Wir lieben und wissen nichts

Plakat "Wir lieben und wissen nichts" © GioLöwe 2015EURO-STUDIO Landgraf
WIR LIEBEN UND WISSEN NICHTS

Schauspiel von Moritz Rinke

Nominiert für den Mülheimer Dramatikerpreis 2013

Regie: Rüdiger Hentzschel
Bühne: Marcus Ganser
Kostüme: Sandra Becker

Mit Helmut Zierl,
Uwe Neumann, Teresa Weißbach/Sandrine Guiraud, Elisabeth Degen

Wiederholungstournee
ca. 25.11.2016 – 10.12.2016

Moritz Rinke über die EURO-STUDIO-Produktion seines Stücks:
»Das war ein wundervoller Abend! 
Die Schauspieler sind stark: Roman ist toll in seiner langsam zerfallenden Energie und Sicherheit und im Übergang in die Verdrängung; Hannah eine glaubhafte Pendlerin zwischen der erfolgreichen ‚Christianwelt’ und dem aussichtslosen Kampf um Nähe zu Sebastian; Magdalena von einer zarten, schönen, liebenswerten und komisch-verrückten Melancholie, die sehr besonders ist.
Und Zierl! Das ist seine Rolle, er IST Sebastian, er denkt die Figur so glänzend, lässt die Gedanken und die Welt spielend entstehen, so dass ich das Gefühl hatte, ich schriebe das Stück in diesen so besonderen 90 Minuten (…) noch einmal.
Umwerfend, dieser Zierl!«
Mail vom 12.11.2015

Inhalt
Zwei Paare treffen sich zum berufsbedingten Wohnungstausch. Karrierefrau Hannah muss als Zen-Coach für Bankmanager nach Zürich; ihr Freund, der sensible Sebastian, soll sie begleiten. In ihre Wohnung ziehen währenddessen die Tier-Physiotherapeutin Magdalena und ihr Mann Roman. Der ist ein nicht nur im Hier und Jetzt, sondern auch noch im All voll vernetzter Alles-Im-Griff-Typ und das genaue Gegenteil von Sebastian, der an der modernen Welt verzweifelt, in der man via PIN-Codes und WLAN-Router zwar Zugang zu allem Möglichen erhält, nur nicht zu sich selbst. In Roman erkennt Sebastian auf Anhieb seinen Erzfeind – im Gegensatz zu Hannah, die Gefallen an seinen Macherqualitäten findet. Umgekehrt wird Magdalena von Sebastians Melancholie magisch angezogen.

Wir lieben und wissen nichts_5_Teresa Weißbach, Helmut Zierl © Jürgen Frahm Wir lieben und wissen nichts_6_Teresa Weißbach, Helmut Zierl © Jürgen Frahm Wir lieben und wissen nichts_7_Uwe Neumann, Elisabeth Degen, Helmut Zierl © Jürgen Frahm

Diese vier und ihre Beziehungen geraten im Folgenden immer mehr auf Kollisionskurs – bis bereits seit längerem schwelende Krisen aufbrechen. Doch auch am Schluss dieser äußerst komischen Beziehungstragödie sind alle Beteiligten noch gänzlich ohne Passwort für ihr weiteres Leben.

Rinkes temporeiche, amüsant geschliffene Dialoge, unter denen er sein szenisches Dynamit verbirgt, machen Theaterbesucher und Theatermacher süchtig. Für seine Figuren, die er in Anlehnung an Musil Möglichkeits- und Wirklichkeitsmenschen nennt und die er ebenso liebevoll wie gnadenlos zeichnet, ist der Abgrund immer nur einen Schritt entfernt.

Wir lieben und wissen nichts_1_Helmut Zierl, Elisabeth Degen © Jürgen Frahm Wir lieben und wissen nichts_3_Elisabeth Degen, Helmut Zierl © Jürgen Frahm Wir lieben und wissen nichts_4_Helmut Zierl, Uwe Neumann, Elisabeth Degen, Teresa Weißbach © Jürgen Frahm

„Wir lieben und wissen nichts“ war zu den Mülheimer Theatertagen 2013 eingeladen.


