4000 Tage

EURO-STUDIO Landgraf
4000 TAGE (4000 Days)
Eine ernste Komödie von Peter Quilter

ca. 10.01.2020 – 10.03.2020

Regie: Boris Aljinovic
Mit Mathias Herrmann, Mona Seefried, Raphael Grosch

Uraufführung: 14.01.2016, Park Theatre, London
Deutschsprachige Erstaufführung: 28.03.2017, St. Pauli-Theater, Hamburg

Ein anrührendes Stück, in dem es um Liebe, Glück, Vertrauen, Einsamkeit und letztendlich auch um die Frage nach dem Lebenssinn geht. Und diese Themen lassen nun wirklich niemanden kalt.
Isabelle Hofmann, kultur-port.de, 03.04.2017 (anlässlich der Deutschsprachigen Erstaufführung in Hamburg).

Was ist Erinnerung?
Was geschieht mit einem Menschen, dem ein Großteil seiner bisherigen Biografie abhanden gekommen ist? Und: wie viele der Bilder in unserem Kopf sind echt, wie viele reine Projektion?
Diese und andere brisante Fragen stellt der britische West-End- und Broadway-Autor Peter Quilter, dessen Stücke bisher in über 40 Ländern gespielt und in 27 Sprachen übersetzt wurden, in seinem Stück „4000 Tage“. Dabei geht Komödienspezialist Quilter in dieser packenden Geschichte um Liebe, Vorurteile und Suche nach Wahrheit niemals todernst vor, sondern schickt sein Publikum mit viel trockenem Humor von einem Lacher zum nächsten. „4000 Tage“ ist ein Komödien-Kammerspiel, das es schafft, das Thema Amnesie in spannender und unterhaltsamer Weise, ja geradezu witzig und boulevardesk in Szene zu setzen.

Zum Inhalt
Seit drei Wochen liegt Michael nach einem Blutgerinnsel, das sich in seinem Hirn gebildet hat, im Koma. An seinem Krankenhausbett wacht Tag und Nacht nicht nur seine Mutter Carol, sondern auch sein Lebensgefährte Paul. Die beiden, die sich in den letzten Jahren aus abgrundtiefer gegenseitiger Abneigung aus dem Weg gegangen sind, verbindet jetzt die Sorge um Michaels Gesundheit. Die Enge des Krankenhauses zwingt sie zur Auseinandersetzung mit dem ‚anderen’ Menschen in Michaels Leben. Als Michael aus dem Koma erwacht, wird schnell klar, dass ihm sämtliche Erinnerungen an die letzten elf Jahre verloren gegangen sind. Es sind genau die 4000 Tage, in denen er mit Paul zusammen gelebt und sich von seiner Mutter entfernt hat. Für Michael ist es so, als ob die Beziehung zu seinem Partner niemals existiert hätte.

Nun beginnt der Kampf um die Deutungshoheit über die verloren gegangene Zeit: Während Paul alles daran setzt, dem Gedächtnis seines langjährigen Partners mit Hilfe von Fotos und Zeitungsartikeln auf die Sprünge zu helfen, versucht Carol, das Rad der Zeit, die Michael ihrer Meinung nach mit Paul vergeudet hat, zurückzudrehen. Paul zeichnet das Bild einer liebevollen, wunderbaren Partnerschaft, in der alles perfekt war. Carol sieht das ganz anders, v. a. weil ihr Sohn unter Pauls Einfluss seine künstlerischen Ambitionen ad acta gelegt und einen langweiligen Job angenommen hat, der ihm keine Zeit mehr zum Malen ließ. Nun wittert sie die Chance, Paul komplett auszubooten und Michael Leben neu zu starten. Ein Leben, in dem sie endlich wieder eine wichtige Rolle spielt. Doch was passiert, wenn Michaels Erinnerungen zurückkommen?

