dietls „Rate your Date“.

Aktuelle Produktion: „Fräulein Julie“, „Endlose Aussicht“

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