Pressestimmen

Paraderolle für Helmut Zierl in Beziehungsstück
Im fast ausverkauften Theater (…) haben die Zuschauer (…) tiefgründige, treffend beobachtete und fein skizzierte Charaktere erlebt. (…) Stück und Darsteller faszinierten bis zur letzten Minute. (…) Mit Hauptdarsteller Helmut Zierl (…), Elisabeth Degen, Uwe Neumann und Sandrine Guiraud stand ein Team auf der Bühne, das in punkto Darstellungskraft, Mimik und Dramatik zu überzeugen wusste – und dafür mit minutenlangem Applaus belohnt wurde.
Heidi Rabenhorst, Calenberger Zeitung, 08.12.2015

Einen großen Theaterabend (…) bescherten Helmut Zierl und seine Schauspielkollegen
Vier Typen und ein ganzer Kosmos an Gefühlen steckt im Bühnenknüller „Wir lieben und wissen nichts“. Alle sind miteinander vernetzt. Doch der Schlüssel zu wirklicher Nähe ist das nicht. Zu einer wunderbaren Inszenierung (…) allerdings schon.
(…) Hier lässt Regisseur Rüdiger Hentzschel die vier ausgezeichneten Darsteller von der Leine (…) und verdichtet die literarische Vorlage zu aussagekräftiger Theaterkunst. (…) Das Stück ist ein Volltreffer und eine treffende Allegorie auf das Hier und Heute.
Marielouise Scharf, Der Neue Tag, 24.02.2016

Ähnlich wie früher Botho Strauss arbeitet Moritz Rinke mit den Mitteln der gehobenen Boulevardkomödie, um nicht nur seine Protagonisten zu sezieren, sondern zugleich auch die Gesellschaft, die sie hervorgebracht hat (so gibt es gespenstisch aktuell wirkende Bezüge zum Flüchtlingsthema). Entsprechend pointiert und oft sehr witzig sind die Dialoge.
Andreas Balzer, Der Patriot, 09.03.2016

Ein Theaterabend der besonderen Art
Die Dialoge der Darsteller (…) – treffend und teils mit subtilem Humor vorgetragen – [verfehlten] ihre Wirkung nicht (…). Die Theaterbesucher wurden durch ein Wechselbad von Humor und Nachdenklichkeit geschickt, die vier Darsteller konnten (…) mit ihrer Spielfreude überzeugen.
Erwin Lang, Kehler Zeitung, 15.12.2015

Zierl und Degen glänzen (…) mit Spielfreude und Sprachwitz (…).
Jürgen Haberer, Lahrer Zeitung, 10.12.2015

Es ist eine spritzige Komödie mit boulevardesken Zügen und Dialogen, die auf tiefenpsychologische Probleme verweisen. (…) Die Themen des Internetzeitalters mit den Zutaten einer traditionellen Boulevardkomödie ergeben eine unterhaltsame Mischung. Unter der Regie von Rüdiger Hentzschel agiert das Ensemble dynamisch, vital, mit Witz und großer Spielfreude (…).
Elisabeth Tondera, Lingener Tagespost, 01.03.2016

Beste Unterhaltung, aber zugleich auch nachdenkliche Töne
„Wir lieben und wissen nichts“ lebt von einem scharfen Wortwitz und brillanten Darstellern(…). Das Quartett servierte die Geschichte dank vorzüglicher Dialoge mit einer ordentlichen Prise Humor. Star des Stücks war Helmut Zierl. Mit seiner bemerkenswerten Ausstrahlung verkörperte er perfekt die Rolle des sonderbaren Kulturhistorikers.
(jcp), Lippische Landeszeitung, 07.12.2015

Komödie mit Tiefgang
Viele ernsthafte Themen des Lebens und der Partnerschaft sind in diesem Stück in witzige Dialoge und Spielszenen verpackt. Ein (…) Lob für Zierls überzeugendes Spiel (…).
Sophia Möbes, Mitteldeutsche Zeitung, 07.03.2016

