Bella Figura

Plakat Bella_Figura 2016EURO-STUDIO Landgraf
BELLA FIGURA
Beziehungsdramödie von Yasmina Reza

ca. 08.01.2018 – 10.03.2018

Mit Doris Kunstmann (Preisträgerin des INTHEGA-Vorstands 2012),
Julia Hansen, Heio von Stetten

Regie: Thomas Goritzki (Regisseur von „Terror“)

„Eine beißende Komödie der Peinlichkeit“ nennt der Starkritiker Gerhard Stadelmaier Yasmina Rezas neuestes mit Wortgefechten und Beziehungskriegen gespicktes Stück (FAZ, 18.5.2015).
Zu Recht!

In Stücken von Yasmina Reza wie „»KUNST«“ oder „Der Gott des Gemetzels“ sind es oft Nichtigkeiten, die die kultivierte Fassade der oberen Mittelschicht zum Einsturz bringen und jämmerliche, unglückliche Geschöpfe entblößen. In „Bella Figura“, was soviel heißt wie ‚Contenance bewahren’, ist es ein verheirateter Mann, dessen Affäre durch einen dummen Zufall auffliegt.
Hedda Bültmann, Szene Hamburg DAS STADTMAGAZIN, 14.1.2016.

Inhalt
Eigentlich will der – wie sich später herausstellt – nicht nur von Liebes-, sondern auch von Firmen-Insolvenz bedrohte Mittvierziger Boris nur mit seiner ohnehin von ihm genervten Geliebten Andrea vor dem geplanten Schäferstündchen Essen gehen. Dummerweise erzählt er ihr aber, dass seine Ehefrau ihm das angesteuerte Restaurant empfohlen habe. Ein Fauxpas, den der langjährige Fremdgeher auszubügeln versucht. Doch heute Abend hat er Pech. Beim Verlassen des Parkplatzes fährt er die zukünftige Schwiegermutter von Françoise an, der besten Freundin seiner Frau. Der alten Dame, deren Geburtstag heute gefeiert werden soll, ist zwar nichts passiert, doch plötzlich stehen Andrea und Boris vor Françoise, ihrem Freund Eric und dessen Mutter Yvonne und fühlen sich genötigt bella figura zu machen. Es kommt, wie es kommen muss: Der Rest des Abends ist das reinste Fegefeuer der Peinlichkeiten und Fettnäpfchen.
Yasmina Rezas bitter-unterhaltsame Szenen aus der Paar- und Gesellschafts-Hölle zeigen aufs Schönste, wie die mühsam aufrecht erhaltene Fassade des guten Benehmens zu bröckeln beginnt. Und so entfaltet sich hier – zum Amüsement der Zuschauer – eine perfekt gebaute Komödie des eskalierenden Horrors.

Pressestimmen zu „Bella Figura“

Es ist doch immer wieder ein Kunststück mit nur ein paar Sätzen auf Anhieb eine dramatische Situation zu schaffen. Und bei Yasmina Rezas Komödie ist man sofort mittendrin.
Peter von Becker, Der Tagesspiegel, 17.05.2015.

Reza hat das oft (immer zu Unrecht) unterschätzte Genre der Boulevardkomödie auf den neuesten Stand gebracht: indem sie scheinbar zivilisierte Männer und Frauen aus sogenannten besseren Kreisen zeigte, die aus nichtigen Gründen (…) übereinander herfielen.
Wolfgang Höbel, Spiegel ONLINE KULTUR, 18.05.2015

Es ist die alte Yvonne, die eindeutig die titelgebende »beste Figur« macht und mit trockenen Kommentaren dem inneren wie äußeren Chaos der sie umgebenden Mittvierziger begegnet. Mit dem heiteren Unfall-Knalleffekt (hebt) jener zwischenmenschliche Wahnsinn an, den Yasmina Reza (…) virtuos entfaltet.
Bernadette Lietzow, Tiroler Tageszeitung, 05.04.2016

