Rose Bernd

Rose Bernd_4_Jacqueline Macaulay © Bettina Stöß

Ruhrfestspiele Recklinghausen
Théâtre National du Luxembourg
Saarländisches Staatstheater Saarbrücken
ROSE BERND
Schauspiel von Gerhart Hauptmann
Fassung von Frank Hoffmann und Andreas Wagner

ca. 19.11.2015 – 12.12.2015

Mit Jacqueline Macaulay in der Titelrolle,
Ulrich Gebauer zum ersten Mal auf Tournee,
Wolfram Koch zum ersten Mal auf Tournee,
Luc Feit, Annette Schlechter, Roger Seimetz, Steve Karier, Anna Stieblich, Anouk Wagener

Regie: Frank Hoffmann
Bühnenraum: Ben Willikens
Mitarbeit Bühne: Bernhard M. Eusterschulte
Kostüme: Jasna Bosnjak
Musik: René Nuss

Erforderliche Bühnenmaße: 8 m Tiefe zzgl. Umgang

Regisseur Frank Hoffmann hält sich sehr eng an die 110 Jahre alte Vorlage, dabei spielt seine Inszenierung im 21. Jahrhundert.

Inhalt
Die mit ihrem Vater in ärmlichen Verhältnissen lebende Rose Bernd soll den nicht ganz mittellosen, aber sterbenslangweiligen August Keil heiraten. Dies hat ihr engstirniger Vater bestimmt. Doch Rose sucht das Glück in den Armen des verheirateten Christoph Flamm – und das hat fatale Folgen. Arthur Streckmann, der bei Rose immer abgeblitzt ist, ertappt die beiden tragischerweise genau in dem Moment, in dem sie sich trennen wollen – und erpresst Rose.

Rose Bernd_6_Jacqueline Macaulay, Wolfram Koch © Bettina Stöß Rose Bernd_7_Wolfram Koch, Jacqueline Macaulay, Anna Stieblich © Rose Bernd_8_Jacqueline Macaulay, Anna Stieblich © Bettina Stöß

Rose wird irre an den kleinbürgerlichen Moralvorstellungen und an den Männern: An ihrem moralisch-unerbittlichen Vater, an ihrem schwächlichen Bräutigam, an ihrem brutalen Erpresser, am Egoismus ihres flatterhaften Liebhabers. Rose Bernd erstickt am Leben, noch bevor es überhaupt begonnen hat. Als sie ungewollt schwanger wird, nimmt die Katastrophe ihren Lauf…

Rose Bernd_5_Wolfram Koch, Jacqueline Macaulay © Bettina Stöß Rose Bernd_1_Luc Feit, Annette Schlechter, Roger Seimetz, Ulrich Rose Bernd_2_ Ulrich Gebauer, Steve Karier, Jacqueline Macaulay,

Im April 1903 wurde der 42-jährige, damals schon berühmte Gerhart Hauptmann in seinem Heimatkreis Hirschberg zum Geschworenen berufen. In der Verhandlung ging es um die 25-jährige ledige Landarbeiterin Hedwig Otte, angeklagt wegen Meineids und Kindesmords. Seine einfühlsame Beobachtungsgabe ließ ihn erkennen, dass sie ein Opfer der Verhältnisse war. Seine Überzeugung führte zum Freispruch. Ein ungeheuerlicher Skandal im Preußischen Rechtssystem. Schon am Tag vor der Urteilsverkündung begann er, „Rose Bernd“ zu schreiben. Das Stück wurde noch im selben Jahr uraufgeführt.

Unterstützt von René Nuss’ suggestiver Musik zeichnet Hoffmann das komplexe Porträt einer zunächst lebenshungrigen und selbstbewussten Frau, die unter Einfluss männlicher Vereinnahmung und Besitzansprüche unweigerlich in den Wahnsinn getrieben wird und zugrunde geht.

Rose Bernd – Tempi Passati?
Dass die Thematik von „Rose Bernd“ leider immer noch aktuell ist, zeigen die medial stets groß aufgemachten Meldungen über sexuelle Gewalt und Verzweiflungstaten ungewollt Schwangerer.