Theaterstück mit Helmut Zierl begeistert
Mit viel Charme drehten die vier Schauspieler am Beziehungskarussell. (…) Die Situationskomik brachte die Zuschauer immer wieder zum Lachen. So schön können Beziehungsdramen sein…
sass, Neue Ruhr Zeitung, 24.02.2016

Zwei Akte und zwei Stunden gute und geistreiche Unterhaltung boten die bekannten Schauspieler (…). Das Stück fasziniert (…). Rinke verleiht seinen Figuren Tiefe, manchmal Lächerlichkeit, Traurigkeit, aber auch anrührende Komik.
Michael Mrosek, Neue Ruhrzeitung, 01.12.2015

Moritz Rinke gelingt (…) der Blick auf die Lebensentwürfe im digitalen Zeitalter.
Das Stück [fasziniert] mit schroffer Komik, Lächerlichkeit und anrührender Tragik. Rinke übt mit seinen vielschichtigen Texten entlarvende Liebes- und Lebenskritik am ‚Alltag 2.0’.
mm, Rheinische Post, 01.12.2015

Regisseur Rüdiger Hentzschel setzt (…) auf Witz und Ironie, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben. (…) Mit anhaltendem Beifall dankte das Publikum für ein Stück, das Unterhaltung mit viel Tiefgang verband.
Monika Fischer, Schwäbische Zeitung, 14.12.2015

Ein tragikomisches Spiel um Liebe und Lebenslügen
Moritz Rinke hat (…) kein Lustspiel oder gar einen oberflächlichen Schwank verfasst – obwohl auch in seinem Vier-Personen-Spiel viel gelacht werden darf. Ein hochkaräriges Schauspielerensemble machte die Aufführung (…) zu einem Höhepunkt der Theatersaison.
Marcus Ganser hat (…) ein Bühnenbild gebaut, in dem vor allem der Wechsel von Zimmerwand zur riesigen Videoprojektion beeindruckte (…). Regisseur Rüdiger Hentzschel hält in dieser Tragikomödie das Quartett ständig in Bewegung. Immer enger wird das Netz der Handlung, in dem nach und nach die Wahrheit über die Lebenslügen ans Licht gezerrt wird. (…) Die filigranen Pointen, mit perfektem Timing serviert, sorgen dafür, dass bei dem menschlichen Desaster die Komödie nicht zu kurz kommt. (…)
Langen Beifall gab es für diesen exzellenten Theaterabend (…).
Wolfgang Günther, Solinger Morgenpost, 27.11.2015

Applaus für bitterböses Kammerspiel
Nachdenklich stimmende Wahrheiten und gute Unterhaltung sind kein Widerspruch. Das bewies (…) nachdrücklich das Stück „Wir lieben und wissen nichts“ von Moritz Rinke (…). Zugpferd war der aus TV- und Kinofilmen bekannte Helmut Zierl, der mit dem Ensemble (…) in die Tiefe zweier Paarbeziehungen eintauchte und mit großem Nuancenreichtum und spielerischer Leichtigkeit in Szene setzte. (…) Brillante, witzige Dialoge ziehen peu à peu den Schleier der Harmonie von diesen Beziehungen. (…) Die vier Protagonisten faszinierten (…) durch mitunter hinreißende Komik und beklemmende Bitterkeit. (…) Am Ende gab es langen Beifall für großartige Darsteller in einer tragischen Komödie.
jsl, Solinger Tageblatt, 27.11.2015

Auf interessante und humorvolle Art verknüpft der Autor kritische Gedanken zur immer schneller werdenden, hochtechnisierten Welt mit alltäglichen Problemen in Beziehungen. (…) Eine großartige Leistung aller Beteiligten – allen voran Helmut Zierl.
Karin Zöller, Südkurier Singener Zeitung, 17.12.2015

