Dominique Horwitz

Der in Paris geborene Charakterdarsteller zog als Jugendlicher mit seiner Familie nach Berlin. Mit 19 Jahren erhielt er sein erstes Schau- spiel-Engagement in der TV-Produktion „Eine Jugendliebe“. Es folgte mit Peter Lilienthals preisgekröntem Film „David“ seine erste Kino- produktion. Seitdem spielte er Hauptrollen in so wichtigen Filmen wie „Stalingrad“ (Regie: Josef Vilsmaier), „Stammheim“, „Nachtgestalten“, „Strayk – Die Heldin von Danzig“ (Regie: Volker Schlöndorff) oder „Die Frau des Friseurs“. In Fernsehspielen wie „Der große Bellheim“ (Regie: Dieter Wedel) begeisterte er ein großes Publikum und erhielt für seine Rolle in Oliver Hirschbiegels „Trickser“ 1998 den Goldenen Löwen. Im Jahr 2000 wurde ihm der Internationale Fernsehpreis für seine Arbeit in Michael Verhoevens „Enthüllung einer Ehe“ verliehen, in der er einen transsexuellen Familienvater spielt. Im TV war Horwitz in letzter Zeit in den Weimarer „Tatorten“ „Die Fette Hoppe“ (2013) und „Der irre Iwan“ (2015) zu sehen.

Trotz seiner über achtzig Film- und TV-Produktionen fühlt er sich aber vor allem im Theater zu Hause: 1978 debütierte er im Berliner Cabaret des Westens (CaDeWe) und wechselte ein Jahr später an das Tübinger Zimmertheater. 1983 holte ihn Frank Baumbauer an das Münchner Residenztheater. Am Hamburger Thalia Theater, an dem er von 1985 bis 1988 fest engagiert war, schrieb er unter der Regie von Robert Wilson als charismatischer, diabolischer Stelzfuß in der Uraufführung von William S. Burroughs/Tom Waits Musical „The Black Rider“ Theatergeschichte. Weitere Bühnenerfolge waren u. a. 1993 die Uraufführung von „The Dreigroschenoper“ an den Hamburger Kammerspielen, 1995 Harold Pinters Stück „Moonlight“ am Berliner Ensemble (Regie: Peter Zadek), 1997 Brechts „Im Dickicht“ am Deutschen Theater Berlin, 2000 Falk Richters „Polaroids“ am Zürcher Schauspielhaus und 2005 die Uraufführung von Moritz Rinkes „Café Umberto“ am Düsseldorfer Schauspielhaus. 2010 inszenierte Dominique Horwitz am Südthüringi- schen Staatstheater in Meiningen mit großem Erfolg William Shakespeares „Ein Sommer-nachtstraum“. Im selben Jahr stand er in der Titelrolle des populären Versdramas „Cyrano de Bergerac“ (eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen) auf der Bühne des Hamburger Schauspielhauses. 2012 gab er sein Opernregie-Debüt mit Webers „Der Freischütz“ am Theater Erfurt.

Auch als Sprecher und Sänger ist der Schauspieler mit dem ausgeprägten Musik-Gespür gefragt. Sein Talent im musikalisch-literarischen Genre konnte er u. a. beim Strawinski-Abend „Geschichte vom Soldaten“ (mit Daniel Barenboim) und „Oedipus Rex“ (mit Valery Gergiev) unter Beweis stellen. In der Saison 2014/2015 wurde mit ihm bei den Bochumer Symphonikern erstmals ein Schauspieler Artist in Residence. Nach seinen Erfolgen mit dem Monodrama „ich mach ja doch was ich will“ von Doug Wright, John Logans Künstlerdrama „ROT“, dem Chanson-Abend „Jacques Brel! Theater als Chanson“ und „Fräulein Julie“ von August Strindberg (Regie: Torsten Fischer) geht Dominique Horwitz in der Spielzeit 2021/2022 erneut mit dem teuflisch-musikalischen Abend „Me and the Devil“ (nominiert für den INTHEGA-Preis 2017) sowie den musikalischen Produktionen „Liebe und andere Unglücksfälle“, „DEUTSCHE MÄRCHEN“ und „The Beggar’s Opera 2071“ und der Konzertdirektion Landgraf auf Tournee. Neu im Repertoire hat er in dieser Spielzeit den Serge-Gaisnbourg-Abend „Je t’aime“.

Aktuelle Produktionen: „Fräulein Julie“, „Je t’aime… Das spektakuläre Leben des Serge Gainsbourg“, „The Beggar’s Opera 2071“, „Me And The Devil“, „Liebe und andere Unglücksfälle“, „Deutsche Märchen“

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