Dramatiker PETER QUILTER
Der in Colchester (Essex) geborene Quilter, einer der weltweit am meisten aufgeführten Dramatiker des leichten Genres, ist Absolvent (mit Auszeichnung) der Leeds University und lebt mittlerweile auf der Kanarischen Insel Teneriffa. Bevor er mit dem Schreiben begann, arbeitete er als TV-Moderator für die BBC sowie als Seriendarsteller („London’s Burning“ u. a.). Inzwischen stehen seine unterhaltsamen Stücke außer in New York und London auch auf den Spielplänen großer Theater in aller Welt, z. B. in Sydney, Amsterdam, Berlin, Johannesburg, Warschau, Chicago, Caracas, Helsinki, Budapest, Rom, Montreal, Madrid, Rio de Janeiro und Wien. Ein internationaler Erfolg gelang ihm mit „End of the Rainbow“ (UA 2005), ein musikalisches Drama über die letzten Monate im Leben der tabletten- und alkoholsüchtigen Judy Garland. Die West-End-Produktion (2010) wurde für vier Laurence Olivier Awards nominiert (u. a. in der Kategorie Bestes neues Stück), die ebenfalls sehr erfolgreiche Broadway-Produktion (2012) für drei Tony Awards. 2018 sollen die Dreharbeiten für eine Filmadaption dieses Stücks unter dem Titel „Judy“ mit Renée Zellwegger und Michael Gambon (Regie: Rupert Goold) beginnen. Ein zweiter Theaterhit gelang dem Autor mit „Glorious!“ (UA 2005); das Stück handelt von Florence Foster Jenkins, der mutmaßlich schlechtesten Sängerin aller Zeiten und erlebte über 200 Vorstellungen am Londoner West End. Auch für „Glorious!“ erhielt Quilter eine Olivier-Award-Nominierung (als Beste neue Komödie). Danach wurde dieses Stück noch in 19 weiteren Ländern in über 2000 Vorstellungen gespielt. Seine neue, ebenfalls international gefragte Drei-Personen-Version dieses Bühnenhits wurde 2008 uraufgeführt.

Weitere Werke außer „4000 TAGE“ und den bereits genannten Stücken
(die Jahreszahlen beziehen sich auf die Uraufführungen):
1999 „BoyBand“ – ein Musical über die Geschäftemacherei hinter den Kulissen der Popmusik-Branche
2009 „Duett Surprise“ – diese auch international viel gespielte romantische Komödie ist eine schauspielerische Herausforderung für zwei wandelbare Akteure, weil beide fünf sehr unterschiedliche Begegnungen spielen müssen
2011 „Just the Ticket“ – eine Solo-Komödie für eine Schauspielerin über 50
2012 „Am Morgen danach oder Guten Morgen Liebling, wie heißt du?“ – eine moderne Komödie über Liebe und Beziehungen
2012 „The Nightingales“ – eine Komödie über eine Theater-Familie in den 1950ern
2014 „Geliebte Diva oder Kirschen im Schnee“ – ein amüsantes und ergreifendes Stück über den letzten Auftritt einer allseits bewunderten Schauspiel-Diva
2016 „Gestrichen voll“ – eine schwarze Komödie über eine Londoner Familie, die unorthodoxe Maßnahmen ergreift, um ihren rebellischen Teenager von der schiefen Bahn abzubringen
Quilters neuester Coup, „Lass Vegas nicht im Regen stehen“, ein unwiderstehlicher Mix aus Musik, Drama und Comedy, der ein Wiedersehen mit den legendären Gesangsstars der 1950er verspricht, hat noch keinen Uraufführungstermin.