Moritz Rinkes Beziehungskomödie (…) sorgt für Begeisterung
Mit Spiellust, Sprachwitz und fein ausgespieltem Humor machen die Darsteller aus Rinkes Vorlage ein kluges, komisch funkelndes Beziehungsquartett, das sich nicht nur an den Gefühlsturbulenzen unserer Zeit abarbeitet, sondern auf unprätentiöse Art und Weise auch aktuelle Welt- und Gesellschafts-Krisen im Blick hat.
Martina Schürmann, WAZ, 13.11.2015

Unterhaltung der Extraklasse
Nikolas Müller, Westfalen-Blatt, 23.03.2015

Grandios besetztes Theaterstück lebt von schwierigen Zweierbeziehungen
Böhme Zeitung, 20.12.2014

Mit „Wir lieben und wissen nichts“ hat das Publikum gehobenes Tourneetheater erlebt.
Gut aufgelegte Schauspieler zeichneten differenzierte Charaktere.
Helmuth Riewe, Delmenhorster Kreisblatt, 15.12.2014

Jede Menge Stoff zum Nachdenken, dargeboten von einem hervorragend aufgelegten Ensemble
Das dialogstarke Stück ist eines für Vollblutschauspieler – und davon standen vier auf der Bühne. Helmut Zierl kämpfte mit Beharrlichkeit, Ausdrucksstärke, Sensibilität und Witz als Sebastian dafür, in der Schnelllebigkeit der vernetzten Welt nicht unterzugehen. Elisabeth Degen gab die von Aktionismus getriebene Karrierefrau Hannah mit unruhig fahrigen Bewegungen und durchbrach ihre Fassade, als sie Magdalena sehr verunsichert von ihrer Abtreibung und dem neuerlichen Kinderwunsch erzählte. Magdalena wiederum war auf den ersten Blick das hübsche blonde Anhängsel eines erfolgreichen Mannes, das sich von ihm klaglos über den Mund fahren lässt. Doch Teresa Weißbach zeigte, dass die Figur vielschichtiger war. Offenbarte, dass Magdalena viel mehr durchblickte, als ihr Ehemann ahnte und ihm recht war. Uwe Neumann komplettierte das überzeugende Quartett mit einer lautstarken Darstellung des nach beruflichem Erfolg gierenden Roman, der so stark tut und hinter seiner polternden, die Mitmenschen gern demütigenden Art, ein höchst verunsicherter Mensch ist, der die Augen davor verschließt, gekündigt worden zu sein. Am Ende gab es großen Applaus bis hin zu vereinzeltem Fußgetrampel für ein modernes Theaterstück.
Heide Rethschulte, Delmenhorster Kurier, 12.12.2014

Pointierte Dialoge sorgen für beste Unterhaltung
Mit Charme und Witz, Treff- und Textsicherheit, rasantem Tempo und Situationskomik spielen sich die Darsteller die Bälle zu zwischen Schreckpistole, Entsafter, Bücherbergen, Altbewährtem und Zukünftigem.
Dorothea Koschmieder, Borkener Zeitung, 12.12.2014

Dicht besetzt waren die Stuhlreihen, wohin einerseits das Schauspiel von Moritz Rinke gelockt haben mochte, ganz sicher aber Hauptdarsteller Helmut Zierl.
(ane), Acher- und Bühler Bote, 06.12.2014

Viel Situationskomik und pointierte Dialoge
Moritz Rinkes vielschichtiges Theaterstück servierte grandios inszenierten Wohnungstausch zweier Paare, verpackt in komödiantischer Maskerade.
Den vier hervorragenden Schauspielern gelang die exakte Gratwanderung zwischen Tragik und Komödie, was ihnen mit lang anhaltendem Applaus gedankt wurde.
Julia Eiden, Attendorner Zeitung, 29.11.2014

Die Dialoge berühren tiefenpsychologische Fragen. Die Schauspieler unter der Regie von Rüdiger Hentzschel spielten lebhaft bewegt und stellten überzeugend die Charaktere dar, ruhig, überlegen, herrschsüchtig, hektisch. Ein anspruchsvolles Stück; das Publikum der Premieren-Aufführung im gut besuchten Villinger Theater am Ring dankte mit reichem Applaus.
Wolfgang Tribukait, Schwarzwälder-Bote, 24.11.2014