La bella figura – der gute Eindruck
Die französische Autorin ist eine Meisterin der Eskalation, erneut offenbart sie die Sprengkraft, die sich aus den feinen Unterschieden zwischen Sagen, Denken und Fühlen ergeben kann. In „Bella Figura“ ist der Konversations-Kitt von Anfang an bröselig.
Johannes Breckner, Echo Online, 13.12.2015

Amüsante Episoden aus der Paar-Hölle.
Alexander Kissler, Cicero, 17.05.2015

Langweilig wird es mit Rezas Figuren nie. Sie balancieren stets an den Abgründen des gutbürgerlichen Lebens, dort, wo im Umfeld gediegener Wohnungen die Benimmfassade bröckelt, wo Geheimnisse gelüftet werden, Unausgesprochenes hervorbricht, oder wo unangenehme Konfrontationen alles unsagbar peinlich werden lassen.
Margarete Affenzeller, Der Standard, 04.04.2016

Das jüngste Werk von Reza ist ein komischer Theaterabend. Und lustig ist er auch noch und witzig, und dabei handelt es sich nicht um Synonyme. Denn lustig ist flach und witzig ist der raffinierte Scherz und komisch der erhellende Blick auf das Absurde. Ein Autounfall ist die Initialzündung für die mit munteren, scheinbar harmlosen, in Wahrheit teuflischen Dialoge, die anschließend stattfinden.
Stefan Grund, Die Welt, 21.01.2016

Es ist doch immer wieder ein Kunststück mit nur ein paar Sätzen auf Anhieb eine dramatische Situation zu schaffen. Und bei Yasmina Rezas Komödie ist man sofort mittendrin.
Peter von Becker, Der Tagesspiegel, 17.05.2015

Biografien 

Heio von Stetten – Boris
Der in Augsburg aufgewachsene prominente Künstler ist Absolvent der renommierten Otto Falckenberg Schule in München und hatte das große Glück, 1989-1993 am Münchner Volkstheater unter der legendären Intendanz von Ruth Drexel/Hans Brenner engagiert gewesen zu sein. Danach spielte er u. a. auch an dem alternativen Münchner Theater Schauburg. Am Bregenzer Landesthe- ater Vorarlberg stellte er als Gast 2016 die tragende Sprechrolle des Bassa Selim in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ dar. Dieselbe Figur verkörperte er schon sieben Jahre vorher bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen.
Seine Medienkarriere startete er 1996 in der Rolle des Ritschi Koslowski in der Liebeskomödie „Der schönste Tag im Leben“ (ausgezeichnet mit dem Bayerischen Filmpreis als Beste Komödie). Seit Mitte der 1990er Jahre drehte er Kinofilme, u. a. „Honigmond“ (1995), „Bandits“ (1997), „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ (1998), „Sams im Glück“ (2012), „Fünf Freunde 2“ (2013) und „Männertag“ (2015) und spielte in über 80 Fernsehspielen mit wie z. B. „Verführung für Anfänger/Casanova“ (2005), „Das Glück kommt unverhofft“ (2008), „Dann kam Lucy“ (2010) oder „Der Kaktus“ (2013). Als Gaststar trat er außerdem in so bekannten Serien auf wie u. a. „SoKo Wien“, „Polizeiruf 110“, „Der Bergdoktor“, „Ein Fall für zwei“, „Der letzte Bulle“, „Die Chefin“, „Pfarrer Braun“ oder „Deadline – Jede Sekunde zählt“ (2007-2010). Seit 2014 ist er in der facettenreichen Rolle des Geschäftsmanns Alexander Weber in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ zu sehen. 2015/16 stand er für „Lizenz zum Seitensprung“, „Ein Sommer auf Lanzarote“, zwei Folgen von „Der Bozen-Krimi“ und „Kreuzfahrt ins Glück – Apulien“ vor der Kamera.