Biografien 

Mathias Herrmann (c) Mathias BothorMATHIAS HERRMANN (Paul)
Der Sohn einer Buchhändlerfamilie aus Hessen absolvierte nach dem Abitur eine Schauspielausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Bereits während des Studiums stand er auf der Bühne der Münchner Kammerspiele. Theaterengagements in Freiburg, Dortmund, Bremen, Bonn, Mannheim, Basel, Düsseldorf, Berlin und Köln folgten.
Sein Filmdebüt gab er 1987 in Ralf Huettners Überraschungserfolg „Das Mädchen mit den Feuerzeugen“. 1995 zog Mathias Herrmann internationale Aufmerksamkeit mit einer Hauptrolle in „De Partizanen“ auf sich, ein holländisches Weltkriegsdrama, das zahlreiche Auszeichnungen erhielt und für einen Emmy nominiert war. Sein Durchbruch im deutschen Fernsehen gelang ihm mit der Rolle des Rechtsanwalts Dr. Johannes Voss in der ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“. Es folgten zahlreiche Hauptrollen in erfolgreichen und preisgekrönten deutschen Fernsehfilmen, u. a. in der mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Produktion „Das Phantom“. Als charismatischer Oberstaatsanwalt war Mathias Herrmann im Jahr 2015 zwei Staffeln lang Gegenspieler der Protagonisten in der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“. Oscar-Preisträger Florian Gallenberger holte Herrmann auf die große Leinwand in „John Rabe“, der mit vier Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet wurde (u. a. als Bester Film). Diese Zusammenarbeit setzte sich 2018 fort in „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“.
In dem Erfolgsstück „Unsere Frauen“ von Éric Assous stand Mathias Herrmann zuletzt über 200 Mal auf deutschen Bühnen und konnte Kritik und Publikum begeistern. Mathias Herrmann ist außerdem ein gefragter Sprecher für Hörbücher und Lesungen. Seine aktuelle Hör-CD „Die schönsten Balladen“, ein Herzensprojekt, ist unlängst erschienen.

Mona Seefried (c) Alexander WiedlMONA SEEFRIED (Carol)
Der bekannten Schauspielerin liegt das Theater im Blut: Als Tochter einer Kammersängerin und eines Geigers bestand sie bereits mit 15 Jahren die Aufnahmeprüfung an der renommierten Wiener Schauspielschule Max-Reinhardt-Seminar. Zwei Jahre später holte Intendant Hans Hollmann sie ans Baseler Stadttheater, wo sie drei Jahre lang engagiert war. Danach ging sie zu Intendant Boy Gobert ans Hamburger Thalia Theater. Als er vier Jahre später Intendant des Berliners Schiller Theaters wurde, nahm er Mona Seefried mit. Auch andere Bühnen in Berlin wurden auf die junge Schauspielerin aufmerksam; so gastierte sie u. a. mit der Jacques-Offenbach-Oper „Orpheus in der Unterwelt“ (Rolle: Öffentliche Meinung) an der Deutschen Oper Berlin und spielte im Theater des Westens die Irma la Douce im gleichnamigen Musical. Daneben zeigte sie in verschiedenen Showprogrammen ihr Gesangs- und Tanztalent. 1986 zog es sie unter Intendant Frank Baumbauer ans Bayerische Staatstheater München, wo sie u. a. in der Uraufführung von Lion Feuchtwangers „Der Erfolg“ die Rolle der Johanna Krain spielte.
Auch ihre langjährige TV- und Film-Karriere startete sie mit Erfolg: In der Serie „Praxis Bülowbogen“ stand die an der Seite von Günther Pfitzmann erstmals vor der Kamera. Neben ihren vielseitigen Theater- und Musical-Engagements drehte sie immer wieder zahlreiche TV-Serien und Fernsehfilme, blieb dem Theater aber auch weiterhin treu. Spätestens seit dem zur Weihnachtszeit oft wiederholten TV-Spielfilm „Single Bells“ (1998), in dem sie die Rolle der Hausfrau und Mutter Luise spielte, ist Mona Seefried auch einem breiteren Publikum bekannt. Der TV-Erfolg wiederholte sich mit der „Sinbgle Bells“-Fortsetzung „O Palmenbaum“ (2000), in der sie erneut an der Seite von Martina Gedeck und Erwin Steinhauer zu sehen war.
Bis 2018 spielte sie außerdem knapp 13 Jahre lang die Rolle der Charlotte Saalfeld in der beliebten ARD-/ORF-Serie „Sturm der Liebe“, die 2010 mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Juli 2014 ging die 2000. Folge dieser mittlerweile in 22 Ländern erfolgreichen Telenovela auf Sendung, im September 2015 feierte die Serie ihr zehnjähriges Bestehen. Mona Seefried lebt im Münchner Westen und wenn es die Zeit erlaubt, in ihrem Haus in Mittelitalien.

