Aus jeder Rolle, die er spielt, macht Ernst Lenik, der sein überragendes Handwerk an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München lernte, etwas Besonderes. Erste Engagements führten ihn nach Kiel, Zürich, Frankfurt, ans Staatstheater Stuttgart (unter Claus Peymann) sowie nach München und Berlin. In Aachen, wo er bis zu seinem Wechsel nach Stuttgart engagiert war, spielte er u. a. Titelrollen in Lessings „Nathan der Weise“ oder in Zuckmayers deutschem Märchen „Der Hauptmann von Köpenick“. Eine weitere Hauptrolle war Shylock in Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“. Außerdem stand er u. a. in Schillers „Don Carlos“, in der Benatzky-Operette „Im weißen Rössl“ als Professor Hinzelmann, in Millers „Hexenjagd“, in „Sofies Welt“ nach dem Bestseller von Jostein Gaarder und in Michael Frayns Komödie „Der nackte Wahnsinn“ sowie in zahlreichen weiteren Produktionen auf der Bühne. Am Alten Schauspielhaus Stuttgart spielte er Malvolio in Shakespeares „Was ihr wollt“, in Michael Frayns Schauspiel „Reinhardt“ – eine Collage über das Leben des berühmten Theatermanns, raffiniert verschachtelt mit dessen berühmtestem Stück „Jedermann“, 2010 in der Uraufführung von „Alles was Recht ist“ des deutschen Autors Gerold Theobalt über den Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Brauer, in Eric-Emmanuel Schmitts „Einsteins Verrat“, Hübner/Nemitz‘ „Blütenträume“, Simons „Barfuß im Park“, Sigmund Freud in „Reine Hysterie“ von Terry Johnson, Prof. Bömmel in „Die Feuerzangenbowle“ nach Heinrich Spoerls Roman und zuletzt Konrad Adenauer in der Uraufführung von Joshua Sobols Schauspiel „Blutgeld – Adenauers Weg“. Das Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ spielte er in Stuttgart, Oberhausen, Berlin und München insgesamt 760 Mal. Für das Tournee-Publikum ist Ernst Wilhelm Lenik kein Unbekannter. Mit Manfred Langners Inszenierung von Joshua Sobols Schauspiel „Ghetto“ war er 2000 in der wichtigen Rolle des Bibliothekars Kruk bei der Konzertdirektion Landgraf zu sehen. Diese Produktion wurde 2000 mit dem 2. INTHEGA-Preis ausgezeichnet. In Florian Zellers Tragikomödie „Vater“ spielte er in Stuttgart und auf Tournee beklemmend-eindringlich die Titelrolle des achtzigjährigen, an Alzheimer erkrankten André. Diese ungewöhnliche Inszenierung, über die R. Sliepen am 20.3.2017 in der Braunschweiger Zeitung schrieb: »Theater kann in seinen besten Momenten alles gleichzeitig. Weinen machen und Lachen, berühren, nachdenklich stimmen, aufwühlen«, erhielt 2017 den 2. INTHEGA-Preis. Im März 2021 läuft „Vater“ zum letzten Mal bei der Konzertdirektion Landgraf auf Tournee.