Raphael Grosch (c) Paul ZimmerRAPHAEL GROSCH (Michael)
Nach seinem Schauspielstudium an der Schauspielakademie in Köln führten bisherige Engagements den im belgischen Eupen geborenen Darsteller u. a. nach Aachen, Bonn, Frankfurt, Stuttgart und München. Am Grenzlandtheater Aachen erhielt er 2010 den begehrten Karl-Heinz-Walther Preis als bester Nachwuchsdarsteller der Spielzeit. Am Kleinen Theater Bad Godesberg spielte er u. a. in „Die Brücke“ und „Das Käthchen von Heilbronn“ sowie die Hauptrolle des Tom in Tennessee Williams‘ „Die Glasmenagerie“. Dem Fernsehpublikum wurde er u. a. bekannt in der durchgehenden Rolle des Christian Friesinger in der RTL-Serie „Alles was zählt“. Zuletzt konnte man ihn an der Seite von Annette Frier in der Sat1-Serie „Danni Lowinski“ sehen, im ZDF-Zweiteiler „Terra X: F wie Fälschung“ (Folge: „Meisterwerke“) sowie 2017 im Spielfilm „S. N. W.“ und im „Tatort“ (Folge: „Bombengeschäft“. Am Theater spielte er in Heidelberg die Rolle Tom in Neil LaButes „Fettes Schwein“ und stand in der Komödie im Bayerischen Hof in „Eine Couch in New York“ auf der Bühne. Am Alten Schauspielhaus Stuttgart war er schon in Alistair Beatons Stück „Feelgood“ zu sehen. Im Sturm eroberte er auch das Tourneetheater-Publikum als rappender Lanzelot Gobbo in Volkmar Kamms Inszenierung des für den INTHEGA-Preis DIE NEUBERIN 2015 nominierten Shakespeare-Stücks „Der Kaufmann von Venedig“, ebenfalls eine Produktion der Schauspielbühnen in Stuttgart. Seit 2015 feiert er als Oskar Matzerath in Volkmar Kamms Bühnenfassung des Günter-Grass-Romans „Die Blechtrommel“ sowohl in Stuttgart als auch auf Tournee große Erfolge; 2016 wurde die Koproduktion der Schauspielbühnen in Stuttgart mit dem EURO-STUDIO Landgraf mit dem 1. INTHEGA-Preis ausgezeichnet.

Pressestimmen

Zur Deutschsprachigen Erstaufführung am St. Pauli-Theater, Hamburg

Das 3-Personenstück gibt den Figuren genug Zeit, sich zu entfalten und ermöglicht uns Zuschauern, sich intensiv in die Thematik einzufinden.
Und dabei heraus kommt … GROSSE UNTERHALTUNG.
Mark Max Henckel, Sommer in Hamburg, April 2017

Theater-Hit aus London begeistert
Kunst&Kultur, geheimtipphamburg.de, 16.03.2017

Eine ‚ernste Komödie‘
ppa/LNO, ZEIT Online, 29.03.2017

„4000 Tage“ begeistert.
Hamburger Morgenpost, 30.03.2017

Unbedingt hingehen: 4000 Tage
sommer-in-hamburg/kultur/theater/4000-tage

Zur Londoner Uraufführung

Quilter entwirft ein faszinierendes Gebäude aus sich steigernden knappen Dialogen mit interessanten Fragestellungen und anregenden Einfällen.
LONDON Financial Times

Ein Stück von großer emotionaler Intensität.
Dominic Cavendish, The Telegraph, 20.01.2016

Nach dieser bewegenden Aufführung möchte man seine Liebsten fest halten und wird einen langen Blick darauf werfen, wie man selbst lebt.
Susannah Shepherd, A Younger Theatre, 21.01.2016